Erstellt am 13. Januar 2016, 05:13

WSA: Sörös-Rücktritt als Geschäftsführer. Martin Sörös seit 1. Jänner nicht mehr Chef der Werner Schlager Academy. Er wolle „Weg für Einigung freimachen“.

Trotz Insolvenzverfahrens läuft der Betrieb in der Schwechater »Werner Schlager Academy« weiter.  |  NOEN, Fotos: privat
Anfang Dezember zog Martin Sörös, Geschäftsführer der Werner Schlager Academy GmbH (WSA), die Reißleine. Er meldete das Unternehmen zur Insolvenz an. Sofort wurde ein Sanierungsverfahren in Angriff genommen, der Betrieb läuft bisher unbeeindruckt weiter. Als Gründe für die Konkursanmeldung werden eine fehlgeschlagene Kooperation mit einer chinesischen Universität sowie die rechtlich unübersichtliche Situation rund um das Multiversum angegeben (die NÖN berichtete).

Mit der Aufnahme des Insolvenzverfahrens soll nun Masseverwalterin Katharina Kolland-Twaroch für einen geordneten Ablauf sorgen. Um dieser nicht im Weg zustehen, wie Sörös selbst beteuert, ist der WSA-Chef mit 31. Dezember zurückgetreten. „Mein Rücktritt wäre rechtlich nicht notwendig, ich wollte aber ein Zeichen setzen. Ich biete meinen Kopf an“, erklärt er im NÖN-Gespräch. Er werde aber natürlich weiterhin der Masseverwalterin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Bis zur entscheidenden Gläubigerversammlung am 2. März werde von allen Beteiligten rund um die Uhr für eine Lösung gearbeitet. „Ich bin vor allem von der Solidarität der Mitarbeiter begeistert. Sie tragen alles mit und wollen gemeinsam in die Zukunft gehen“, ist Sörös gerührt. Ob, und in welcher Funktion, er der WSA erhalten bleibt, werde sich zeigen. „Grundsätzlich stehe ich bereit“, unterstreicht er.

Gespräche mit Investoren laufen 

Durch seinen Rücktritt erhofft sich der bisherige Geschäftsführer auch eine Entspannung zwischen den Fronten rund um die Causa Multiversum. Denn immerhin ist die Schlager Academy mit 33 Prozent an der Multiversum GmbH beteiligt. Den Rest hält mittlerweile die Stadtgemeinde Schwechat. Dass mit dem Rücktritt Sörös auch der Weg in alle Richtungen freigemacht wurde, glaubt auch WSA- Masseverwalterin Kolland-Twaroch. „Es gibt nun drei komplett neue Ansprechpartner, wir können ohne den Ballast der vergangenen Jahre sprechen“, glaubt sie.

Neben ihrer Person nennt sie noch SP-Bürgermeisterin Karin Baier und die neue Multiversum-Geschäftsführerin Annette Neumayer-Weilner. Ähnlich sieht das auch Stadtchefin Baier, die Kolland-Twaroch als „kompetente Ansprechperson“ bezeichnet. Der Rücktritt von Martin Sörös ist für sie ein „Zeichen für einen Neustart“.

Für den Fortbestand der WSA wird es vor allem notwendig sein, die über Jahre hinweg verwirrenden gegenseitigen Verrechnungen zu prüfen. Hier geht es um mehrere 100.000 Euro, weiß die Masseverwalterin. Auf der anderen Seite ist klar, dass es ohne Hilfe „von außen“ nicht geht. „Es laufen Gespräche mit Investoren aus dem In- und Ausland“, betont Kolland-Twaroch. Bis 2. März müsse jedenfalls alles geklärt sein. „Die Gläubiger brauchen eine Entscheidungsgrundlage. Ich bin aber optimistisch, dass wir das schaffen werden“, erläutert sie.