Erstellt am 02. Dezember 2015, 13:43

von Nicole Nestler

Zielpunkt in Maria Lanzendorf: Enttäuschung ist groß. Bis Weihnachten hat Zielpunkt in Maria Lanzendorf noch geöffnet. Danach hat Ort bis auf Weiteres keinen Nahversorger.

Die Zielpunkt-Filiale in Maria Lanzendorf wird noch bis Weihnachten geöffnet haben. Andere betroffene Filialen im Bezirk befinden sich in Fischamend und in Ebergassing.  |  NOEN, Nestler

"Was soll man dazu noch sagen?", fragt sich eine Mitarbeiterin der Zielpunkt-Filiale in Maria Lanzendorf im Gespräch mit der NÖN.

Nach Bekanntwerden der Insolvenz der Supermarktkette, ist die Enttäuschung groß, sowohl bei Kunden wie auch bei den zehn Mitarbeitern der Filiale - vor allem so kurz vor Weihnachten. Man müsse arbeiten, ohne zu wissen, ob man die Bezahlung dafür noch erhält. Gespräche mit der Arbeiterkammer laufen.

Eine andere Mitarbeiterin erzählt: „Ich war gerade in der Arbeit, als sich die Nachricht von der Insolvenz in den Medien verbreitete. Die Kunden wussten es vor mir.“ Hoffnung, dass eine andere Supermarktkette den Standort in Maria Lanzendorf und damit die Mitarbeiter übernimmt, hat sie kaum: „Es gibt in Himberg und Leopoldsdorf ja auch Geschäfte. Ich glaube nicht, dass etwas nachkommt.“

Wolf: „Standort für Konzerne attraktiv"

Besonders in Maria Lanzendorf erregt die Pleite des Konzerns die Gemüter. Ist doch der Zielpunkt-Markt der einzige Nahversorger im Ort. Auch Bürgermeister Peter Wolf (SPÖ) zeigte sich im Gespräch mit der NÖN als „sehr unglücklich über die Situation“.

Gleichzeitig machte er aber auch auf die gute Lage des Supermarktes aufmerksam: „Die Filiale ist gut erreichbar und trotzdem mitten im Ort. Ich denke schon, dass der Standort für andere Lebensmittelkonzerne attraktiv ist.“ Wolf habe auch bereits Kontakt mit Vertretern der Rewe-Gruppe aufgenommen, betont aber: „Die Möglichkeiten einer Gemeinde, einen neuen Nahversorger anzuwerben, sind begrenzt. Es kommt jetzt auch darauf an, welchen Preis Pfeiffer (Anm.: Handelsgruppe, zu der Zielpunkt gehört) für die Liegenschaft verlangt.“

Betroffen von der Situation zeigt sich auch Trafik-Besitzerin Monika Berger. Sie eröffnete vor rund 1,5 Jahren neben dem Zielpunkt-Markt. Auf ihr Geschäft hat die Pleite zumindest keine direkten Auswirkungen. „Vielleicht kommen jetzt weniger Kunden. Aber ich bin überzeugt, dass sich ein Nachfolger findet. Toll fände ich es, wenn die Mitarbeiter übernommen werden.“