Erstellt am 19. Mai 2016, 03:04

von Otto Havelka

Zu wenig Geld für. Oköstrom / 16 genehmigte Winkraftanlagen können nicht gebaut REGION / Noch im Oktober des Vorjahres jubelte Sommereins SP-Bürgermeister Karl Zwierschitz über die Genehmigung von zehn Windrädern, die 2018 in Betrieb gehen sollten und der Gemeinde rund 250.

Abmontiert: Rund die Hälfte der 340 bewilligten und baureifen Windkraftanlagen kann nicht gebaut werden. Die Fördermittel sind bis 2021 ausgeschöpft.  |  NOEN, Foto: privat

Noch im Oktober des Vorjahres jubelte Sommereins SP-Bürgermeister Karl Zwierschitz über die Genehmigung von zehn Windrädern, die 2018 in Betrieb gehen sollten und der Gemeinde rund 250.000 Euro pro Jahr in die Kassa geweht hätten. Nun ist das Projekt geplatzt. Dazu Zwierschitz: „Wir haben unser Budget nicht darauf aufgebaut, aber wenn die Windräder nicht gebaut werden, ist das ein massiver Einschnitt.“

Auf gut 150.000 Euro pro Jahr muss der Bürgermeister von Au, Herbert Mihaly (Zukunftsbündnis Mihaly) verzichten. Er hat mit dem Baubeginn von fünf Windrädern im heurigen Jahr gerechnet und hat nun keine Chance vor 2021.

Mit einer kleinen Delle im Budget kommt Scharndorfs VP-Bürgermeister Hubert Zwickelstorfer davon. In der Gemeinde stehen bereits zehn Windräder. Abgeblasen werden nur ein bewilligtes Elftes und zwei weitere Geplante.

x  |  NOEN, Foto: Havelka

Die drei Bürgermeister aus der Region sind in guter Gesellschaft. Ingesamt haben sich 34 Bürgermeister aus Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark zusammengetan, um im Rahmen einer Pressekonferenz eine Novelle des Ökostromgesetzes zu fordern.

Denn: Der Windkraft geht allmählich die Luft aus. 230 baureife Windkraftanlagen hängen derzeit in einer Warteschlange bis 2021 für die notwendigen Fördermittel der Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (OeMAG), 16 davon im Brucker Bezirk. Mehr als die Hälfte dieser Anlagen ist von einem Verfall ihrer Förderanträge bedroht und hat damit praktisch keine Chance, verwirklicht zu werden. Der Grund: Der Fördertopf ist leer.

Die die betroffenen Gemeinden würde ein Aus für die geplanten Windparks vor allem einen herben Einnahmenverlust bedeuten.

Der Geschaftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl, kritisiert hingegen die Energiepolitik, die die Windpark-Errichter wieder einmal in der Luft hängen lässt: „Seit zwei Jahren wird über eine kleine Novelle des Ökostromgesetzes diskutiert.“ Mit dem Projektstau sei die Entwicklung der ökologischen Energiegewinnung praktisch gestoppt. Für eine Gesetzesnovelle ist im Parlament eine 2/3-Mehrheit notwendig.


Zum Thema:

Pro Jahr stehen rund 11,5 Millionen Euro Fördergelder für Windkraft zur Verfügung.
Damit wird die Differenz vom aktuellen Strom-Marktpreis zum Fördertarif für Windenergie in Höhe von 9,5 Cent pro kWh ausgeglichen.

Vor fünf Jahren lag der Marktpreis bei 5 bis 6 Cent pro kWh, derzeit beträgt er 2,5 Cent pro kWh. Damit steigen die Fördergelder pro Anlage dramatisch an. Die Fördertöpfe sind bis 2021 ausgeschöpft.
Das bedeutet, dass nur rund 50 Prozent der 340 bewilligten und baureifen Windkraftanlagen realisiert werden können.

Förderanträge für Projekte, die nicht innerhalb von drei Jahren begonnen werden, verfallen und müssen neu eingereicht werden.

Bei Neueinreichung werden sie am Ende der Warteschlange gereiht, womit sie wieder keine Chance haben, innerhalb von drei Jahren umgesetzt zu werden.