Erstellt am 26. Dezember 2015, 07:33

von Benjamin Mühlbacher

Zwist um die neue Flüchtlingsunterkunft. Hilfe / Die Gemeinde hat 18 neue Flüchtlinge in der Siedlung am Steinriegel aufgenommen. Kritik kommt von den Freiheitlichen.

Sebastian Schirl-Winkelmaier sieht in den Flüchtlingen eine Chance für Gramatneusiedl.  |  NOEN, Benjamin Mühlbacher

Das Flüchtlingsthema beherrscht nach wie vor die Gemeinde Gramatneusiedl. Aktuell sind rund 18 Flüchtlinge in der Unterkunft in der Steinriegelsiedlung untergebracht. „Waren im August erst drei Menschen mit Asylwerberstatus in Gramatneusiedl untergebracht, so sind es mittlerweile 28. Vom Land Niederösterreich werden wahrscheinlich noch weitere Asylwerber Gramatneusiedl zugewiesen werden. Wenn man vom Richtwert ausgeht, also 1,5 Prozent der Bevölkerung, dann kann unsere Gemeinde dazu verpflichtet werden 45 Personen aufzunehmen“, heißt es vonseiten der Initiative „Gramatneusiedl hilft“. Sie unterstützt die Flüchtlinge beim Erlernen der deutschen Sprache, bei der Bewältigung des Alltages und bei der Kommunikation mit den Mitmenschen. Ein all inclusive Service gewissermaßen.

Dolmetscher stehen zur Verfügung

In der Gemeinde selbst sind zwei syrischstämmige Familien zu Hause, die als Dolmetscher zur Verfügung stehen. Das macht den Umgang mit den Flüchtlingen erheblich leichter.

Die neue Unterkunft für die Flüchtlinge weise aber „enorme Brandschutzmängel“ auf, sagt Gramats FP-Vizebürgermeister Markus Vetter. Er sieht es als „unverantwortlich, Menschen in einem solchen Haus unterzubringen“ und vermisst Fluchtwegsschilder, Löschdecken und Feuerlöscher. Auf einem benachbarten Grundstück sei weiters eine Firma untergebracht, die mit Gasen handelt, das sei, so Vetter „im Falle eines Falles eine enorme Bedrohung.“

Gemessen am Richtwert von 1,5 % müssen wir 45 Personen aufnehmen. Sebastian Schirl-Winkelmaier,
Obmann Gramat hilft

Vorwürfe, die das Land NÖ nicht gelten lassen kann. Aus dem Büro von SP-Landesrat Maurice Androsch heißt es dazu: „Es ist ein relativ neues Quartier, es wurde von einem Sachverständigen überprüft. Nach §16a der NÖ-Bauordnung gab es keine Beanstandungen. Somit sah das Land Niederösterreich keinerlei Bedrohung. „Wenn es aber konkrete Vorwürfe gibt, dann werden wir denen gerne nachgehen.“ Weiters habe man Verträge mit der Diakonie und der Caritas, die die Unterkünfte im laufenden Betrieb kontrollieren