Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:03

Die zehn größten Sport-Erfolge 2015. Kletterin Jessica Pilz etabliert sich in der absoluten Weltspitze, Katharina Huber begeistert im Skiweltcup und der SKU Amstetten scheitert nur knapp an Rapid Wien.

Senkrechtstarterin. 2015 ist das Jahr der Jessica Pilz. Die Haagerin räumt nicht nur bei den Juniorinnen ab, sondern etabliert sich auch bei den Damen in der absoluten Weltspitze.  |  NOEN, Moritz Liebhaber

Shooting Star des Jahres

2015 ist im nationalen und internationalen Klettersport das Jahr der Jessica Pilz. In ihrem letzten Jahr in der Juniorenklasse räumt die Haagerin sowohl im Nachwuchsbereich als auch in der allgemeinen Klasse einen Titel und einen Stockerlplatz nach dem nächsten ab. Und das nicht nur in ihrer Paradedisziplin, dem Vorstieg, sondern auch im Bouldern.

Die HAK-Schülerin beendet das Jahr mit den Staatsmeistertiteln im Bouldern, Vorstieg und in der Kombination. Auf internationaler Ebene sichert sie sich im Juniorenbereich fünf Medaillen bei Großereignissen. Pilz holt EM-Silber im Bouldern und EM-Gold im Vorstieg. Bei der Junioren-WM klettert die 19-Jährige zu Silber im Vorstieg und in der Kombination sowie zu Bronze im Bouldern.

Mit den Erfolgen im Nachwuchsbereich gibt sich Jessica Pilz im heurigen Jahr aber nicht zufrieden. Sie stellt ihr Ausnahmetalent auch bei den Damen unter Beweis und darf über EM-Gold in der Kombination und EM-Bronze im Vorstieg jubeln. Dass all diese Topplatzierungen kein Zufall sind, unterstreicht Pilz mit ihren herausragenden Leistungen in ihrem ersten vollen Jahr im Weltcup. Bei den Vorstieg-Bewerben belegt die Mostviertlerin dreimal Platz zwei, dreimal Platz drei und einmal Platz vier. In der Endabrechnung ergibt das Platz drei im Gesamtweltcup.
 

Wie Phönix aus der Asche

Dass auch Flachländler aus Niederösterreich im alpinen Skiweltcup bestehen können, haben Athletinnen wie Michaela Dorfmeister und Kathrin Zettel bewiesen. Eine, die ebenfalls Fuß fassen will und auch schon ihre Visitenkarte abgegeben hat, ist Katharina Huber aus St. Georgen/Reith.

Eigentlich „nur“ für den Europacup qualifiziert, bekommt die Rennläuferin der Sportunion Waidhofen aufgrund von verletzungsbedingten Ausfällen und Rücktritten arrivierter ÖSV-Läuferinnen die Chance zu Saisonbeginn im Weltcup zu starten. Und Huber nützt ihre Chance. Mit Startnummern um die 50 qualifiziert sich die 20-Jährige in den ersten drei Weltcuprennen ihrer Karriere jeweils souverän für den zweiten Durchgang und fährt in allen drei Slaloms in die Top 20.
 

Erfolgreichste Saison

Die Amstettner Volleyballer können auf ihr erfolgreichstes Jahr zurückblicken. Der VCA steht in der Saison 2014/15 im Cup im Finale und erobert in der Austrian Volley League Platz drei. Im kleinen Finale setzen sich die Amstettner dabei im Niederösterreicher-Duell gegen Waldviertel durch.

Die Truppe von Trainer Martin Kop gewinnt aufgrund einer taktischen Meisterleistung ihres Coaches. Im zweiten Finalspiel stellt Kop die Aufstellung seiner Mannschaft völlig auf den Kopf und lässt sie in einer vorher noch nie probierten Aufstellungsvariante spielen. Die Harakiri-Aktion geht auf.
 

WM-Titel für Lietz

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft wird im heurigen Jahr zum Triumphzug für Richard Lietz. Nach einer ersten Saisonhälfte, die nicht nach Wunsch verläuft, kommt der Ybbsitzer mit Partner Michael Christensen in der zweiten Hälfte immer besser in Form und fährt sich einen beruhigenden Vorsprung heraus, den es im letzten Rennen in Bahrain zu verwalten gilt.

Mit Erfolg. Lietz/Christensen setzen beim sechs-Stunden-Rennen nicht alles auf eine Karte, pendeln sich auf dem fünften Platz ein und dieser reicht zum Gesamtsieg.
 

Nervenstärke bewiesen

Dass Stabhochspringen eine gefährliche Sportart ist, wird im Jahr 2015 durch den tragischen Trainingsunfall von Kira Grünberg offensichtlich. Die Rekordhalterin bleibt nach ihrem Sturz in den Einstichkasten querschnittgelähmt. Ein Schicksal, das auch bei Matthias Freinberger vom LCA Umdasch Amstetten bei jedem Wettkampf im Hinterkopf mitspringt.

Die Staatsmeisterschaft, bei der der Amstettner als Titelverteidiger ins Rennen geht, findet nur wenige Wochen nach Grünbergs Unfall statt. Eine schwierige Situation, die der Polizeischüler mit Bravour meistert. Er verteidigt seinen Titel und gewinnt sogar mit einer neuen persönlichen Bestleistung.
 

Haager Goldfisch

Haag ist nicht nur die Heimatstadt von Kletterass Jessica Pilz, sondern auch die von Schwimmer Alexander Trampitsch. Der 16-Jährige im Dienste des Schwimmclubs Steyr schwimmt im heurigen Jahr von einem Rekord zum nächsten.

Insgesamt hält Trampitsch mittlerweile 16 oberösterreichische und zwei österreichische Rekorde. Er erobert sechs österreichische Nachwuchsmeistertitel und kratzt mittlerweile an den Jugendrekorden eines Dinko Jukic oder Markus Rogan. Saisonhighlight war der Start bei der Jugend-Olympiade in Tiflis.
 

Eintrag in die Rekordbücher

Mit der Europameisterschaft in Wörgl und der Weltmeisterschaft in Kaohsiung (Taiwan) stehen für Inlinespeedskater Christian Kromoser gleich zwei Saisonhighlights am Wettkampfkalender. Bei der Heim-EM überzeugt der Waidhofner mit Platz 14 im Punkterennen auf der Straße und Platz acht im Marathon. Besonders stolz kann Kromoser aber auf sein WM-Debüt in Taiwan sein.

Mit geborgten Rollen fährt der Mostviertler beim Punkterennen auf der Straße bei strömendem Regen auf Platz 14 und schafft somit den Eintrag in die österreichischen Rekordbücher. Platz 14 ist nämlich die beste WM-Platzierung eines Österreichers bisher.

Als Draufgabe kürt sich Christian Kromoser im Jahr 2015 auch noch zum Staatsmeister im Bahn-Punkterennen. Erfolge, die ihm zur Ableistung seines Grundwehrdienstes den Weg ins Heeresleistungszentrum ebnen. Von Jänner bis Juni kann sich der Medizinstudent daher mit ganzer Kraft auf seinen Sport konzentrieren.
 

Bruder springt ein

Die Staats- und Europameisterschaft der Barfußwasserskifahrer geht heuer ohne Titelverteidiger Stefan Wimmer über die Bühne, der wegen Hüftproblemen keinen Wettkampf bestreitet und im Dezember operiert wird. Für ihn springt Bruder Georg Wimmer in die Bresche.

Der ältere der Wimmer-Brüder kürt sich in Wallsee zum Staatsmeister im Slalom und in der Kombination und kehrt auch von der EM in England mit Edelmetall in die Heimat zurück. Wimmer muss sich im Slalom nur um acht Zehntel geschlagen geben und darf sich über den Vize-Europameistertitel freuen. Vereinskollege Peter Reitbauer erobert bei den Junioren Bronze im Slalom und im Figurenlauf.
 

Gelungene Premiere

Amstetten und Winklarn ist im Februar Schauplatz der Stocksport-Europameisterschaft in der Jugend- und Juniorenklasse sowie bei den Weitenschützen. Über 220 Athleten und deren Betreuer aus insgesamt zehn Ländern sind im Mostviertel zu Gast. Über 8.000 Besucher strömen an den vier Tagen zu den Wettkämpfen, alleine 2.000 verfolgen das Weitenfinale in Winklarn, das für die Heimischen erfolgreich verläuft.

Lokalmatador Markus Weichinger landet im Einzelbewerb auf Platz sechs, das österreichische Team holt sich mit 15 Metern Vorsprung auf Deutschland Gold. David Dultinger und Florian Krendl tragen zur Team-Silbermedaille in der U19 bei, Patrick Dultinger in der U23.

Bei den Zielbewerben holt der Wanger Patrick Solböck für Österreich die Kohlen aus dem Feuer: Silber in der U19, Gold mit der Mannschaft.


Mit Rapid mitgehalten

Der SKU Amstetten darf sich heuer über einige Erfolge freuen. Zum einen beenden die Amstettner die Regionalliga-Saison 2014/15 auf Rang drei. Zum anderen bieten die Mostviertler im ÖFB-Samsung Cup eine hervorragende Leistung.

In der zweiten Runde fordern sie im strömenden Regen den haushohen Favoriten Rapid Wien bis zum Elfmeterschießen und bringen den Riesen ins Wanken. Zum tragischen Held dieser Partie avanciert Patrick Lachmayr. Gerade der beste Amstettner an diesem Tag verschießt – wie auch Mario Holzer – einen Elfmeter und fixiert damit den Aufstieg der Wiener in die nächste Runde.