Euratsfeld

Erstellt am 17. August 2016, 02:36

von Ingrid Vogl

Quer über die Alpen. Christian Gangl (LCU Euratsfeld) lief beim Alpen X 100 als bester Österreicher auf den dritten Gesamtrang und gewann seine Klasse. Bruder Thomas gab nach 84 Kilometern auf.

Besondere Herausforderung. Thomas und Christian Gangl (v.l.n.r.) starteten beim Alpen X 100, einem Ultralauf über die Alpen von Steinach am Brenner nach Brixen in Südtirol. Foto: privat  |  privat

Von Steinach am Brenner nach Brixen in Südtirol. 102 Kilometer und 6.600 Höhenmeter im alpinen Gelände. Und das nonstop. So lässt sich der Alpen X 100 kurz und bündig zusammenfassen. Eine besondere Herausforderung für jeden Läufer, der sich mit Christian und Thomas Gangl auch zwei Mostviertler stellten.

Dass sie sich einen besonders schwierigen Bewerb ausgesucht hatten, wurde den beiden relativ schnell klar. „Ich habe diesen Lauf vollkommen unterschätzt, der war sowas von abartig schwer. Ewig lange Anstiege, ständig nur auf Schotterrinnen oder Felsplatten unterwegs und schwere Kletterungen, wo das Laufen einfach nicht möglich war“, schildert Christian Gangl die Rahmenbedingungen dieser Alpenüberquerung.

Wie fordernd die Streckenführung war, zeigt die Tatsache, dass Gangl für das Teilstück von Kilometer 80 bis 90 dreieinhalb Stunden benötigte. Der für den LCU Euratsfeld laufende Neuhofner finishte letztendlich in 16:27 Stunden als Gesamtdritter. Geschlagen nur von zwei Profisportlern – unter anderem dem aktuellen Weltrekordhalter im Double Ultratriathlon und dreifachen Weltmeister im Double Ironman: Adrian Brennwald aus der Schweiz. Seine Altersklasse gewann Gangl souverän. Dem Zweitplatzierten nahm er 1:10 Stunden ab.

„Das ist der größte Erfolg in meinem Läuferdasein“, jubelte Christian Gangl, der während des Bewerbs ein Wellental der Gefühle durchlief. „Ich hab gelacht, ich hab geweint und ich dachte, du bist der größte Volltrottel. Aber genau wegen diesen Emotionen würde ich sofort wieder laufen“, hat Gangl die Strapazen des Ultralaufs bereits wieder abgehakt.

Nicht ganz so gut erging es seinem Bruder Thomas Gangl, der den Bewerb nicht zu Ende laufen konnte. Er hatte mit Kreislaufproblemen zu kämpfen und war auf der Strecke sogar kurz kollabiert. Bei Kilometer 84 zog Thomas Gangl dann die Notbremse und gab auf. Bis dahin hatte sich der Winklarner aber ausgezeichnet geschlagen und lag auf Rang sechs der Gesamtwertung.