Wallsee-Sindelburg

Erstellt am 11. Juli 2016, 08:11

Hitzeschlacht ging an die Favoriten. Nikolaus Wihlidal und Lisa Hütthaler triumphierten in der brütenden Hitze von Wallsee. Victoria Schenk auf Platz zwei.

Ingrid Vogl

Temperaturen jenseits der 30 Grad sorgten am Sonntag für ein im wahrsten Sinne des Wortes heißes Triathlon-Spektakel in Wallsee. Große Überraschungen blieben aus, spannende Positionskämpfe aber nicht.

Eine Ausnahme war dabei die Entscheidung um den Tagessieg bei den Damen. Zu stark präsentierte sich nämlich Profi-Triathletin Lisa Hütthaler. Obwohl die Wr. Neustädterin erst ihren zweiten Wettkampf nach eineinhalbjähriger Zwangspause absolvierte, schwamm und radelte sie ihren Konkurrentinnen auf und davon.

„ Nach der langen Verletzungspause geht es nur step by step“

Lisa Hütthaler

Nach dem Schwimmen betrug ihr Vorsprung eineinhalb Minuten, nach dem Radfahren bereits sieben. Dass sie beim Laufen sichtlich die Kräfte verließen, änderte nichts mehr am souveränen Sieg. Hütthaler rettete drei Minuten ins Ziel.

„Ich bin total zufrieden. Nach der langen Verletzungspause geht es nur step by step. Schwimmen und Radfahren funktioniert ohne Probleme, fürs Laufen fehlt noch die Fitness“, erklärte die überlegene Siegerin.

Nach fünf Operationen in knapp einem Jahr fehlt aber auch noch der gewohnte Bewegungsablauf beim Laufen. „Bei beiden Füßen wurde ich an der Plantarfaszie operiert. Ein Fuß ist taub. Er ist zwar voll funktionstüchtig, aber ich spüre auf der Fußsohle nichts“, verriet Hütthaler ihre Leidensgeschichte.

Starke Vorstellung trotz Knieschmerzen

Verletzungssorgen plagten zuletzt auch Victoria Schenk. Unerklärliche Schmerzen im Knie gefährdeten sogar ihren Start in Wallsee. Umso erfreulicher war daher Schenks Leistung, die ihr wie im Vorjahr Rang zwei einbrachte. Die Ybbstalerin wechselte als Siebente aufs Rad, fand auf der Radstrecke aber sehr schnell den Anschluss an ihre Konkurrentinnen und lag am Ende der ersten Radrunde bereits auf Rang zwei.

Auf der Laufstrecke zündete sie dann so richtig den Turbo. Dank der mit Abstand schnellsten Laufzeit bei den Damen schmolz ihr Rückstand auf Lisa Hütthaler und wuchs ihr Vorsprung auf Vorjahressiegerin Simone Fürnkranz. „Ich habe nicht geglaubt, dass es so gut geht, aber die ersten zwei Laufrunden waren sensationell“, freute sich Schenk vor allem über ihren Laufsplit.

Die Laufleistung war es auch, die bei den Herren die Entscheidung zugunsten von Nikolaus Wihlidal brachte. Die schnellste Schwimmzeit und die schnellste Radzeit hievten über weite Strecken des Rennens nämlich Stefan Hehenwarter an die Spitze des Feldes.

Das änderte sich erst zu Beginn der letzten Laufrunde. „Da habe ich bemerkt, dass Stefan ein wenig zu schwächeln beginnt. Ich habe dann versucht, Tempo zu machen, um ihn mental zu brechen. Auf einen Sprint hätte ich es heute nicht gerne hinauslaufen lassen wollen“, schilderte Sieger Wihlidal die entscheidende Phase des Wettkampfes.

Hehenwarter, der in Wallsee bereits zweimal Platz drei belegte, hatte Wihlidals Angriff eigentlich schon früher erwartet. „Ich bin davon ausgegangen, dass Niko am Rad schon kommt und wir zu zweit wegfahren können. Aber er ist die ganze Zeit nicht dahergekommen“, wunderte sich Hehenwarter. Mit Platz zwei und somit seiner besten Platzierung in Wallsee war er dennoch zufrieden. Mit einer gleichmäßig starken Vorstellung in allen drei Disziplinen sicherte sich Johann Grundbichler Rang drei.

Mehr als 200 Athleten waren am Tag vor dem Mostiman beim Supaman über die Sprintdistanz im Einsatz. Lokalmatador Christian Bruckner landete dabei eine Woche vor seinem Start beim Ironman in Roth hinter Gabriel Wurm auf Platz zwei. Bei den Damen ging der Sieg an Carolina Sandhofer.