Wallsee-Sindelburg

Erstellt am 18. Oktober 2016, 02:47

von Ingrid Vogl

Christian Bruckner in Hawaii: „Eine Schule der Demut“. Der Wallseer Berufsfeuerwehrmann Christian Bruckner stellte sich dem Abenteuer Hawaii und belegte bei der Ironman-Weltmeisterschaft den 91. Platz in seiner Altersklasse.

Abenteuer Hawaii. Christian Bruckner (li.) und Teamkollege Christian Auer finishten bei der Ironman-WM in einer Zeit unter zehn Stunden.  |  NOEN, privat

300 Kilometer im Schwimmbecken, 10.000 Kilometer am Rad und 1.900 Kilometer auf der Laufstrecke. So lassen sich die Distanzen, die Christian Bruckner in den vergangenen elf Monaten als Vorbereitung auf den Ironman Hawaii zurücklegte, zusammenfassen. Seitenwind und Hitze – beides typisch für Hawaii – versuchte er in der Heimat ebenfalls zu imitieren. „Ich habe mit einem Heizstrahler neben dem Laufband trainiert“, wollte Bruckner für den Tag X gewappnet sein.

Und der Ironman Hawaii präsentierte sich dann von seiner erbarmungslosen Seite: Mit 24 Grad beim Startschuss um 6:25 Uhr früh die höchsten Temperaturen der Rennwoche, starker Wellengang, extremer Seitenwind am Rad und 82 Prozent Luftfeuchtigkeit beim Laufen. Christian Bruckner zeigte trotz der schwierigen Bedingungen eine starke Leistung. In 1:02:01 Stunden kämpfte er sich durch den 26 Grad warmen Pazifik. „Ein Haifischbecken. Es wurde getreten und geschlagen“, fasste der Wallseer die 3,8 Schwimmkilometer zusammen.

Auf den 180 Kilometern am Rad hatte der Mostviertler schwer zu kämpfen und musste an seine physischen und psychischen Grenzen gehen. „Durch den starken und böigen Wind hatte ich oft das Gefühl zu stehen“, schilderte Bruckner seine Eindrücke vom Radsplit. Nach 5:21:29 Stunden im Sattel ging es auf den abschließenden Marathon.

Die 3:24:26 Stunden bis zur Ziellinie am Pier von Kona waren für Christian Bruckner eine Gratwanderung: „Die Höhen und Tiefen, die ich während des Laufens durchlebt habe, waren extrem. Ich habe versucht, die Schmerzen zu vergessen und der sengenden Hitze zu widerstehen.“ Am Ende belegte er in 9:55:24 Stunden Platz 91 in seiner Altersklasse (M35-39) und den 405. Gesamtrang.

Nach dem Rennen kamen die Emotionen dann so richtig hoch. „Es war nicht nur mein härtestes Rennen, sondern auch eine Schule der Demut“, erklärte Bruckner. Ob er sich die Qualifikation für Hawaii noch einmal zum Ziel setzen wird, ließ Christian Bruckner offen. „Momentan sind die Schmerzen zu groß, um sagen zu können, ob ich mir die ganzen Mühen und Strapazen noch einmal antun möchte.“