Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:32

von Ingrid Vogl

VCA Amstetten eine Woche auf der Achterbahn. Vier Spiele in sieben Tagen hatten zwei Siege, zwei Niederlagen und einige Verletzungssorgen zur Folge.

Energieleistung. Nach überstandener Stirnhöhleneiterung und damit verbundener Trainingspause stand Ingmar Zipper (re.) sowohl in der AVL als auch tags darauf im Cup am Feld. Foto: Vogl  |  NOEN, Ingrid Vogl

MEVZA

Laibach war Anfang letzter Woche Schauplatz des ersten MEVZA-Turniers der neuen Saison. Der VCA traf dabei auf den slowenischen Champions League-Teilnehmer ACH Volley Ljubljana und Mladost Marina Kastela aus Kroatien.

Trainer Martin Kop musste gegen diese Kaliber mit zehn Mann auskommen. Libero Lukas Kreuziger blieb bundesheerbedingt in Amstetten, Markus Tröthann fällt mit Bandscheibenproblemen länger aus. In Laibach ereilte die Kop-Truppe dann gleich der nächste Schock.

Zuerst einmal musste Ingmar Zipper aufgrund einer Stirnhöhleneiterung mit Fieber passen und dann zog sich Außenangreifer Thomas Tröthann beim Einspielen noch eine Bänderverletzung im Knöchel zu. Der Saisonstart stand für die Am-stettner also unter keinem guten Stern.

Verletzungspech vor dem ersten Anpfiff

Mit den verbliebenen acht Spielern startete der VCA in die Partie gegen Laibach. Trotz aller negativer Vorzeichen entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Nach einem 20:25 im ersten Satz erspielten sich die Mostviertler im zweiten Durchgang sogar einen Satzball, konnten diesen aber nicht nützen.

Auch im dritten Satz setzte sich mit Laibach das routiniertere Team durch. „Es ist für so eine junge Mannschaft natürlich ein großer Schock, wenn ein wichtiger Spieler wie Thomas fehlt“, nahm Sportdirektor Micha Henschke auf die Verletzung von Thomas Tröthann Bezug. Für den Punktegaranten sprang Neuerwerbung Bartlomiej Gajdek in die Bresche. Der Pole war mit 19 Punkten Topscorer der Amstettner.

Nach der Auftaktniederlage grübelten Henschke und Trainer Martin Kop bis spät in die Nacht über die Taktik für das zweite Spiel gegen Kastela. Die beiden entschieden sich für eine Variante aus dem Jugendbereich und versuchten, die Kroaten mit zwei Aufspielern zu überraschen. Das gelang. „Eigentlich Harakiri, aber uns ist alles aufgegangen und Kastela hat seine Chancen nicht genützt“, freute sich Micha Henschke über den gelungenen Coup und das 3:0.

AUSTRIAN VOLLEY LEAGUE

Freude war dann wenige Tage später beim AVL-Auftakt gegen Graz ein Fremdwort. Die Mannschaft, bei der Ingmar Zipper ein Comeback feierte, ließ die nötige Einsatzfreude vermissen, die gezeigte Leistung bereitete dem Trainer daher alles andere als Freude. Im Gegenteil.

Sie trieb Martin Kop die Zornesröte ins Gesicht. „In der Kabine hat es dann gescheppert“, fasste Sportdirektor Micha Henschke die Reaktion des Trainers auf die klare 0:3-Niederlage zusammen.

„Gegen Graz kann man nur mit einer fitten Mannschaft und mit einer Topeinstellung gewinnen. Das war heute nicht der Fall“, sparte auch Henschke nicht mit Kritik an der Mannschaft. „Das war richtig schlimm“, fasste er die Partie zusammen.

AUSTRIAN VOLLEY CUP

Für die Amstettner galt es am Wochenende nicht nur die bittere Niederlage gegen Graz zu verdauen, sondern sich so schnell wie möglich auf die wichtige Cuppartie gegen Weiz vorzubereiten. Schließlich ist das Cupfinale eines der angepeilten Saisonziele. Und dem ist man am Sonntag einen Schritt näher gerückt.

„Das war eine Energieleistung. Die Mannschaft wollte unbedingt gewinnen und hat gezeigt, wie schnell sie Negativerlebnisse wegstecken kann“, fand Sportdirektor Micha Henschke diesmal nur lobende Worte für die Leistung des Teams.

„Zipper ist nach seiner Krankheit eingegangen“

Die Gäste starteten in der kleinen Weizer Halle optimal und gingen mit 2:0 in Sätzen in Führung. Danach machten es die Hausherren aber noch einmal spannend. Sie kämpften sich in die Partie zurück, während bei einigen Amstettnern sichtlich die Kräfte nachließen.

„Ingmar Zipper ist nach seiner Krankheit eingegangen und wir hatten keine Wechselmöglichkeiten mehr“, wusste Henschke den Grund, warum die Entscheidung erst im fünften Satz fiel. Da hatten die Amstettner mit 16:14 das bessere Ende für sich.

Verantwortlich dafür zeichneten mit Lukas Scheucher (18) und Stephan Langwieser (16) zwei Teenager. Scheucher kam in seinem dritten Spiel für den VCA auf der dritten Position zum Einsatz und schoss sich als Diagonalangreifer mit 25 Punkten zum Topscorer der Partie. Libero Langwieser verteidigte im fünften Satz zwei entscheidende Bälle und verhalf dem VCA somit zum Einzug ins Viertelfinale.