Erstellt am 02. Februar 2016, 03:33

von NÖN Redaktion

WRC-Raketen bei der ÖM. Mit der Freigabe der World Rallye Car-Autos durch die Oberste Sportkommision ist die Meisterschaft in der Königsklasse angelangt und wird spektakulärer denn je.

Fahrerfrage. Wer hinter dem Lenkrad dieses WRC-Kraftpaketes, das über ein sequenzielles Sechsganggetriebe verfügt, sitzen wird, entscheidet sich für Martin Zellhofer in dieser Woche. Fotos: Kovacs  |  NOEN, Kovacs

Die World Rallye Cars, die Königsklasse, bei den Läufen der Weltmeisterschaft hautnah zu erleben, ihren unverkennbaren Sound zu hören, diese Möglichkeit bietet sich heuer den Rallye Fans bei den Meisterschaftsläufen. Es wird mehr als nur ein Raunen durch die Massen der Zuseher gehen, es wird zu Begeisterungsstürmen kommen.

„Es wird Zeit, dass es in der Meisterschaft zu einer Wachablöse kommt,“ erklärt Martin Zellhofer. Um den Abonnementmeister Raimund Baumschlager vom Thron zu stoßen, importierte der ZM Racing Teamchef von einem Rennsportteam aus Holland, das sehr gute Referenzen hat, den Ford Fiesta, den der Schwede Henning Solberg fuhr. „Es war nicht nur das Optische, das mich überzeugte, sondern auch das Gesamtpaket, die festgehaltenen Aufzeichnungen und die Wartungspläne.“

Erfahrung aus S2000- Einsatz kommt zugute

Das ZMR-Team sammelte mit dem Ford S2000 viel Erfahrung. Die Daten des Fahrwerks, die Achs- und Getriebekomponenten betreffend, sind mit dem WRC-Auto ident.

Mit einer Grundabstimmung, die bis zu 90 Prozent die Verhältnisse abdecken soll, wird bei der Rebenland Rallye am 18./19. März begonnen. Wie weit diese Abstimmung einer Änderung bedarf, entscheidet sich beim ersten Servicehalt, nach der Absprache zwischen Fahrer, Teamchef und Mechaniker.

Mit dem 1,6 Liter Turbo Motor, der 350 PS liefert, in vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, bei dem der Drehzahlbegrenzer bei 8000 Umdrehungen einsetzt, werden die Sonderprüfungen eine Herausforderung für den Fahrer und für die Mechaniker.

Der Motor bringt mehr Leistung, der Wagen ist dadurch leichter zu fahren, aber Vorsicht: mit der Geschwindigkeit, vor allem mit der Kurvengeschwindigkeit und dem Herausbeschleunigen aus den Kurven, muss umgegangen werden können.

Nachdem der Sieg nur über das Allradauto führt, muss der Fahrer ein sehr großes fahrerisches Potenzial und allerbeste Kondition mitbringen, denn nur dann kann der Wagen so bewegt werden, wie es erforderlich ist. „Wir wollen heuer den Meistertitel einfahren. Ein hochgestecktes aber machbares Ziel.“

Jeder gefahrene Meter wird aufgezeichnet

Die Telemetrie zeichnet jeden gefahrenen Sonderprüfungsmeter auf. Aus den Daten ist ersichtlich, ob die vorgegebenen Parameter unter- oder überschritten werden. Die Abweichungen kündigen einen Fehler, zum Beispiel bei der Lichtmaschine oder beim Turbo, an.

Der Fahrer wird vorbeugend davon informiert, die Servicestelle bereitet für den Austausch alles vor. Auch der Wartungsplan richtet sich nach den Aufzeichnungen.

Der Ford war kaum in die Werkstätte gerollt, schon wurde er in die Bestandteile zerlegt. Es gab nichts, was nicht unter die Lupe genommen wurde. Jede Schraube, jede Leitung, jeder Kabelstrang wurde geprüft, wenn erforderlich erneuert. Der Focus ist rennfertig. Eine professionelle Arbeit wurde geleistet.