Erstellt am 25. September 2015, 12:05

von Wolfgang Wallner und Johannes Wiesmann

Altenmarkt droht das Aus. Obmann Christian Wurmetzberger zieht sich zurück. Ob es einen Nachfolger gibt, ist unklar.

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Er hat es schon anklingen lassen, jetzt ist es fix: Bei der Generalversammlung der SKV-Männer am Mittwoch will sich Obmann Christian Wurmetzberger samt Familie, die den Laden bislang quasi in Eigenregie „geschupft“ hatte, zurückziehen.

Nach knapp drei Jahren reichts dem Obmann. „Angefühlt hat sich’s wie zehn Jahre. Wir alle haben viel Zeit und Geld investiert.“ Dazu sei man nicht mehr bereit. „Es geht unheimlich viel Zeit für den Fußball drauf, irgendwann will man wieder auf sich schauen, mehr Freizeit haben.“

Bereits im Winter 2012 war der Männerfußball in Altenmarkt auf der Kippe gestanden. Damals hatte sich Bürgermeister Josef Balber eingeschaltet und Trainer Josef Schöny als Feuerwehrmann geholt. Mit Peter Opelka wurde im April 2012 ein (Kurzzeit-) Obmann gefunden, ehe die Familie Wurmetzberger übernahm. Von der sportlichen Leitung über die Kantine bis hin zum Trainerposten war alles fest in Familienhand. Nun wird sich auch Günther Wurmetzberger als Übungsleiter zurückziehen, André Luef den Schriftführerposten zur Verfügung stellen.

Keine Zwischenlösung mit Wurmetzbergers

Würde Obmann Wurmetzberger bleiben, bis sich ein neues Team findet? „Nein, das schließ‘ ich aus. Ich gehe davon aus, dass das Match am Sonntag gegen Blumau mein Letztes war“, sagt der 29-Jährige. „Ohne Unterstützung aus dem Ort ist’s schwer. Es ist Spielermaterial da, der Verein ist schuldenfrei. Uns kann man nichts nachsagen.“ Sollte die „Erste“ tatsächlich mit dem Spielbetrieb aussetzen, wäre das eine Premiere in 20 Jahren Liga-Historie. Nicht aber in Altenmarkt: Dort gab‘s schon einmal nach vier Jahren Pause einen Neustart. Ob das noch mal klappen würde, ist fraglich.

Der Nachwuchs wäre nicht betroffen. „Die Frauen würden in dem Fall die Jugend übernehmen“, meint Otto Saran, Team-Manager der (eigenständigen) Altenmarkter Frauen.

Schon vor der Übernahme der Familie Wurmetzberger hatte der Verein und dessen Vorstände immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Für Christian Wurmetzberger ist klar: „Das liegt an der fehlenden Unterstützung der Gemeinde. Wir haben, seit wir hier begonnen haben, keinen Cent von der Politik gesehen.“

Triestingtal-Gruppenobmann Robert Knollmüller, hofft trotzdem noch auf Unterstützung aus der Politik, im Speziellen von Bürgermeister Josef Balber. „Ich glaube nicht, dass ein Ortschef, der gleichzeitig auch Landtagsabgeordneter ist, in so einer Situation nicht hilft.“

Die Einstellung des Spielbetriebs in Altenmarkt hätte natürlich auch Folgen für die Abwicklung der 2. Klasse Triestingtal. Tritt dieser „absolute worst case“ ein, würde bis zum Saisonende jedes Spiel mit 0:3 gewertet werden, erklärt Knollmüller.privat