Erstellt am 05. April 2016, 04:24

Farce beim Meister. Traiskirchens Basketballer mussten am Samstag in Güssing antreten. Obwohl die Burgenländer insolvent sind.

Baketball  |  NOEN, Pixabay

Die Siegesserie der Traiskirchen Lions ist gerissen. Bei den Güssing Knights setzte es eine klare 45:63-Niederlage. Dass die Partie aber überhaupt stattgefunden hat, ist durchaus fragwürdig. Denn vergangene Woche wurde ein Insolvenzverfahren über die Knights eröffnet. Laut Bundesliga-Statuten hätte das eigentlich den sofortigen Lizenzentzug nach sich ziehen müssen. „Das hat die Liga zumindest wochenlang so kommuniziert“, erklärt Lions-Boss Helmut Niederhofer, der das Vorgehen der Verantwortlichen überhaupt nicht verstehen kann.

ABL-Präsident Karl Schweitzer gewehrte den Güssingern eine siebentätige Frist, in der sie zur aktuellen Situation Stellung nehmen können. So lange hat Masseverwalter Michael Lentsch also Zeit, um sich einen Überblick über die Finanzlage zu verschaffen. Und womöglich einen Nachweis zu bringen, dass der Spielbetrieb doch weiter geführt werden kann. „Sollte dieser Nachweis nicht innerhalb der Frist erbracht werden, ist die Lizenz endgültig zu entziehen“, so Schweitzer.

Traiskirchen protestiert vor und nach dem Spiel

Niederhofer wollte das nicht auf sich sitzen lassen, blitzte bei der Liga aber mit einer offiziellen Bitte um Spielverschiebung ab. Auch nach Spielende legte er gegen die Wertung Protest ein: „Wir sind der Meinung, dass dieses Spiel nicht stattfinden hätte dürfen. Es ist unglaublich, was hier im Moment passiert. Das gehört aufgezeigt.“

Dass die Leistung beim Meister alles andere als zufriedenstellend war, führt der Obmann auf die Situation zurück. Zumindest teilweise: „Die Spieler bekommen das natürlich mit. Und es ist schwer, alles zu geben, wenn man im Hinterkopf hat, dass dieses Spiel in ein paar Tagen womöglich annulliert wird.“

Das würde nämlich passieren, wenn den Güssingern die Lizenz entzogen wird und sie aus der Liga ausscheiden. Entscheidet die Bundesliga aber doch anders und die Knights dürfen die Saison fertigspielen, würde es wohl zu einem wirklichen „Beben“ innerhalb der Liga kommen.

„Man muss sich eben an Regeln halten. Die Spieler, die Vereine und auch die Liga. Die Statuten sind in diesem Fall unmissverständlich“, übt Niederhofer Druck auf die Liga aus.