Erstellt am 16. Mai 2017, 04:08

von Alexander Wastl

Paukenschlag bei Lions. Lions-Urgestein Helmut Niederhofer verlässt den Verein nach 46 Jahren. Wie es jetzt bei Traiskirchen jetzt weitergeht, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Time to say Goodbye. Helmut Niederhofer (r.) prägte die Traiskirchen Lions über Jahrzehnte. Nun ist Schluss.  |  Michalski

Es ist ein mittelschweres bis großes Erdbeben in Österreichs Basketballwelt: Helmut Niederhofer verlässt nach über 46 Jahren seinen Herzensklub – die Traiskirchen Lions.

Nachdem Niederhofer im Vorjahr nach jahrelanger Tätigkeit sein Obmann-Amt niederlegte, ist jetzt auch als Sportdirektor Schluss. „Man muss den Leuten, die die wirtschaftliche Verantwortung haben, freie Hand geben“, begründete Niederhofer seine Entscheidung, „das ist bei beiden Seiten in letzter Zeit so gegärt.“ Die Meinungsverschiedenheiten dürften größer geworden sein, Niederhofer wollte einen Schlussstrich ziehen „bevor es kracht.“ Böses Blut hat der Lions-Macher aber nicht: „Ich will mich nicht im bösen scheiden, bleibe ein Löwe.“ Spurlos geht die Trennung am 61-Jährigen freilich nicht vorbei: „Das ist mein Baby, mein Kind. Das gibt man natürlich ungern her.“

Wie es mit dem langjährigen Funktionär weitergeht, steht noch in den Sternen. Niederhofer ist aufgrund seines Know-Hows ein gefragter Mann. Jetzt heißt es aber erst einmal Abstand gewinnen. „Ich bin natürlich etwas müde durch die vielen Jahre an Arbeit. Ob es das schon gewesen ist, weiß ich nicht. Ich lasse das locker auf mich zukommen, werde mich aber nirgends aktiv einbringen“, lässt Niederhofer wissen.

Auch bei Traiskirchen weiß man noch nicht so recht, wie es weitergeht. Obmann Ernst Nemeth zur Trennung: „Niederhofer hat den Stil des Vereins über viele Jahre geprägt. Es ist jetzt an der Zeit, über neue Dinge nachzudenken und neue Ideen zu entwickeln.“ Erst in den nächsten Wochen werde es Entscheidungen geben. Die wesentlichen Fragen lauten da: Wer wird Sportdirektor? Bleibt Luigi Gresta Trainer? Und mit welchen Spielern wird man weitermachen? „Es steht alles zur Disposition“, so Nemeth. In der aktuellen Saison sah man sich auch ein wenig vom Pech verfolgt. Nemeth: „Ohne den vielen Verletzungen wäre sicher eine bessere Platzierung möglich gewesen.“