Erstellt am 03. April 2017, 08:49

von APA Red

Auböck holt sich in Uni-Rennen Rüstzeug für Budapest-WM. Der Niederösterreicher Felix Auböck hat intensive vier Wochen hinter und vor sich. Die vergangenen waren schwimmerisch fordernd, und erfolgreich.

Felix Auböck  |  APA

Für die University of Michigan streifte er Siege und Topzeiten ein. Das Uni-Jahr an sich endet erst in einem Monat. Zur stressigen Zeit in den Hörsälen, vor den Lehrbüchern und bei den Prüfungen gesellt sich aber zumindest keine Wettkampfbelastung mehr.

Die hat er vorerst hinter sich. Zu Conference-Finals-Titeln über 500 und 1.650 Yards Kraul kamen bei den NCAA-Finals über diese Strecken die Ränge drei und zwei, über 200 Yards Platz zehn. "Big-Ten-Schwimmer" und "Freshman" des Jahres waren hohe Auszeichnungen, auch die Michigan-Uni wird ihn ehren. "Das ist verrückt", sagte Auböck der APA - Austria Presse Agentur. "Das hätte ich mir zu Jahresbeginn nie gedacht."

Dabei kommt das Hauptsaisonziel des 20-Jährigen mit der Budapest-WM erst Ende Juli. "Für das trainiere ich, um dort ein Finale zu erreichen", meinte Auböck. Was dann möglich sein könnte, weiß er nicht. Zuletzt hat er sich jedenfalls die Basis zur Konkurrenzfähigkeit geschaffen. "Die vergangenen Rennen waren genau die richtigen für solche Erfahrungen. Das waren Finalläufe gegen Leute, die bei Olympia Gold geholt haben."

"Mit Analysen ein halbes Jahr darauf vorbereitet"

Für eine eventuelle Endlauf-Teilnahme in Ungarns Hauptstadt sieht sich Auböck gerüstet, das bestätigte ihm ein Langbahn-Auftritt am vergangenen Freitag mehr als erwartet. Bei einem Meeting in Indianapolis blieb er im Vorlauf über 200 m Kraul mit 1:47,45 nur 21/100 über seinem OSV-Rekord von Rio. "Da hatte ich mich mit Analysen ein halbes Jahr darauf vorbereitet. Jetzt schwimme ich das nach vier Wochen großer Belastung."

Die Verblüffung des ehemaligen Wahl-Berliners über diese Leistung wurde noch verstärkt, da er die Zeit am frühen Vormittag geschafft hat. Noch dazu war es sein erstes Langbahn-Rennen seit den Spielen bzw. siebeneinhalb Monaten. Auböck: "Ich habe aber auch gemerkt, wie ich mich durch die Monate auf der Yards-Kurzbahn bei den Wenden und in der Unterwasserphase verbessert habe."

Der OSV-Rekord wäre im Finale wohl gefallen. Doch der EM-Vierte von London 2016 über 400 m Kraul begnügte sich mit dem geschafften WM-Limit und fuhr umgehend zurück nach Ann Arbor. Dort nimmt er nach ein paar Tagen Pause Mitte der Woche sein WM-Training auf, ab sofort auf der Langbahn mit seinem Michigan-Coach Mike Bottom. Erst am 10. Juli wird Auböck zurück nach Österreich kommen.

Die WM-Beckenbewerbe beginnen grundsätzlich und auch für Auböck am 23. Juli, über 400 m Kraul hat er gute Chancen. Fixpunkt sind auch die 1.500 m Kraul am finalen WM-Wochenende. Dazwischen kreuzen sich 200 und 800 m Kraul zeitlich ein wenig. Auböck ist da noch unentschlossen: "Die 800 m wären für mich eine Superstrecke. Aber die 200 m sind olympisch." Entscheiden will er erst nach den Trainingseindrücken.

Zur Formüberprüfung Richtung WM hat Österreichs derzeit führender Schwimmer den Event der "Pro Swim Series" vom 4. bis 7. Mai in Atlanta eingeplant. Da wird es gegen starke Konkurrenz gehen. "Danach werden wir noch zwei, drei kleinere Wettkämpfe schwimmen." Gesellschaft bis Juli werden ihm beim Training rund 25 Athleten leisten. Einige davon bereiten sich auf die US-WM-Trials ab 27. Juni in Indianapolis vor.