Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:07

von Raimund Novak

11.500km Radtour durch Afrikas Wüsten. In 40 Tagen von Kairo bis Kapstadt – auf Michael Strasser warten beim Soloprojekt Sandstürme und Monsunregen.

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Wie viele Kilometer Michael Strasser in seinem Leben per Rad bereits zurückgelegt hat weiß er nicht genau, nur so viel: "Im Jahr komme ich circa auf 20. 000km.“ Schwimm- und Laufeinheiten sind dabei noch nicht miteinberechnet.

Komplette Tour durch Afrika

Nun plant er mit einer 11.500km langen Tour quer durch ganz Afrika seinen nächsten großen Coup. Der 32-Jährige, der zwei Mal die Woche seine Heimatgemeinde Trautmannsdorf besucht, war kürzlich beim Kongress der Weltreisenden in Moskau eingeladen, wo er neben seinen Erfahrungen beim Race Across Russia auch über die geplante Tour in Afrika berichtete. Diese führt ihm von Kairo in Ägypten durch Länder wie Äthiopien, Tansania und Botswana bis in das südafrikanische Kapstadt. Strasser wird im Februar des nächsten Jahres gemeinsam mit einer Ärztin und einem Kameramann unterwegs sein und auch Länder durchqueren, die derzeit als politische Unruheherde gelten, wie Ägypten, Sudan und Kenia.

Keine Angst vor Streckenabschnitten

Angst bereiten ihm diese Streckenabschnitte nicht, aber: „Wir werden jeden Tag mit anderen Problemen konfrontiert sein. In manchen gefährlichen Regionen werden wir uns trennen und die Sponsorenaufkleber vom Fahrzeug entfernen.“ Um möglichst unauffällig zu wirken, wurde sogar ein zwanzig Jahre alter Bus angekauft. Geschlafen wird im Bus, auf eine Dusche wird Strasser in den 40 Tagen verzichten. „Die afrikanische Dusche bedeutet zwei Liter Wasser über den Kopf.“

Auf dem Weg nach Kapstadt wird Strasser nicht nur verschiedene Kulturen kennenlernen, sondern auch die Naturgewalten, die auf dem Kontinenten vorherrschen. Monsunregen, Sandstürme, Trockenheit und starke Hitze stehen auf dem Wetterradar. „Vor allem in der Wüste Sudans wird es extrem heiß sein. Die größte Herausforderung sind die 320 Kilometer, die ich pro Tag zurücklegen muss, größtenteils auf einer Sandpiste. Wir haben außerdem einen Anhänger, der aufgrund der fehlenden Infrastruktur mit Wasser und Sprit beladen ist.“

Als „Cairo2Cape“ soll dieses Soloprojekt einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde schaffen. Der bisherige Weltrekord des Schotten Mark Beaumont liegt bei 40 Tagen und zehn Stunden.