Erstellt am 31. März 2016, 05:24

von Raimund Novak

Schonfrist vorbei: Sokol-Ära beendet. Schwechats Hauptverein trennte sich von SV Sokol und plant für die ortsansässigen Mädchen eine eigene Sektion.

Die Zeichen standen schon seit langer Zeit auf Abschied -  nun koppelt sich der Hauptverein SV Schwechat vom Zweigverein SV Sokol endgültig ab. Klubobmann Karl Hanzl muss nun ohne der Finanzspritze aus Schwechat den Verein neu aufstellen.

„Er hat den Wiener Verein mit Subventionen aus Schwechat aufgepäppelt. Viele andere Sportvereine waren schon extrem sauer, dass so viel Geld in den Volleyballverein geflossen ist“, spricht SVS-Obmann Johann Gloggnitzer unter anderem Zahlungen für Trainerstab, Hallenmiete und Autobusse an, die jährlich 130.000 Euro ausmachten. „Für einen Sport, der international nicht wirklich wahrgenommen wird, ist hier keine Nachhaltigkeit gegeben. Noch dazu sind lediglich 15 Prozent der 127 Mitglieder in Schwechat ansässig.“ Im Vergleich: Im Hauptverein SV Schwechat haben 50 Prozent ihren Hauptwohnsitz in Schwechat, bei anderen Zweigvereinen sind es rund ein Drittel der Mitglieder.

„Unmut der Eltern ist verständlich“

Diese Tatsachen möchte der SVS-Vorstand auch den Eltern näherbringen, denn die waren nach der Entscheidung natürlich sehr aufgebracht.

Schon im Vorjahr starteten die besorgten Eltern einen Aufruf, um den Volleyball in der bisherigen Form zu erhalten (NÖN berichtete). Vor wenigen Tagen wurden sie von den SVS-Vorstandsmitgliedern aufgeklärt und erhielten auch einen Einblick über die Zukunftspläne des Hauptvereins. So soll eine eigene Sektion für Spielerinnen aus Schwechat entstehen, die von Ella Raiber (dreifache Europacupsiegerin und aktuelle Trainerin von Union West Wien) betreut wird. „Die Spielerinnen bekamen das Angebot, zu uns zu wechseln. In den nächsten Wochen wissen wir mehr“, so Gloggnitzer über mögliche Mannschaftsgründungen.

Bei der SVS gekündigt wurde Peter Eichstädt, der seit Jahren als Volleyballmanager fungierte. „Warum ein erfolgreiches Modell abgelehnt wird, obwohl der Anteil der Schwechater in den letzten Jahren gestiegen ist, muss ein anderer erklären. Wir werden trotzdem als einziger nicht subventionierter Verein in Schwechat bleiben“, lautet die „Kampfansage“ von Eichstädt, dessen Vertrag Ende Juni dieses Jahres endet.