Erstellt am 05. Dezember 2017, 04:20

von Armin Grasberger

Wieselburger überquerte in Passagierballon die Alpen. Andreas Simoner hat sich einen Traum erfüllt. Der Wieselburger überquerte in seinem Passagierballon „Black Shadow“ die Alpen. Von Bayern nach Italien in vier Stunden.

Atemberaubend. Auf der Reise von Bayern nach Italien folgte ein Traum-Panorama nach dem anderen. Nachdem Andreas Simoner und Co. den Alpenhauptkamm hinter sich gelassen hatten, begleitete sie die Wintersonne bis zum Zielort in der Lagune von Venedig. Rechts unter dem Ballon: Die berühmten Drei Zinnen.  |  NOEN

Der kathargische Feldherr Hannibal hat es gemacht. 218 vor Christus. Er brauchte dafür 16 Tage. Andreas Simoner hat es ebenfalls getan. Am 27. November. Er benötigte dafür lediglich 4:20 Stunden. Wovon die Rede ist? Richtig: Von einer Alpenüberquerung.

Während Hannibal und Konsorten großteils zu Fuß unterwegs waren, fuhren Simoner und Co. mit dem Heißluftballon. Ein Abenteuer, das nur bei einer bestimmten Wetterlage möglich ist. Dem Nordföhn. „Dieser kommt nur drei bis vier Mal pro Winter vor“, erklärt der amtierende Landes- und Vize-Staatsmeister aus Wieselburg. „Dabei stauen sich die Wolken an der Alpennordseite. Ab dem Alpenhauptkamm herrscht dann herrlichstes Winterwetter.“

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Die Reise startete im dementsprechend wolkenverhangenen Tegernsee in Bayern. Um 8.10 Uhr morgens. Vier Stunden und 20 Minuten später landete die Reisegruppe im sonnigen Oderzo/Italien. „Wir wurden von der begeisterten und hilfreichen Bevölkerung sehr herzlich Empfangen“, freut sich Simoner. „Den Erfolg unserer Fahrt haben wir in einem extra für uns benachrichtigten Lokal landestypisch mit Pasta und Rotwein gefeiert.“

Neben Simoner waren noch Co-Pilot Andreas Ressl, Sponsor Hermann Stadler sowie die beiden Passagiere Conny und Roland Kölnberger aus Wien Teil der Besatzung des Passagierballons „Black Shadow“ von „Mostviertel Ballooning“.

Eindrücke für die Ewigkeit

Während seiner Reise wurde das Quintett mit Bilderbuchpanoramen geradezu verwöhnt. Die Route verlief über das Inntal und den Alpenhauptkamm, weiter ins wolkenlose Großvenedigergebiet, am Großglockner vorbei nach Südtirol. Über die Ski-Weltcuporte Gröden und Cortina D‘Ampezzo hinweg, weiter an den berühmten Drei Zinnen vorbei in Richtung der Lagune von Venedig.

Sollte diese Schilderung alleine noch nicht beeindruckend genug sein, hier einige Daten und Fakten. Insgesamt legte der Ballon eine Strecke von 278 Kilometern zurück. Die Höchstgeschwindigkeit betrug dabei 88 km/h. Maximale Reisehöhe: 5.678 Meter. Niedrigste Temperatur: Minus 26 Grad Celsius. Den wohl härtesten Job hatte allerdings Verfolger Leopold Simoner. Er reiste dem Quintett im Auto hinterher und musste innerhalb eines Tages 1.630 Kilometer zurücklegen.

Alles in allem war die Truppe 22 1/2 Stunden unterwegs. Wieselburg - Tegernsee - Oderzo - Wieselburg. Hannibal hingegen... Ach, lassen wir das. Für Andreas Simoner und seine Reisegruppe ein einmaliges Erlebnis. Unzählige Eindrücke für die Ewigkeit inklusive.