Erstellt am 17. August 2016, 05:00

von Armin Grasberger

ÖTSU Steinakirchen: Es rumort beträchtlich. Obmann Wolfgang Hobbiger hat nach dem Abschied der Mostviertel Bastards das Handtuch geworfen. Die Gründung eines neuen Zweigvereins steht im Raum.

Aus und vorbei. Die Mostviertel Bastards werden, wie bereits berichtet, ihre Heimspiele nicht mehr in Steinakirchen ausrichten. Ihr Abschied war ein Grund für den Rücktritt von Unions-Obmann Wolfgang Hobbiger.  |  privat

„Ich habe immer gesagt: Wenn die Bastards Steinakirchen verlassen müssen, werde ich mein Amt zurücklegen. Somit war mir nach den Ereignissen der letzten Wochen und Monate klar, was ich zu tun habe.“ Wolfgang Hobbiger ist nicht mehr Obmann der Union Steinakirchen. Der Zwist zwischen der Sektion Fußball und den Mostviertel Bastards hat ein prominentes Opfer gefordert.

Nachdem der Footballverein seine Zelte im Kleinen Erlauftal abgebrochen hat, zog Hobbiger einen Schlussstrich. „Es gibt zwei Gründe für meinen Rückzug“, erklärt der nunmehrige Ex-Obmann. „Erstens: Die Bastards wurden aus Steinakirchen hinausgebissen. Zweitens: In den letzten drei Jahren war an eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Sektion Fußball nicht mehr zu denken. Das hat ungemein viel Energie gekostet. Irgendwann war es mir dann einfach zu viel.“

„Solche Gelegenheiten bieten sich einem nicht oft im Leben. Meistens sogar nur ein Mal.“

Wolfgang Hobbiger, Ex-Obmann der Union Steinakirchen

Was Hobbiger besonders sauer aufstößt: „In den gemeinsamen Gremien der Union wurden sämtliche Beschlüsse einstimmig gefasst. Immer. Die Sektion Fußball hat sich dann aber selten an eben diese Beschlüsse gehalten und auf eigene Faust agiert. Über alle anderen Sektionen hinweg. So geht das doch nicht. Wir hätten in den Generalversammlungen über alles reden können. Dafür sind solche Versammlungen ja da. Aber ich kann nicht zu allem ja und Amen sagen, und dann völlig konträr dazu agieren. Einige Personen haben zwei komplett unterschiedliche Gesichter gezeigt.“

Wie geht es nun in der Union weiter?

Der Rücktritt ist nicht die einzige Konsequenz der Geschehnisse der letzten Monate. Robert Plank, seines Zeichens seit gut zwei Jahrzehnten Leiter der Steinakirchner Ski-Sektion, hat ebenfalls seinen Hut genommen. Und damit nicht genug. Sämtliche Sektionen der Union, außer Fußball, planen laut Hobbiger, sich zu einem neuen Zweigverein (unter dem Dach der Union) zusammenzuschließen.

Für die Allgemeinheit besonders ärgerlich: Steinakirchen steht aktuell ohne einen öffentlichen Sportplatz da. Der einstige Platz wurde ja bekanntlich vom REWE-Konzern gekauft, um dort eine Supermarktfiliale zu errichten. Das als Ersatz gedachte Areal wäre gleichzeitig der neue Trainingsplatz für die Bastards und Steinakirchens öffentlicher Sportplatz gewesen. „Die Gemeinden hätten zugesagt. Auch für die Übergangszeit hätte es eine Lösung gegeben. Alles wäre nach Plan verlaufen“, schildert Hobbiger. „Das Projekt ist jetzt aber tot.“

"Gab nie Probleme mit dem Platz"

In den Ausführungen von Wolfgang Hobbiger schwingt eine Menge Wehmut mit. Wehmut angesichts einer vertanen Chance. „Solche Gelegenheiten bieten sich einem nicht oft im Leben“, sinniert er. „Meistens sogar nur ein Mal. Die Sportunion folgt einem bestimmten Leitbild. Wenn das nicht mehr zeitgemäß ist, ist es unsere Aufgabe, es anzupassen. Mit der Eingliederung der Bastards hätten wir unser Angebot erweitert und ein weiteres Zugpferd in den Verein geholt.“ Die oftmals geäußerte Angst der Sektion Fußball um den Zustand des Grüns in Steinakirchen kann er nicht nachvollziehen.

„Die Bastards waren jetzt drei Jahre bei uns. Wie oft gab es da Probleme mit dem Platz? Nie. Es war sogar vertraglich festgehalten, dass, sollte es zu Schäden kommen, die Bastards dafür verantwortlich wären, diese zu beheben. Für uns gab es da kein Risiko. Eine Masterarbeit an der BOKU Wien (Universität für Bodenkultur, Anm. d. Red.) aus dem Jahr 2010 hat sich mit der Abnützung von Sportrasen im Fußball und Football beschäftigt. Da kam deutlich heraus, dass der Platz beim Fußball einseitiger belastet wird als beim Football. Die Verfasser der Studie plädieren ganz klar für einen möglichst breit gefächerten Betrieb, um einer einseitigen Abnützung vorzubeugen.“

Die Agenden des Obmanns übernimmt interimistisch Karl Becker. Im September soll ein Nachfolger bestimmt werden. Eines ist dem scheidenden Funktionär abschließend besonders wichtig: „Zu den Fußballspielern hatte ich immer ein gutes Verhältnis. Ich wünsche ihnen natürlich alles Gute und viel Erfolg für die kommende Saison.“