Erstellt am 23. August 2016, 02:54

von Sebastian Ressl und Armin Grasberger

Distelberger: „Olympia ist kein Wunschkonzert“. Dominik Distelbergers Olympiadebüt verlief durchaus gut. Zwei verpatzte Disziplinen verhinderten besseres Ergebnis.

Persönliche Bestleistung. Mit 61,93 Meter im Speerwurf ließ der Purgstaller Zehnkämpfer bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro aufhorchen. Schließlich reichte es zum 19. End-rang.  |  NOEN, APA

Der unangefochtene Star des Leichtathletik-Abends am Donnerstag war mit Sicherheit einmal mehr der Jamaikaner Usain Bolt, der im 200-Meter-Finale seine zweite Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro überlegen gewinnen konnte.

Doch auch ein österreichischer Sportler konnte an diesem Abend erhobenen Hauptes das Olympiastadion verlassen. Die Rede ist von Zehnkämpfer Dominik Distelberger.

„Hut ab vor der Leistung von Dominik“

Der Purgstaller, der erstmals bei den Olympischen Spielen am Start war, beendete den Zehnkampf am 19. Rang und war damit schließlich zufrieden: „Unterm Strich war es der drittbeste Zehnkampf meiner Karriere. Ich bin also durchaus zufrieden. Mir taugt es, dass ich es noch in die Top 20 geschafft habe“, erzählte Distelberger im NÖN-Telefonat direkt aus Rio am Sonntagabend.

Mit insgesamt 7.954 Punkten bleibt der Zehnkämpfer zwar hinter seinem Punktemaximum aus Götzis (8.175 Punkte), dennoch hat er den angestrebten Top-20-Platz erreicht. Walter Mittendorfer, Obmann von Distelbergers Heimverein, der Union Purgstall, war letztendlich auch voll des Lobes: „Hut ab vor der Leistung von Dominik. Diese Platzierung kann sich sehen lassen.“

Diskuswurf lief nicht nach Wunsch

Ein klein wenig ärgerte sich Distelberger über seinen verpatzten Diskuswurf und den ebenso verpatzten Hochsprung: „Hätte ich da meine gewohnten Leistungen abgerufen, wäre sicher noch mehr drinnen gewesen“, bilanzierte der Hochriesser, der jedoch im Speerwurf mit 61,83 Meter eine persönliche Bestleistung aufstellen konnte. Auch im 110-Meter-Hürdenlauf gelang ihm mit 14,39 Sekunden eine Saisonbestleistung. Und auch im abschließenden 1.500-Meter-Lauf konnte er noch einmal alles aus sicher herausholen und so den 19. Platz absichern.

Summa summarum muss man seiner Leistung, aufgrund der vielen Strapazen vor Ort, einen sehr hohen Stellenwert beimessen, immerhin reichte es für Distelberger von Mittwoch auf Donnerstag nur zu einer Stunde Schlaf. „Die Wege zwischen den Wettkampfstätten und unseren Unterkünften waren enorm. Außerdem habe ich so gut wie nicht schlafen können. Das war alles schon ziemlich zach.“

Zach findet Österreichs bester Leichtathlet auch die Diskussion um die vermeintlich schlechte Olympiabilanz. „Davon halte ich gar nichts“, ärgerte er sich. „Viele Favoriten sind im Laufe der Spiele auf der Strecke geblieben. Das zeigt das extrem hohe Niveau. Olympia ist eben kein Wunschkonzert.“