Erstellt am 11. April 2017, 05:00

von Armin Grasberger

Aigner bei Lavanttal-Rallye: „Mein Karrierehighlight". Zum ersten Mal in ihrer Karriere schnupperte Elke Aigner in die World Rallye Championship (WRC) hinein. Ein Motorschaden stoppte die Grestnerin und ihren Piloten.

Benzinschwester. Elke Aigner, eine Co-Pilotin der Extraklasse, hat Motorsport im Blut.   |  Robert May

Die World Rallye Championship. Die WRC. Die absolute Königsklasse. Wer es dorthin geschafft hat, der darf sich zu Recht zur Creme de la Creme der internationalen Motorsportszene zählen.

Ein elitärer Zirkel, dem seit vergangenem Wochenende auch eine Gresterin angehört. Elke Aigner hat ihren ersten WRC-Einsatz als Co-Pilotin bei der Lavanttal-Rallye in vollen Zügen genossen. Auch wenn ein Motorschaden ihre Träume und jene von Gerwald Grössing zunichtemachte. Eine kaputte Ölpumpe war‘s.

„Das ist einfach nur bitter“, konnte und wollte Aigner ihre Enttäuschung über das frühe Aus nicht verbergen. Verständlich, lag das Duo zu diesem Zeitpunkt auf dem sensationellen zweiten Platz in der Gesamtwertung. Aber manchmal bist du eben machtlos.

„Wir haben vom ersten Meter an perfekt harmoniert. Die Chemie hat absolut gepasst.“Elke Aigner über ihren WRC-Premierenauftritt mit Gerwald Grössing

So wie im Shakedown, in dem es beinahe zum Unglück gekommen wäre. Für alle Nicht-Rallye-Insider: Der Shakedown ist eine Streckenbesichtigung mit Wertungsprüfungscharakter vor dem eigentlichen Start. Die Piloten fahren dabei in annähernder Renngeschwindigkeit im Vorfeld festgelegte Teilstücke ab, um das Auto perfekt an die Strecke anpassen zu können. „Dabei haben wir uns fast überschlagen“, schildert die Grestnerin.

Spektakel. „Das Auto war ein Wahnsinn“, zeigte sich Elke Aigner vom Ford Fiesta WRC beeindruckt. „Wir waren gut unterwegs, sind nie über dem Limit gefahren. Der Ausfall tut sehr weh.“  |  Daniel Fessl

Grösser/Aigner starteten nach dieser Schrecksekunde „mit gemischten Gefühlen“ in die Rallye. Die waren aber recht bald verflogen. Das Duo entschied in die erste Sonderprüfung für sich. Noch vor Rallye-Legende Raimund Baumschlager. „Wir haben vom ersten Meter an perfekt harmoniert“, erzählt Aigner. „Die Chemie hat absolut gepasst.“ So war es kein Wunder, dass die beiden im weiteren Verlauf stets unter den ersten drei der jeweiligen Abschnitte zu finden waren. In Sonderprüfung zehn dann der bittere Ausfall.

„Über Jahre hinweg viel gelernt“

Die Erfahrung WRC selbst hat Elke Aigner aber mit jeder Faser ihres Körpers genossen. „Mein Karrierehighlight“, jubilierte sie. Ebenfalls Balsam auf die seelischen Wunden waren die lobenden Worte von Grössing. Aigner stolz: „Er hat nach der Rallye zu mir gesagt, dass ich einen perfekten Job abgeliefert habe. Dass meine Stimme ruhig sei und dass ich somit immer für Gelassenheit sorge. Das ehrt mich sehr. Denn jeder strebt nach Perfektion. Man sieht, dass ich über die Jahre hinweg offenbar echt viel gelernt hab.“

Jetzt gönnt sich Elke Aigner erstmal eine Auszeit. Der Hunger und die Lust auf mehr, die sind allerdings geweckt.