Erstellt am 16. Juni 2016, 09:41

von Michael Salzer

EM-Zwischenbilanz: Spannend und hochwertig. Obwohl nur wenige Treffer gefallen sind, wusste die Startphase der Euro zu überzeugen. Das EM-Fieber hat auch die Volleyballer Peciakowski und Calabek gepackt.

Kultur und Fußball in Bordeaux. Bereits seit Tagen sind Tausende Österreicher in der 240.000-Einwohner-Stadt im südwestlichen Frankreich und machen das Zentrum, gemeinsam mit Fans von Wales und Ungarn, zur großen Fanzone. Live dabei sind auch diese Waldviertler: Johannes Mitterecker, Alexander Zapletal, Johannes Berger, Rudolf Bauer, Thomas Streif, Roman Bauer, Maximilian Breisch und Philipp Krapfenbauer. Neben einer Stadtbesichtigung von Bordeaux stand am Montag unter anderem eine Weintour im UNESCO-Weltkulturerbe Saint-Emillion auf dem Programm - die mittelalterliche Kleinstadt ist bekannt für ihre Kultur und ihren Wein. Nach einem morgendlichen Kick in einem nahegelegenen Park stand der restliche Dienstag natürlich ganz im Zeichen des Duells zwischen Österreich und Ungarn (Anm.: nach Redaktionsschluss).  |  NOEN, Foto: privat
Der erste „Durchlauf“ der Europameisterschaft ist vorbei, alle Teams sind bereits ein Mal auf dem Rasen gestanden. Welche Erkenntnisse haben die Fußball-Experten aus dem Bezirk bisher gewonnen?

„Fast alle Mannschaften sind super organisiert, taktisch und physisch stark. Gröbere Fehler werden sofort bestraft. Bisher war nur Nordirland deutlich schwächer als das allgemeine Niveau“, erklärt Zwettl-Trainer Ljubo Petrovic. Das von ihm bevorzugte Spiel über die Flanken vermisst Petrovic allerdings: „Die meisten Teams spielen nur stur durch die Mitte, bleiben so immer wieder hängen.“ Für Thomas Reif, den Sportlichen Leiter des USC Schweiggers, war‘s bisher nicht die EM der Torleute. „Die Tore werfen kein gutes Licht auf die Goalies. Es waren spannende Partien dabei, bis jetzt hat es noch kein schlechtes Team gegeben. Ein bisschen Glück braucht man auch, so wie Frankreich mit dem 1000-Gulden-Schuss.“

„Die meisten Teams spielen nur stur durch
die Mitte, bleiben so immer wieder hängen.“
Ljubo Petrovic, Trainer SC Zwettl

Apropos Frankreich: Dort wird Werner Vogl, Obmann der Hauptgruppe Waldviertel, das kommende Wochenende verbringen. Genauer gesagt in der Hauptstadt Paris. Wenn am Samstag (21 Uhr) Österreich im Prinzenparkstadion auf Portugal trifft, ist er live dabei. Seine Erwartungen ans ÖFB-Teams: „Ich hoffe, dass die Österreicher bei der Europameisterschaft wieder zu ihrer Hochform aus der Qualifikation finden. Bei den letzten Testspielen haben sie mir nicht gut gefallen, da waren sie taktisch unkoordiniert und undiszipliniert – zum Beispiel David Alaba, der ist ja irgendwo herum gelaufen.“ Neben der Koller-Truppe verfolgt Vogl, als jahrelanger und leidenschaftlicher Fan des britischen Fußballs, die Spiele von England, Wales, Irland und Nordirland besonders intensiv.

Mit viel Freude sitzt Michal Peciakowski, der aus Warschau stammende Aufspieler der Union Raiffeisen Waldviertel vor dem Fernseher, wenn seine Landsmänner kicken. Am Sonntag jubelte er über den ersten EM-Sieg der Polen (1:0 gegen Nordirland). „Ich war positiv überrascht, wie gut die Polen gespielt haben. Ich denke schon, dass sie den Sprung aus der Gruppe in die K.o.-Phase schaffen. Danach muss man schauen, wer als Gegner kommt.“

Peciakowskis Teamkollege, der Tscheche Petr Calabek, hatte am Montag nichts zu jubeln. Das tschechische Abwehrbollwerk hielt gegen Titelverteidiger Spanien zwar bis zur 87. Minuten, knickte dann aber doch ein. Calabek: „Ich habe schon gehofft, dass wir das 0:0 halten können. Am Ende ist der Druck der Spanier aber immer größer und größer geworden. Man muss ehrlich sagen, dass sie sich den Sieg verdient haben.“