Erstellt am 16. Juni 2016, 10:31

von Raimund Novak

Finaltickets gesichert: "Hurricanes" in Frankreich. Der Schwechater Bernhard Wastyn, Gründer des Fanclubs "Hurricanes", reist mit 70 Mitgliedern zur EM.

So sieht die Fußballwelt von Bernhard Wastyn aus: Mit Megaphon ausgestattet versucht der Schwechater bei jedem Match, die Zuschauer zum Mitklatschen und zum Mitsingen zu animieren.  |  NOEN, privat

Österreich hat das erste EM-Spiel bereits  bestritten und ein Teil des österreichischen Fanclubs „Hurricanes“ ist wieder in Wien/Schwechat gelandet. Vor sechs Jahren wurde der Verein vom Schwechater Bernhard Wastyn gegründet – vor drei Jahren übernahmen die Hurricanes den Hauptsupport im rot-weiß-roten Fansektor.

Rund 70 Mitglieder besuchen die EM-Spiele der Nationalmannschaft in Frankreich und reisen dabei individuell mit Bus, Zug oder Flugzeug an. Wastyn reiste mit dem „harten Kern“ mit dem Flugzeug zum ersten Spiel gegen Ungarn, bei den anderen Gruppenspielen erfolgt die Anreise mit dem Bus. Der Vorsänger, im Fußballjargon auch „Capo“ genannt, darf mit den Fanclubmitgliedern jeweils bereits am Vormittag das Stadion betreten, um die Choreografien vorzubereiten.

„Für jedes Spiel gibt es eine spezielle Choreo“, verrät Wastyn im Gespräch mit der NÖN. Die Koordination im Stadion ist aber schwierig: „Leider verlief die Ticketbestellung nicht reibungslos. Zunächst hatten wir die Bestätigung, dann plötzlich wieder nicht. Über Umwege hat es dann geklappt, aber wir sitzen dennoch im Sektor verteilt“, rechnet Wastyn mit Problemen bei der Umsetzung der Choreografie sowie der Platzwahl, da viele Fans, die erstmals ein Österreich-Spiel besuchen, die üblichen Fanclub-Anhäufungen im Fansektor womöglich nicht akzeptieren. „Wir werden sehen, wie wir das auf die Reihe kriegen. Ich habe sowieso das Megaphon mit“, meint der Anpeitscher.

Wastyn: „Im Sektor muss sich was tun“

Er selbst hat, seitdem Marcel Koller Teamchef ist, nur ein einziges Spiel der Nationalelf verpasst. „Das war jenes auf den Färöer-Inseln, da wurde ich vertreten.“ Egal wie weit Österreich bei der EM kommt, die Hurricanes haben bis zum Finale vorgesorgt. „Wir haben die Tickets bis zum Endspiel bezahlt. Sobald Österreich ausscheidet, bekommen wir die Differenz zurück.“

Was sich der Schwechater von der Mannschaft erwartet? „In der Qualifikation waren wir oft durch einen glücklichen Spielverlauf begünstigt. Einige Spiele standen auf Messers Schneide, daher warne ich vor jener österreichischen Mentalität, die gleich nach dem EM-Titel ‚schreit‘. Es ist viel möglich in der Gruppe, nur gegen Portugal werden wir chancenlos sein. Wichtig ist vielmehr, dass wir Stimmung machen und sich was tut im Sektor.“

Die vergangenen Anschläge in Paris sorgten im Vorfeld der EM natürlich für große Verunsicherung in der Bevölkerung und auch bei den Fußballfans. Wastyn macht sich diesbezüglich keine Sorgen. „Die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr hoch, daher habe ich keine Angst. Ich glaube auch nicht, dass die Österreich-Spiele für Terroristen interessant sind. Bei Frankreich und Deutschland gibt es eher ein Gefahrenpotenzial.“