Erstellt am 22. Juni 2016, 11:42

von NÖN Redaktion

Leopold Kogler auf EM-Reise: „Einzigartiges Erlebnis“. NÖN-Kulturexperte Leopold Kogler war mit seiner Familie beim Spiel Österreich gegen Portugal in Paris. Er lobt die gute Organisation trotz scharfer Kontrollen.

Leopold Kogler vor dem Stadion in Paris. Das Fußballmatch Österreich gegen Portugal war für ihn ein »Erlebnis der Sonderklasse«. Fotos: privat  |  NOEN, privat
„Auf der Fahrt mit dem Bus von der Innenstadt von Paris – unser Quartier lag in Montmartre – ins Prinzenparkstadion regnete es in Strömen. Doch kurz vor dem Stadion lichteten sich die Wolken und die Sonne strahlte auf ein rotes Fan-Meer herab“, berichtet NÖN-Kulturexperte Leopold Kogler aus Paris.

Viel Aufwärm-Applaus für das Nationalteam

Die Überwachung sei natürlich stark gewesen, die Polizisten hätten in Vierergruppen agiert. „Die Fans in den Restaurants und Bars waren aber sehr diszipliniert, wie überhaupt der ganze Abend von einer heiteren Stimmung getragen war. Man musste vier Sicherheitszonen überwinden, um ins Stadion zu gelangen. Es gab aber keine langen Warteschlangen, alles war absolut bestens organisiert“, sagt Kogler.

Im Stadion habe Vorfreude auf das Match geherrscht. Schon beim Aufwärmen hätten die österreichischen Fans der Mannschaft viel Applaus gespendet. Ein besonderes Erlebnis war für Kogler die heimliche Hymne „I‘m from Austria“.



„Es gab wahrscheinlich niemanden, der nicht kräftig mitgesungen hat, wie dann auch bei der Bundeshymne. Das Spiel begann punktgenau und gleich mit einem Paukenschlag. Den Kopfball in der dritten Minute hätte Harnik im Tor unterbringen müssen“, hadert Kogler ein wenig mit dem Schicksal. Denn das sei dann schon die einzige wirkliche Chance der Österreicher in der ersten Hälfte gewesen.

Danach hätten nur noch die Portugiesen gespielt. „Auch unser Darling Alaba war wirkungslos und wurde zu Recht ausgewechselt. Das Publikum stand aber über die gesamte Spieldauer hinter der österreichischen Mannschaft und feuerte sie aus vollster Herzenskraft an. Wenn Ronaldo einmal den Ball auf den Füßen hatte, schrien gleich alle ,Pressing‘. Sein vergebener Elfmeter trug ihm Spott ein“, erzählt Kogler.

Mit dem Schlusspfiff sei Erleichterung eingekehrt und ein „Wunder“ wahr geworden. Ergreifend war für Kogler der Dank der Spieler an die Fans. Beim Verlassen des Stadions sei alles wieder wie am Schnürchen gelaufen. „Kurz nach Mitternacht, nicht wie unsere Mannschaft, die erst um vier Uhr ins Bett kam, erreichten wir unser Hotel und freuten uns über den glücklich erkämpften Punkt. Ein einzigartiges Erlebnis. Spannung pur“, sagt Kogler.