Erstellt am 12. September 2015, 20:50

von Alexander Wastl

Admira will zurück in die Erfolgsspur. Gegen den WAC wollen die Südstädter morgen, Samstag (18.30 Uhr BSFZ-Arena), die unglückliche Niederlage gegen die Austria vergessen machen.

Issiako Quedraogo (WAC), Stephan Zwierschitz (Admira) im Spiel der Fußball tipico Bundesliga, zwischen FC Admira Wacker Mösdling und RZ Pellets WAC am Samstag, 12. September 2015 in Maria Enzersdorf.  |  NOEN, HANS PUNZ (APA)

Verkehrte Welt in der Südstadt nach der Länderspielpause: „Sako“ Ouedraogo im Dress der Kärntner, Peter Zulj ab sofort in Rot-Schwarz. Die Akteure tauschten gegen Ende der Transferzeit noch den Verein. Dabei hatte die Admira im Falle eines Sieges die Chance auf Außergewöhnliches: Rapid verlor in Altach, die Tabellenspitze war in Reichweite. Zunächst musste aber ein Sieg her, dem verschaffte Kapitän Christoph Schößwendter nach einer knappen Viertelstunde Abhilfe, als er per Kopf ein Geschenk des „ausflugswilligen“ WAC-Keeper Kofler per Kopf annahm.

Südstädter verpassen Führungsausbau

Die Admira zeigte sich von Beginn an stark, die nächste gute Möglichkeit vergab Dominik Starkl. Die Rapid-Leihgabe köpfte nach starker Freistoßvariante aus kurzer Distanz über den Kasten (25.). In dieser Tonart ging es weiter: Sax-Flanke von der Seite, wieder Starkl (36.), wieder mit Köpfchen über das Gehäuse. Vom WAC kam nur wenig, am ehesten wurden die Lavanttaler noch durch Standards gefährlich. In der letzten Spielminute vor der Pause musste etwa Siebenhandl bei einem Flachschuss von Standfest in höchster Not klären.

WAC im Aufwind

Nach dem Seitenwechsel kam dann auch der zweite Neuzugang, Srdjan Spiridonovic, zu seinem Admira-Debüt. „Speedy“ ersetzte Starkl, der in Hälfte nicht nur bei Kopfbällen sein Haupt hinhalten musste: Verdacht auf Gehirnerschütterung. Großartige Geschwindigkeit kam durch Spiridonovic aber nicht ins Spiel, im Gegenteil. Die Admira tat sich schwerer, Siebenhandl entschärfte die bisher beste WAC-Chance durch Hellquist (57.). Ansonsten passierte nicht viel, Lethargie lautete die Devise beider Teams. Diverse Torabschlüsse dienten rein der Statistik, wie etwa ein Toth-Schupfer außerhalb des Sechzehners in die Hände von Kofler (75.).

Schößwendter vorzeitig unter die Dusche

Für den ersten Admira-Aufreger in Hälfte zwei sorgte im negativen Sinne der Kapitän. Schößwendter zupfte Ex-Kollege Ouedraogo am Leibchen und sah Gelb/Rot (78.). Doch auch in Überzahl fiel den Gästen nicht viel ein, um die Admira-Abwehr zu überwinden. Jacobo kam dem Ausgleich mittels Kopf noch am nächsten (89.). Nach 93 Minuten war es vollbracht: Die Mödlinger lachen nach einem durchwachsenen Sieg von der Tabellenspitze der Tipico-Bundesliga – Die Austria spielte zeitgleich 1:1 gegen Ried.

Stimmen zum Spiel

Jörg Siebenhandl (Torhüter Admira Wacker Mödling): „Die Tabellenführung klingt gut. Wir haben immer bis zum Umfallen gekämpft. Die erste Halbzeit war ganz okay, nach der Gelb-Roten Karte war es vorbei. Wir haben verdient gewonnen. Bis jetzt haben mich die Trainer am Häkel gehabt weil ich immer ein Tor bekommen habe, jetzt müssen sie sich etwas Neues einfallen lassen. Wir sind zufrieden, dass wir da oben stehen. Wenn wir weiter so kämpfen werden wir auch länger da oben bleiben.“
Alexander Kofler (Torhüter WAC): „Es schmerzt wie jede Niederlage. Bei mir schmerzt es mehr, weil ich mitverantwortlich war beim Tor. Beim Tor habe ich mich verschätzt. Jetzt müssen wir uns alle besinnen und da wieder herausfinden.“

Statistik

FC ADMIRA WACKER MÖDLING - RZ PELLETS WAC 1:0 (1:0).
Tor: 1:0 (14.) Schößwendter,
Gelb/Rote Karte: Schößwendter (78., Foul).
Gelbe Karten: Weber (24., Foul), Schößwendter (37., Foul), Ouedraogo (56., Kritik).
Admira: Siebenhandl; Wessely, Wostry, Schößwendter, Zwierschitz; Toth (78., Bajrami), Lackner; Sax (86., Maier), Zulj, Blutsch; Starkl (46., Spiridonovic).
WAC: Kofler; Standfest, Rnic, Drescher, Palla; Zündel, Seidl (20., Putsche, 87., Sollbauer), Weber (76., Wernitznig), Jacobo; Hellquist, Ouedraogo.
BSFZ Arena, 2233.- Schiedsrichter Weinberger
 

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Admira will zurück in die Erfolgsspur

Lange musste "Sako" Ouedraogo nicht auf seine Rückkehr nach Maria Enzersdorf warten. Der an die Wolfsberger abgegebene Stürmer hat schon morgen, Samstag, die Chance sein ehemaliges Trainer-Duo Baumeister/Lederer für die wenigen Einsatzminuten eines besseren zu belehren. Die Admira möchte im Gegenzug nach der Länderspielpause und der zuvor erlittenen, ersten Saisonniederlage gegen die Austria, wieder zurück auf die Siegerstraße.

Mit den angeschlagenen "Wölfen" aus St. Andrä, die bisher nur vier Punkte einfahren konnten, dürfte eine durchaus machbare Aufgabe auf die Admiraner zukommen. Trainer Ernst Baumeister warnt jedoch: "Ein angeschlagener Gegner, der mit dem Rücken zur Wand steht, ist immer gefährlich. Der WAC wird alles dafür geben, um seinen Negativlauf zu stoppen. Wir dürfen nicht zu hektisch in diese Partie gehen."

Zulj auf der anderen Seite

Von den letzten vier Duellen konnte die Admira ledigliches eines für sich entscheiden. Zwei der zehn WAC-Treffer gegen die Südstädter erzielte dabei Peter Zulj, welcher nun für die Südstädter auf Torjagd geht. Youngster Markus Blutsch: "Am Samstag erwartet uns ein sehr wichtiges Spiel. Wir wollen nach der unglücklichen Niederlage gegen die Wiener Austria wieder auf die Siegerstraße zurückkehren."

Nicht dabei sein werden Toni Vastic, dem nach seinem Kreuzbandriss gegen Altach eine sechs- bis achtmonatige Zwangspause bevorsteht. Auch Thomas Ebner wird das Spiel nur von der Tribüne aus verfolgen: Der Verteidiger kassierte gegen die Austria seine fünfte Gelbe.