Erstellt am 16. Oktober 2015, 16:37

von Alexander Wastl

Admira wird zerpflückt. Mit einer 0:8-Niederlage wurde das Spiel gegen Meister Salzburg zum Albtraum der Südstädter.

 |  NOEN, KRUGFOTO (APA)

Nach einem gemeinsamen Kino-Besuch in Salzburg am Vorabend, war für die Admira-Kicker Samstag-Nachmittag dann selbst „Show Time“ angesagt. Wissend, eine der besten Saisonleistungen abliefern zu müssen, begannen die Südstädter äußerst engagiert.

Auch die erste Top-Chance gehörte der Admira. Markus Blutsch brachte den Ball aus fünf Metern aber nicht an Salzburg-Keeper Walke vorbei (15.). Wenige Minuten später vergab Admiras Dominik Starkl dann die Chance, seine bisherige Führung in der Scorerliste der Bundesliga (5 Tore, 4 Assists), weiter auszubauen, brachte den Ball aber nicht in die Mitte, wo René Schicker völlig frei stand.

Doch die Südstädter wurden für ihr beherztes Auftreten bestraft. Salzburg vollzog einen kleinen Paradigmenwechsel, ließ den Gästen Räume um dann zu kontern, verzichtete auf das gewohnte Offensiv-Pressing. Nach 30 Minuten schlugen die Mozartstädter dann eiskalt zu. Wechselpass auf Schwegler, der spielt Soriano ideal im Rückraum auf. Der Spanier knallt den Ball von der Strafraumgrenze ins Admira-Gehäuse. Kurz vor der Pause dann das 2:0. Ballverlust von Toth im Mittelfeld und Salzburg mit einem Muster-Konter, den Berisha vollstreckt (44.).

Admira kommt unter die Räder

Für das Trainer-Team der Südstädter stellte sich die Gretchenfrage: Schlimmeres verhindern, oder weiterhin probieren? Die Entscheidung fiel für Letzteres – wurde von Salzburg aber beinhart bestraft. Nach 53 Minuten sorgte abermals Soriano für die Vorentscheidung, drei Minuten später verlädt Keita Admira-Torwart Jörg Siebenhandl zum 4:0. Zum Leidwesen der Mödlinger ging es in dieser Tonart weiter, die Salzburger spielten sich regelrecht in einen Rausch.

Zwischen Minute 65 und 75 legten die Mozarstädter gleich dreimal nach. Minamino, Berisha und Damari erhöhten auf 7:0. Danach hatte der amtierende Meister langsam genug, einen Treffer musste die Admira aber doch hinnehmen. Der eingewechselte Mukthar setzte mit dem 8:0 (86.) der Partie den Deckel drauf. Schiedsrichter Muckenhammer zeigte Menschlichkeit und beendete die Partie nach 90 Minuten auf die Sekunde genau.

Stimmen zum Spiel

Christoph Schößwendter, Kapitän FC Admira Wacker Mödling: „Wir haben zweite Hälfte viel zu viele Räume gegeben. Wir wollten die Partie in Hälfte zwei offener gestalten, das ist leider komplett in die Hose gegangen. Mit jedem Tor, das wir bekommen haben, wurden wir nachlässiger. Die kommen in einen Spielrausch rein, trotz alledem darf es nicht sein, dass man sich so abschießen lässt. Sicher sind wir alle heiß, aber wir gehen jetzt duschen, setzen uns in den Bus und die Partie ist abgehakt.“

Stephan Zwierschitz, FC Admira Wacker Mödling: „Wir haben 30 Minuten ganz gut mitgehalten. Die zwei schnellen Tore nach der Pause haben uns das Genick gebrochen, dann sind wir auseinandergebrochen. Wir haben uns selbst aufgegeben, das sollte und wird nicht mehr passieren.“

Valon Berisha, Doppel-Torschütze Red Bull Salzburg: „Wir wollten unbedingt gewinnen. Erste Hälfte haben wir uns ein bisschen schwer getan. Danach war nur mehr eine Mannschaft am Platz. Hoffentlich geht es weiter so.“

Bilanz

Tore: 1:0 (30.) Soriano, 2:0 (44.) Berisha, 3:0 (53.) Soriano, 4:0 (56.) Keita, 5:0 (64.) Minamino, 6:0 (70.) Berisha, 7:0 (75.) Damari, 8:0 (86.) Mukthar.
Gelbe Karten: Ebner (17., Foul), Caleta-Car (44., Unsportlichkeit), Schicker (73., Foul).
Salzburg: Walke; Schwegler (62., Lainer), Miranda, Caleta-Car, Ulmer; Keita, Schmitz; Berisha (70., Nielsen), Minamino (70., Mukhtar); Soriano, Damari.
Admira: Siebenhandl; Ebner, Wostry, Schößwendter, Zwierschitz; Lackner, Toth; Sax (65., Zulj), Blutsch, Starkl (84., Egho); Schicker (78., Bajrami)
Red Bull Arena, Schiedsrichter Muckenhammer.

Vorbericht zum Spiel auf Seite 2

Vorbericht zum Spiel

"Leider ist Salzburg zum falschen Zeitpunkt wieder in guter Form. Nach unserem letzten Spiel gegen Salzburg haben sie fast alle Spiele gewonnen", erwartet Trainer Ernst Baumeister weitaus stärkere Mozartstädter als beim ersten Aufeinandertreffen. Damals trennte sich die Admira zu Hause von Salzburg mit 2:2, profitierte von zwei Stankovic-Patzern.

"Beste Leistung notwendig"

Nichtsdestrotrotz: Auch die Südstädter kommen mit breiter Brust aus der Länderspielpause, düpierten zuletzt Matterburg auswärts 4:0. Keeper Jörg Siebenhandl: "Die Möglichkeit an der Spitze dran zu bleiben, wollen wir uns nicht nehmen lassen." Dafür benötigt die Admira aber freilich eine Top-Leistung. "Womöglich die Beste der Saison", weiß Trainer Oliver Lederer.

Fehlen werden den Südstädtern Lukas Grozurek (Hüftbeuger), Florian Neuhold (Rippenverletzung), Marcus Maier (Sprunggelenk), Patrick Wessely (Zerrung) sowie der Langzeitverletzte Toni Vastic (Kreuzband).