Erstellt am 10. September 2015, 10:58

von Michael Bouda

Gipfeltreffen in Loosdorf. Die anstehende, fünfte Runde wartet mit einem besonderen Fußballleckerbissen auf: Mit St. Georgen und Loosdorf treffen die beiden erfolgreichsten Teams der Saison aufeinander – beide halten beim Punktemaximum von zwölf Zählern aus vier Partien.

Aleksandar Munjiza (Mitte) brachte St. Georgen mit seinem Freistoßtreffer auf die Siegerstraße gegen Neulengbach. Foto: Claus Stumpfer  |  NOEN, Claus Stumpfer
Das Schlagerspiel der Runde zwischen Loosdorf und St. Georgen hat eine besondere Facette – stand doch St. Georgens Neo-Trainer Andreas Heher früher selbst an der Seitenlinie des ASK. „Ich kenne Loosdorf mittlerweile schon sehr gut“, meinte Heher deshalb im Vorfeld – nicht ganz ohne einem Lächeln auf den Lippen.

Höfler: "Stärke von St. Georgen bewusst"

Gastgeber Loosdorf bezwang in der letzten Runde Absteiger Pyhra auswärts mit 3:1. Nun blickt Trainer Albert Höfler frohen Mutes in Richtung des Spitzenduells: „Wir freuen uns auf die Partie! Natürlich wollen wir unseren Lauf fortsetzen – daheim muss ganz klar ein Sieg her. Aber wir sind uns der Stärke von St. Georgen bewusst.“

Schwierigkeiten gegen defensive Mannschaften

Die St. Georgener wiederum schlugen zuletzt Neulengbach 3:0, jedoch nicht ohne Probleme, wie Coach Andreas Heher verrät: „Vom Ergebnis her hört es sich schon toll an, doch wir tun uns schwer gegen defensiver agierende Mannschaften.“ Dass dies bei Loosdorf weniger der Fall sein werde, stimmt Heher deshalb optimistisch: „Loosdorf wird versuchen das Spiel zu machen – das liegt uns besser. Nicht, weil wir uns hinten reinstellen wollen, sondern weil das Spiel dann einfach offener gestaltet ist.“

Loosdorf hauchdünn als Favorit

In Anbetracht der Rolle als Titelkandidat und angesichts des Heimrechts, kann wohl Loosdorf hauchdünn als Favorit gehandelt werden. St. Georgen kann aber ebenso wie Loosdorf auf einen perfekten Saisonstart verweisen, in dem die Heher-Truppe sogar um fünf Treffer mehr (13:8) erzielte, als ihr erster Verfolger. Für Spannung ist am Samstag um 16.30 Uhr deshalb jedenfalls gesorgt. Und so viel lässt sich zum Ausgang mit Sicherheit sagen: Zumindest eines der beiden Teams wird nach der Begegnung nicht mehr die maximale Punkteausbeute vorweisen können.

Bezirksderby gegen Bischofstetten am Freitag

In Mank steht am Freitagabend (19.30 Uhr) das Melker Bezirksderby gegen Bischofstetten auf dem Plan. „Ich kenne die Bischofstettner als eine Mannschaft, die kämpft, rackert und fightet. Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen,“ meint Mank-Trainer Harald Schagerl, dessen Team nach dem 1:1 bei Markersdorf auf Rang drei der Tabelle liegt.

Die SU Bischofstetten ist allerdings nach wie vor von Verletzungssorgen geplagt. Zuletzt fehlten Burger, Pepeunig, Rammel und Philipp Frenzl. Das Resultat: eine 0:4-Schlappe gegen den SC St. Pölten, bei der sich auch noch Tormann Dejan Miljatovic einen Finger brach. Auch sein Einsatz ist daher fraglich. „Wir müssen dringend etwas ändern, damit wir in Mank nicht untergehen,“ weiß Trainer Günter Kastenhofer.

SC St. Pölten kämpferisch gegen SC Pyhra

Am Samstag (16.30 Uhr) empfängt der SC St. Pölten den SC Pyhra. Der Barlov-Elf gelang in der letzten Runde der Befreiungsschlag: Nach einem Saisonstart, der mit zwei Remis und einer Niederlage hinter den Erwartung zurückblieb konnte der SC St. Pölten mit einem souveränen 4:0-Auswärtssieg in Bischofstetten reüssieren. „Jetzt, wo wir endlich gewonnen haben, gehen wir mit breiter Brust in die Partie gegen Pyhra“, gibt sich SC-Trainer Alen Barlov kämpferisch, warnt jedoch gleichzeitig: „Pyhra ist eine gute Mannschaft und hat mit Halabrin einen sehr gefährlichen Spieler.“

Bei Pyhra geht man nach der 1:3-Niederlage gegen Loosdorf vorsichtig an die Partie heran. Trainer Wolfgang Kotek: „Wir müssen uns als Mannschaft wieder mehr zutrauen und uns noch viel erarbeiten. Wir sind noch nicht so gefestigt, dass wir von Sieg zu Sieg eilen können. Es wird schwierig beim SC St. Pölten.“

Erster Saisonsieg für Pressbaum

Zur Sonntagspartie (16.30 Uhr) lädt Kapelln den SV Pressbaum. Die Ausgangslagen sind bei den Tabellennachbarn durchaus unterschiedlich. Seit dem triumphalen 4:0 gegen Neulengbach in der ersten Runde konnte Kapelln keinen Sieg mehr einfahren, wobei vor allem die 2:5-Niederlage gegen St. Georgen rund um Ex-Trainer Andreas Heher und das 2:2 zuletzt gegen Leonhofen, bei dem man in der 93. Minute den Ausgleich hinnehmen musste, schmerzhaft waren. Nun dürfte noch dazu erneut Mittelfeldmotor Valasek fehlen. „Jiri wurde gegen Leonhofen bei einem brutalen Foul am Knöchel verletzt. Es hängt in der Luft, ob er spielen kann.

Ohne ihn wird es aber sicher schwer“, bangt Kapellns sportlicher Leiter um seinen Stammspieler. Pressbaum konnte dagegen in der letzten Partie gegen Statzendorf den ersehnten, ersten Saisonsieg einfahren. Daran will der sportliche Leiter des SVP Norbert Schmied anknüpfen: „Ein ‚Dreier’ wäre super, um einen Lauf zu starten und endgültig in die Erfolgsspur zu finden.“ Schmied weiß aber um die schwierigen Umstände auf der Leopold-Figl-Sportanlage: „Kapelln ist ziemlich heimstark.

Deshalb wären wir wohl auch mit einem Punkt zufrieden.“ Wer bereits am späten Vormittag Zeit hat, kann sich schon früher in Kapelln einfinden. Der FCK veranstaltet nämlich ein Entenrennen, bei dem 2.500 Plastikenten mit Losnummern von der Rassinger bis kurz vor die Kapellner Brücke die Perschling hinuntertreiben werden. „Die ersten 20 Enten beziehungsweise deren Losnummern gewinnen“, freut sich auch Gerhard Reichard auf das Event. Start für das Rennen ist um 11 Uhr.

Dalibor Bajic nach Gelb-Roten Karte gesperrt

Der Tabellenvierte Markersdorf gastiert am Samstag (16.30 Uhr) bei den auf Rang zwölf unter ihren Erwartungen rangierenden Lilienfeldern. Die Stiftstädter halten bei mageren zwei Punkten, einer davon resultierte aus dem letzten Spiel bei St. Veit (1:1). „Derzeit ist eine leichte Verunsicherung da – diese müssen wir rausbringen. Wir müssen wieder gut spielen, dann kommen die ‚Körnderl’ von selbst“, hofft Lilienfelds Trainer Erwin Martinetz auf eine Leistungssteigerung und einen Heimsieg.

Gesperrt ist allerdings Dalibor Bajic nach seiner Gelb-Roten Karte im Bezirksderby. Die Markersdorfer gehen nach dem 1:1 gegen Mank relativ gelassen in die Partie. „Mit sieben Punkten aus vier Spielen sind wir im Plansoll“, erklärt USC-Trainer Michael Schadinger. Die Begegnung nimmt er aber nicht auf die leichte Schulter: „Lilienfeld ist sicher ein schwieriger Gegner, vor allem auswärts.“

Statzendorf und St. Veit bisher sieglos

Mit Statzendorf und St. Veit stehen sich am Samstag (16.30 Uhr) zwei bisher sieglose Teams gegenüber. Einige Faktoren macht ASV-Trainer Thorsten Sassmann aus, die zur letzten Niederlage in Pressbaum beigetragen haben: „Mit der Form einiger Spieler, Eigenfehlern, der Verunsicherung in der Mannschaft und fehlendem Glück beziehungsweise Pech mit Schiedsrichterentscheidungen kommt einfach einiges zusammen.“ Deshalb will Sassmann versuchen, unter der Woche die Köpfe seiner Truppe frei zu bekommen: „Es reicht schon ein Erfolgserlebnis, und ich hoffe, das wird es gegen St. Veit geben. Es ist jetzt schon fast ein Pflichtsieg.“

Aber auch der Aufsteiger hofft nach mittlerweile drei Remis – zuletzt im Derby gegen Lilienfeld – auf den ersten vollen Erfolg. „Ein Dreier wäre in dieser Phase ideal – dafür werden wir uns wieder intensiv vorbereiten“, hat St. Veits Trainer Walter Brandstätter die Statzendorfer sogar in Pressbaum beobachtet. „Sie haben eine junge, gute Mannschaft“, erwartet Brandstätter ein ganz anderes Spiel als noch gegen Lilienfeld.

Leonhofen gegen Neulengbach eröffnet Runde

Eröffnet wird die fünfte Runde der 1. Klasse West-Mitte mit der Partie Leonhofen gegen Neulengbach. Die Truppe von Trainer Mario Gally konnte zuletzt in der Nachspielzeit ein Remis gegen Kapelln retten und ist insgesamt noch ungeschlagen. Dennoch will der Coach klar eine Steigerung seiner Mannschaft sehen: „Wir wollen unsere Leistung gegen Kapelln wieder gutmachen und dem Publikum zeigen, dass wir Vollgas geben können.

Ein Sieg muss her, damit wir den Anschluss nach oben nicht verlieren.“ Die Neulengbacher stehen mit vier Niederlagen aus vier Spielen noch ohne Punkt da und mit dem Rücken zur Wand. Leichter wird es für den Wienerwaldklub aber nicht: Zusätzlich zur ohnehin langen Verletztenliste wird in St. Leonhard auch Keckes fehlen, der bei der 0:3-Niederlage gegen St. Georgen die Ampelkarte ausfasste. Hinter Buchinger und Zdjelar steht ebenfalls ein großes Fragezeichen. „Momentan haben wir die Seuche am Fuß, aber es werden schon noch andere Zeiten kommen – da bin ich mir sicher“, macht Neulengbachs Obmann Josef Zenleser gute Miene zum bösen Spiel.

1. Klasse West/Mitte

  Mannschaft Sp. S U N Tore +/- Pkt.
1 St. Georgen/Stfd. 4 4 0 0 13:5 8 12
2 Loosdorf 4 4 0 0 8:3 5 12
3 Mank 4 2 2 0 9:4 5 8
4 Markersdorf 4 2 1 1 6:6 0 7
5 Pyhra 4 2 0 2 9:5 4 6
6 Leonhofen 4 1 3 0 8:6 2 6
7 SC St. Pölten 4 1 2 1 9:7 2 5
  Pressbaum 4 1 2 1 9:7 2 5
9 Kapelln 4 1 1 2 8:8 0 4
10 Bischofstetten 4 1 1 2 7:10 -3 4
11 St. Veit 4 0 3 1 5:9 -4 3
12 Lilienfeld 4 0 2 2 5:8 -3 2
13 Statzendorf 4 0 1 3 4:9 -5 1
14 Neulengbach 4 0 0 4 1:14 -13 0
 

Die nächste Runde:

Freitag, 17.30 Uhr: Leonhofen - Neulengbach (Trancau; Ünal); 19.30 Uhr: Mank - Bischofstetten (Mann; Stalzer).
Samstag, 16.30 Uhr: Lilienfeld - Markersdorf (Toran; Zagler), Loosdorf - St. Georgen/Stfd. (Zilic; Tazreiter), SC St. Pölten - Pyhra (Zendeli), Statzendorf - St. Veit (Özdogan).
Sonntag, 16.30 Uhr: Kapelln - Pressbaum (Zehrer; H. Reiter).

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