Erstellt am 24. September 2015, 08:48

von Michael Bouda

Duell der Titelkandidaten. Nach der letzten Runde, die mit besonders vielen Derbys und schließlich auch mit torreichen Begegnungen aufwarten konnte, hat der kommende Spieltag ein besonderes Duell parat – die Begegnung der Titelkandidaten Loosdorf und Pressbaum.

Mario Pracher (Mitte), beim 5:1-Sieg gegen Pyhras Lubos Halbarin (l.)und Jürgen Ballwein, bleibt mit seinen St. Georgenern weiter an der Tabellenspitze.  |  NOEN, Claus Stumpfer

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Bei unserer Trainerumfrage vor Saisonbeginn waren es Loosdorf und Pressbaum, die als größte Anwärter auf die Meisterschaft galten. Nach mittlerweile sechs Runden spricht die Tabelle zwar eine andere Sprache – noch ist es kein Zweikampf an der Spitze. Die Titelambitionen beider Teams sind aber nicht zu leugnen. Loosdorf musste bisher nur im Duell mit dem punktegleichen Tabellenführer Federn lassen und rangiert damit nach wie vor ungeschlagen auf Rang zwei mit ebenso vielen Zählern auf dem Konto wie Leader St. Georgen. Pressbaum hingegen hatte einen holprigen Start in die neue Saison: Zwei Remis und eine Niederlage standen nach den ersten drei Runden zu Buche. Inzwischen hat sich die erneuerte Gogg-Elf aber konsolidiert und mit ihren zuletzt drei Siegen in Folge ihr Streben in die Gebietsliga unterstrichen.

Loosdorf will weiterhin so erfolgreich bleiben

Dass die Pressbaumer kein einfacher Gegner sind, weiß Loosdorfs Trainer Albert Höfler genau: „Pressbaum kommt gerade in Fahrt. Letztes Jahr waren sie auch ein heißer Titelkandidat. Trotzdem, wir wollen weiterhin so erfolgreich bleiben.“ Auch die Gegenseite zeigt sich gewarnt. „Loosdorf ist schon eine harte Nuss – ich hoffe, wir nehmen den Schwung aus dem Derby mit“, kann Pressbaums sportlicher Leiter Norbert Schmied Mut aus dem 4:0 gegen Neulengbach schöpfen. Der Ausgang der Partie, die am Samstag um 16 Uhr steigt, ist auf jeden Fall brisant für die Tabellensituation: Siegen die Loosdorfer, bleiben sie vorne dran und könnten bei einem Punkteverlust von St. Georgen sogar den ersten Platz einnehmen, Pressbaum läge dann bereits acht Zähler hinter dem ASK. Kann allerdings die Gogg-Elf den Erfolg für sich verbuchen, wäre man mit zwei Punkten in absoluter Schlagdistanz zu den Loosdorfern. Ein Remis würde schließlich St. Georgen in die Hände spielen, sofern die Heher-Truppe ihre Heimpartie gegen Leonhofen für sich entscheiden kann.

Duell am Freitag

Spannung ist auch zuvor am Freitagabend (19.30 Uhr) garantiert, wenn es zum Duell der beiden Gebietsliga-Absteiger Mank und Pyhra kommt. Die Vorzeichen dafür sind allerdings sehr unterschiedlich. Die Schagerl-Truppe ist bisher noch ungeschlagen und feierte in den letzten beiden Runden jeweils einen Kantersieg – zuerst ein 5:0 im Derby gegen Bischofstetten, zuletzt ein 7:1 beim SC St. Pölten. Für Manks Trainer Harald Schagerl ist die Sache daher klar: „Die beiden Siege müssen aus den Köpfen raus, wir dürfen jetzt nur nicht überheblich werden. Wir sind aber sicher Favorit und wollen zuhause natürlich jedes Spiel gewinnen.“ Pyhra auf der anderen Seite kann bei vier Niederlagen nur auf zwei Siege verweisen, wobei die vergangene Runde mit einer 1:5-Pleite gegen St. Georgen besonders schmerzhaft war. „Wir müssen uns wieder aufrichten – es ist nicht alles so schlecht, was wir zeigen“, erklärt Pyhras Trainer Wolfgang Kotek, erwartet mit Mank aber einen harten Brocken: „Es wird sehr schwer werden. Aber wir werden uns neu motivieren und hoffentlich effizienter sein als gegen St. Georgen.“

„Wir haben keine Angst vor St. Georgen!“

Was Tabellenführer St. Georgen betrifft, empfängt dieser Leonhofen. Weiterhin ungeschlagen thront die Heher-Elf an der Tabellenspitze, und der 5:1-Triumph bei Pyhra im letzten Spiel verleiht zusätzlichen Aufwind. Leonhofen befindet sich auf Tabellenrang fünf und musste in der letzten Runde mit dem 2:4 im Derby gegen Loosdorf die erste Saisonniederlage einstecken. St. Georgens Trainer Andreas Heher zeigt sich deshalb gewarnt: „Leonhofen hat bisher nur gegen Loosdorf verloren und dabei hätten sie auch ein X machen können – man darf sie keines Falls außer Acht lassen.“ Heher sieht dennoch Vorteile bei seiner Mannschaft: „Von der Qualität her sind wir sicher Favorit.“ Die Leonhofener bauen auf die gute Leistung zuletzt. „Man hat gegen Loosdorf gesehen, dass wir mithalten können. Wenn wir unsere Chancenauswertung noch verbessern, dann geht das Boot in die richtige Richtung. Dann können wir auch punkten“ zeigt sich Trainer Mario Gally selbstbewusst und fügt kämpferisch hinzu: „Wir haben keine Angst vor St. Georgen!“ Verzichten muss Gally auf Florian Krendl, der mit Bänderproblemen im Knöchel noch mehrere Wochen ausfallen wird.

Neulengbach noch immer punktelos

Gleich hinter Leonhofen lauert punktegleich auf Rang sechs Aufsteiger St. Veit. Die Mannschaft von Trainer Walter Brandstätter verbuchte letztes Wochenende mit dem 1:0 gegen Kapelln den zweiten Saisonsieg, der jedoch von der schweren Verletzung von Kapellns Mutlu überschattet wurde. Nun empfängt man im zweiten von insgesamt drei Heimspielen am Stück das abgeschlagene Schlusslicht Neulengbach – die Wienerwald-Elf steht nach sechs Runden noch immer ohne Punkte da, kassierte bei nur zwei geschossenen Toren insgesamt 20 Gegentreffer und verlor das Derby gegen Pressbaum zuletzt bereits in den ersten acht Minuten. Die Neulengbacher Personaldecke verbessert sich nicht wirklich: Zwar kommt Ajredini nach seiner Sperre zurück, dafür muss nun Wolte für ein Spiel pausieren. „Es wird nicht einfach, aber wir müssen an uns glauben“, wirft SV-Obmann Josef Zenleser die Flinte nicht ins Korn. St. Veits Trainer Walter Brandstätter, der wieder auf Schildbeck zählen kann, nimmt die Partie gegen das Schlusslicht sehr ernst: „Wir dürfen Neulengbach nicht unterschätzen. Das ist ein gefährliches Spiel und ich werde die Mannschaft eine Woche gut darauf vorbereiten.“

SC St. Pölten geht mit gemischten Gefühlen in die Partie

Mit Lilienfeld und dem SC St. Pölten duellieren sich zwei Mittelständler, bei denen es nicht ganz rund läuft. Die Martinetz-Elf musste bis zur fünften Runde auf den ersten Saisonsieg warten, schlug dafür allerdings gleich Markersdorf und kam zuletzt in Bischofstetten zu einem 1:1. Gegen den SC St. Pölten, der zwei Punkte mehr auf dem Konto hat, ist die Marschroute klar. „Wir wollen die drei Punkte mitnehmen“, hofft Trainer Erwin Martinetz durch einen Sieg auf eine Rangverbesserung. Kapitän Sajic wird allerdings gesperrt fehlen und auch bei Innenverteidiger Trnka ist ein Einsatz mehr als fraglich. Martinetz hofft aber, dass Jakovljevic wieder zur Verfügung stehen wird. Im Falle des SC St. Pölten geht man mit gemischten Gefühlen in die Partie. Die Barlov-Truppe war mit den beiden Kantersiegen gegen Bischofstetten und Pyhra klar auf dem aufsteigenden Ast, im letzten Spiel schlitterte man gegen Mank allerdings in ein 1:7-Debakel. „Das war ein rabenschwarzer Tag. Aber es ist besser, einmal so eine Klatsche zu bekommen, als siebenmal 0:1 zu verlieren. Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen“, will Trainer Alen Barlov die Pleite gründlich analysieren und gegen Lilienfeld wieder in die Erfolgsspur finden.

Hinter den Erwartungen geblieben

Die einzige Sonntagspartie (16 Uhr) wird zwischen Kapelln und Markersdorf ausgetragen. Dabei stehen sich zwei Teams gegenüber, die bisher hinter ihren Erwartungen zurückblieben, wobei vor allem die letzten Runden nichts Gutes verhießen. Die Kapellner mussten dabei Pressbaum und St. Veit den Vortritt lassen, noch schwerer ins Gewicht fällt allerdings die Verletzung von Abwehrchef Mutlu in der letzten Partie - er dürfte sich dabei einen Knorpelbruch im Bereich der Lendenwirbelsäule zugezogen haben. Immerhin konnte Mutlu bereits wieder zurück nach Wien, wo weitere Untersuchungen Klarheit bringen sollen. „Ohne Medikamente sind die Schmerzen kaum auszuhalten – und jeder weiß, was Mutlu für ein robuster Typ ist“, hofft Kapellns sportlicher Leiter Gerhard Reichard auf das Beste. Einfacher gestalten sich durch das Fehlen von Mutlu die kommenden Spiele freilich nicht. Noch dazu steht Spielmacher Valasek schon die ganzen letzten Partien angeschlagen auf dem Platz. „Die Mannschaft ist zurzeit leider etwas demoralisiert. Ich hoffe, dass Trainer Marc Andre Unterhuber bald wieder so richtig fit ist – wir müssen positiv denken für das Markersdorf-Match“, gibt Reichard die Hoffnung nicht auf. Allerdings ist auch in Markersdorf nicht alles eitel Wonne. In den beiden letzten Wochen hatte man gegenüber Lilienfeld und im Derby gegen Statzendorf das Nachsehen. Bei der Schadinger-Elf ist daher ebenso Wiedergutmachung angesagt wie bei den Kapellnern.

Statzendorfer gehen mit Rückenwind in die Partie

Zu guter Letzt stehen sich mit Statzendorf und Bischofstetten der Vorletzte und der Viertletzte gegenüber. Die Statzendorfer gehen aber mit Rückenwind in die Partie – konnte man doch ausgerechnet auswärts bei Markersdorf etwas überraschend den erhofften ersten Saisonsieg feiern. „Der Mannschaft ist ein Stein vom Herzen gefallen. Nun wollen wir auf die positive Welle aufspringen und im Heimmatch gegen Bischofstetten gewinnen“, lässt ASV-Trainer Thorsten Sassmann keine Zweifel offen. Doch auch die Bischofstettner scheinen sich mit dem 1:1 gegen Lilienfeld wieder etwas gefangen zu haben. Vor allem mit dem jetzt wieder kämpferischen Auftreten seiner Mannen ist Trainer Günter Kastenhofer zufrieden. In Statzendorf soll es laut ihm so weitergehen: „Wir wissen, dass es nicht leicht wird, aber wir fahren hin, um wieder einen Punkt mitzunehmen.“

1. Klasse West/Mitte

  Mannschaft Sp. S U N Tore +/- Pkt.
1 St. Georgen/Stfd. 6 5 1 0 19:7 12 16
2 Loosdorf 6 5 1 0 13:6 7 16
3 Mank 6 4 2 0 21:5 16 14
4 Pressbaum 6 3 2 1 17:7 10 11
5 Leonhofen 6 2 3 1 12:11 1 9
6 St. Veit 6 2 3 1 7:9 -2 9
7 SC St. Pölten 6 2 2 2 15:14 1 8
8 Markersdorf 6 2 1 3 9:11 -2 7
9 Lilienfeld 6 1 3 2 8:10 -2 6
10 Pyhra 6 2 0 4 10:15 -5 6
11 Bischofstetten 6 1 2 3 8:16 -8 5
12 Kapelln 6 1 1 4 8:13 -5 4
13 Statzendorf 6 1 1 4 7:12 -5 4
14 Neulengbach 6 0 0 6 2:20 -18 0

Die nächste Runde:

Freitag, 19.30 Uhr: Mank - Pyhra (Tiefenbacher; F. Schindler).

Samstag, 16 Uhr: Lilienfeld - SC St. Pölten (Erdil; M. Bozkurt), Loosdorf - Pressbaum (Linder; A: Boros), St. Georgen/Stfd. - Leonhofen (R. Resch; Baumühlner), St. Veit - Neulengbach (Inal; D. Holzinger), Statzendorf - Bischofstetten (S. Bauer; Ülker).

Sonntag, 16 Uhr: Kapelln - Markersdorf (Radenkovic; F. Schindler).

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