Erstellt am 26. September 2015, 09:26

von Wolfgang Wallner und Bernhard Schiesser

1:0 - SKN-Serie geht weiter. Die St. Pöltner gewinnen gegen Liefering die vierte Partie in Serie. Für den 1:0-Goldtreffer sorgte wieder einmal Manuel Hartl.

Die St. Pöltner Hintermannschaft rund um Innenverteidiger Daniel Petrovic (r.) hatte gegen Liefering (David Atanga, l.) Schwerstarbeit zu verrichten. Mit viel Kampfkraft brachte der SKN aber den knappen 1:0-Sieg über die Distanz.  |  NOEN, Wolfgang Wallner

Die St. Pöltner bleiben die Mannschaft der Stunde in der Sky Go Ersten Liga. Die Wölfe gewannen bereits zum vierten Mal in Serie. Diesmal auf dem Speiseplan: die Jungbullen aus Liefering.

Für den spielentscheidenden Treffer sorgte Manuel Hartl vom Elfmeterpunkt. Hartl traf damit in den letzten vier Spielen fünfmal. In der Tabelle verbesserten sich die St. Pöltner damit auf Rang drei.

Elferpfiff kam nicht, Ellenbogen in Dobers Gesicht schon

In der NV Arena war schon vor der Pause einiges los. Die Jungbullen aus Liefering legten spielfreudig und aggressiv los. Mit Ballstafetten auf engstem Raum, gaben die Salzburger der SKN-Defensive einiges auf. Den ersten Aufreger gab es dennoch auf der anderen Seite.

Der zuletzt so treffsichere Manuel Hartel nahm in der 8. Minute Maß und traf Liefering-Verteidiger Alexander Joppich aus kurzer Distanz am Arm. Die Pfeife von Schiedsrichter Andreas Kollegger blieb aber stumm. Im Gegenzug prüfte Dimitri Oberlin SKN-Keeper Christoph Rieger.

Der 17-jährige Liefering-Stürmer stand auch nach einer Viertelstunde im Mittelpunkt. Nach einem Zweikampf mit Andreas Dober fuhr er den Ellenbogen aus – Kolleger zögerte nicht und stellte Oberlin mit Rot vom Feld.

Auch Jungbulle Atanga wäre fast vom Platz geflogen

Mit dem Ausschluss war der Anfangselan der Gäste vorerst verpufft. St. Pölten bekam mehr Zugriff auf das Spiel, tat sich aber gegen weiterhin aggressiv auftretende Gäste schwer im Spielaufbau.

Die Lieferinger wurden für ihre übermotivierte Gangart beinahe ein zweites Mal bestraft. David Atanga sah schon in der 24. Minute nach hartem Einsteigen gegen Martin Grasegger die Gelbe Karte. Bei zwei weiteren Fouls von Atanga ließ Kolleger Gnade vor Recht ergehen und ließ die Karten stecken.

Gäste-Trainer Thomas Letsch reagierte und brachte schon fünf Minuten vor der Pause Raphael Dwamena anstelle des akut rotgefährdeten Atanga.

Hartl verlängerte Torserie, Hwang vergab Ausgleichschance

Nach der Pause blieb das Spiel weiterhin zerfahren. Erst dank eines Energieanfalls von Michael Ambichl kam nach 65 Minuten Leben in die Hütte. Der zuletzt formstarke SKN-Mittelfeldspieler tankte sich auf der rechten Flanke durch und wurde von Xaver Schlager an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht.

Kollegger suchte den Blickkontakt zu seinem Assistenten und entschied anschließend auf Strafstoß. Manuel Hartl blieb cool und netzte mit einem satten Schuss ins linke Eck zum 1:0 ein.

Von der Auflage weg hatten die Gäste aber postwendend die Möglichkeit auf den prompten Ausgleich. Dwamena nahm von der Strafraumgrenze Maß, traf aber nur die Oberkante der Latte. Liefering zog daraufhin in Unterzahl noch einmal das Tempo an.

Hee Chan Hwang hätte in der 75. Minute für den Ausgleich sorgen können. Er schoss bedrängt von St. Pöltens Daniel Petrovic aber am langen Eck vorbei. Weil auf der anderen Seite auch Manuel Hartl zwei SKN-Chancen liegen ließ, blieb die Partie bis zum Schlusspfiff hat umkämpft. St. Pölten brachte den Sieg aber mit viel Kampfkraft über die Distanz.


Stimmen zum Spiel:

SKN-Trainer Karl Daxbacher: „Der Sieg war glücklich, das muss ich schon zugeben. Liefering war auch mit zehn Mann stets gefährlich. Wir wussten, dass sie hauptsächlich über die Mitte angreifen und konnten trotzdem nicht verhindern, dass sie zu Chancen kommen. Wir sind zwar jetzt Dritter, müssen aber am Boden bleiben.“

Liefering-Co-Trainer Rene Aufhauser: „Für mich hat der Schiedsrichter die Partie heute maßgeblich beeinflusst. Weder die Rote Karte gegen Oberlin noch der Elfmeter waren zu geben. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich an sich zufrieden. Wir hätten uns nicht nur das Unentschieden, sondern sogar den Sieg verdient.“


SKN ST. PÖLTEN – FC LIEFERING 1:0 (0:0).

Tor: 1:0 (65.) Hartl (Elfmeter).

Gelbe Karten: Stec (17., Unsportlichkeit), Schagerl (79., Foul); Atanga (24., Foul), Wiesinger (32., Foul), Laimer (60., Kritik), Schlager (64., Foul).

Rote Karte: Oberlin (15., Tätlichkeit).

St. Pölten: Riegler; Dober, Huber, Petrovic, Gasegger; Ambichl, Mader; Stec, Hartl (91. Martic), Schagerl (87. Yilmaz); Segovia (63. Schibany).

Liefering: Coronel; Wiesinger, Upamecano, Luan, Joppich; Laimer (83. Samassekou), Okugawa, Schlager (83. Brandner); Atanga (40. Dwamena), Hwang, Oberlin.

NV Arena, 1.700 Zuschauer, SR Kollegger.

St. Pölten will im Duell der Serientäter nachlegen

Drei Siege am Stück stehen für die Wölfe zu Buche, deren vier für Kontrahent Liefering. Goalie Riegler kehrt wieder zurück, Peter Brandl muss sich einer Meniskus-Operation unterziehen.

x  |  NOEN, Wolfgang Wallner

18 Volltreffer hat der FC Liefering den St. Pöltnern in den bisherigen Duellen eingeschenkt. So viele wie kein anderer Kontrahent in der Ersten Liga. Und in der Offensive liegt auch die große Stärker der Jung-Bullen. Dimitri Oberlin, das aus Zürich geholte Sturmjuwel, traf in den letzten drei Partien jedesmal – ebenso wie St. Pöltens Rückkehrer Manuel Hartl.

St. Pölten erwartet Lieferinger Turbo-Fußball

„Das sind junge, talentierte Spieler aus aller Herren Länder, die sind schnell und enorm ballgewandt“, zollt SKN-Trainer Karl Daxbacher den Lieferingern Respekt. Er erwartet sich einen Gegner, der auch in der Fremde Gas gibt. „Da könnten wir unter Druck kommen, ob wir wollen oder nicht.“ Von seinen Wölfen will er konzentrierte Arbeit gegen den Ball sehen.

Mit Nadelstichen am Weg zu drei Punkten

„Vorne werden sich Chancen auftun“, weiß Daxbacher um die Schattenseiten des Salzburger Hurra-Stils. Liefering muss Ex-Hoffenheim-Legionär Isaac Vorsah sowie Emir Karic und Mathias Honsak vorgeben. „Die Niederösterreicher sind stark“, sagt Trainer Thomas Letsch, „aber wenn wir die positive Stimmung mitnehmen, ist auch in St. Pölten etwas zu holen.“

Stammkeeper Riegler ist wieder einsatzbereit

Beim Cup-Erfolg in Hard (4:1) schonte Daxbacher mit Hartl und Dober zwei Stammkräfte, Daniel Beichler kam zu einem Kurzeinsatz als Joker. „Bei hundert Prozent ist er noch lange nicht“, weiß Daxbacher. Knipser Hartl und Routinier Dober stehen am Freitag wieder zur Verfügung, auch Keeper Christoph Riegler, der in Hard ein Schlag auf die Schläfe erhielt und raus musste, ist einsatzbereit.

Brandl muss sich unter’s Messer legen

Weiterhin w.o. geben muss Lukas Thürauer. Trotz Odyssee von Arzt zu Arzt ist noch immer nicht klar, was den Spielmacher plagt. Tomasz Wisio konnte am Donnerstag schon leicht trainieren, während für Defensivabräumer Peter Brandl der Herbst gelaufen sein dürfte. Beim Mittelfeldmann wurde ein Meniskusschaden diagnostiziert, am Samstag wird er von SKN-Teamarzt Alfred Steindl operiert.