Erstellt am 22. September 2015, 20:54

von Alexander Wastl und Fritz Hauke

Ebreichsdorf wirft Wiener Neustadt raus. Durch Tore von Sebastian Bauer, Marco Anderst und Dominik Höfel schaltet der Regionalligist Ebreichsdorf den Erste Liga-Klub Wiener Neustadt aus.

Jubel über Sensation: Ebreichsdorf kickte Wiener Neustadt aus dem Cup!  |  NOEN, Alexander Wastl
NÖ Süd-Derby als Abwechslung zum Liga-Alltag. Ebreichsdorf gegen Wiener Neustadt, Regionalliga-Aufsteiger gegen Bundesliga-Absteiger.

Underdog geschickter als Favorit SCWN

Neustadt hatte in der Anfangsphase mehr vom Spiel, Ebreichsdorf stand tief, attackierte spät. Mit der ersten guten Möglichkeit köpfelte Gäste-Spielmacher Christoph Saurer völlig frei stehend über das Tor.

Kuriose Szene kurz darauf: Ilic-Rückpass auf Prögelhof, der keine andere Wahl hatte als mit der Hand einen Gegentreffer zu verhindern.

Logische Konsequenz: indirekter Freistoß, knapp drei Meter vor der Ebreichsdorfer Torlinie. Doch die Neustädter machen nichts daraus – Endstation Mauer.



Auf der anderen Seite stellte sich der Underdog geschickter an. Corner und Sebastian Bauer ließ mit einem Kopfball SC-Goalie Martin Fraisl keine Chance.

Ebreichsdorf blieb am Drücker: Einige Minuten später fischte Fraisl einen Demic-Freistoß aus dem Kreuzeck. Das wäre wohl eine kleine Vorentscheidung gewesen…

Am Ende: Ebreichsdorf, ein Tollhaus

Wiener Neustadt ohne probates Mittel gegen die Ebreichsdorfer Hintermannschaft. Die Gastgeber spielten mit dem Selbstvertrauen aus zwei Jahren ohne Niederlage in Pflichtspielen. Doch mit Fortdauer der Partie bekamen die Neustädter wieder besseren Zugriff.

Immer wieder setzten sich die Gäste im Ebreichsdorfer Angriffsdrittel fest. Dennoch brauchte es einen Sittsam-Elfmeter, um die Partie auf 1:1 zu stellen. Wiener Neustadt mit den besseren Szenen, allerdings ohne wirklich zwingend zu werden.

In der zweiten Halbzeit nahm die Partie weiter an Fahrt auf, die Szenen wurden zunehmend hektischer. Klassische Torchancen blieben aber dennoch eher Mangelware. Ebreichsdorf bemühter, allerdings nur im Konter gefährlich.

Der SC versucht, das Spiel zu machen – ein guter Maderner-Angriff wurde wegen Abseitsposition zurückgepfiffen. Zehn Minuten vor Schluss bricht plötzlich Ebreichsdorfs Alexander Schörg auf der rechten Außenbahn durch, sieht Marco Anderst im Rückraum. Der Mittelfeld-Motor schließt staubig ins Eck ab, 2:1.

Wiener Neustadt-Sportchef Günter Kreissl versuchte, mit Stürmer Mario Stefel frischen Wind in die Partie zu bringen. Es half nichts. Christoph Monschein tranzte durch die SC-Reihen, der Ball kommt zu Dominik Höfel - und der sorgt eiskalt für die Entscheidung. Ebreichsdorf, ein Tollhaus. Nach Landesliga-Meistertitel, Regionalliga-Höhenflug jetzt das nächste Highlight.

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Stimmen zum Spiel:

Günter Kreissl, Wiener Neustadt-Sportchef: „Wir haben in den ersten Halbzeit zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Klar, dass du uns einer gut-geschossenen Standardsituation immer ein Tor bekommen kannst. In der zweiten Halbzeit ist die Partie dahin geplätschert. Du kannst als größerer Verein nicht hoffen, dass das Spiel irgendwann in die Verlängerung geht. Wir waren nicht aktiv genug und haben dann die Partie dann durch einen katastrophalen Fehler verloren.“

Goran Djuricin, Ebreichsdorf-Trainer: „Erste Halbzeit war Wiener Neustadt klar besser, da waren wir nervös. Auch wenn wir da sechs, sieben gute Angriff hatten. Der Elfer war zu geben. Uns sind auch Fehler passiert, die wir normal nicht machen. Nach der Pause haben wir uns komplett gefangen und waren die bessere Mannschaft. Wir wollten den Sieg mehr. Nach einem Sieg ist man immer euphorisch, aber das meine ich wirklich so: Ich lebe hier in Ebreichsdorf seit drei Jahren in einem Traum.“