Erstellt am 17. September 2015, 12:38

von Bernhard Schiesser

SKN-Gala in Salzburg: 5:1-Sieg. Der SKN St. Pölten spielt sich bei Austria Salzburg in einen Spielrausch und fertigt die Hausherren mit 5:1 ab. Die Daxbacher-Elf feiert damit den dritten Sieg in Serie.

Warum erst jetzt? Karl Daxbacher hatte in Salzburg keinen Grund zum Meckern. Seine Mannschaft feierte einen 5:1-Kantersieg.  |  NOEN, Wolfgang Wallner

Jetzt ist der SKN St. Pölten endlich so richtig in der Saison angekommen. Die Wölfe ließen die naiv auftretenden Gastgeber ins offene Messer laufen und feierten einen hochverdienten 5:1-Auswärtssieg. In der Tabelle verbesserten sich die St. Pöltner damit auf Rang vier.

In Salzburg klappten beide Mannschaften von der ersten Sekunde an das Visier hoch. Die Gastgeber begannen überfallsartig und nahmen schon in den ersten drei Minuten viermal das Gehäuse von Christoph Riegler unter Beschuss. Der SKN-Schlussmann meisterte aber alle Prüfungen mit Bravour. Die Größte: Einen Kopfball von Valentin Grubeck drehte Riegler gekonnt über die Latte.

Die St. Pöltner ließen sich aber weder von den stürmischen Salzburgern am und auch nicht von deren frenetischen Anhang abseits des Feldes einschüchtert. Mit dem ersten Eckball gingen die Gäste in Führung. Michael Ambichl brachte den Ball flach zur Ecke. Patrick Schagerl ließ für Andreas Dober durch und der SKN-Rechtsverteidiger schoss überlegt zum 1:0 ein (10. Minute).

St. Pöltner selbstsicher wie noch nie 

Fortan waren die Wölfe die klar bessere Mannschaft. In der 15. Minute lag das 2:0 schon in der Luft. Der ungemein agile Ambichl setzte Hartl ideal in Szene, St. Pöltens Angreifer scheiterte freistehend an der Fußabwehr von Salzburg-Keeper Stefan Ebner. Vier Minuten später die nächste hundertprozentige Chance für die St. Pöltner.

David Stec servierte den Ball von rechts ideal für Daniel Segovia, der mit seinem Kopfball aber erneut in Ebner seinen Meister fand. In der 22. Minute war aber selbst der bärenstarke Salzburg-Keeper machtlos, allerdings erst im zweiten Anlauf. Den Linksschuss von Segovia parierte Ebner nämlich noch, beim Nachschuss von Schagerl war er allerdings ohne Abwehrchance.

Mit dem 2:0 im Rücken sah man die St. Pöltner so selbstsicher, wie noch nie in dieser Saison. Im Fünfminutentakt kreierten die Wölfe gefährliche Offensivaktionen. Ein Treffer von Manuel Hartl wurde wegen Abseits aberkannt, fünf Minuten vor der Pause traf der St. Pöltner Routinier aber – so wie schon in den Spielen zuvor gegen Wiener Neustadt und den FAC. Wieder machte sich Stec auf der rechten Seite auf den Weg. Seinen idealen Querpass versenkte Hartl sicher zum 3:0.

Ehrentreffer der Salzburger durch Bammer

Nach dem Seitenwechsel ging es in der selben Tonart weiter. Mit dem ersten Angriff erhöhte der SKN auf 4:0. Wieder setzte Ambichl den entscheidenden Akzent. Er bediente Segovia ideal, der Spanier ließ endlich wieder seine Kaltschnäuzigkeit aufblitzen und schupfte den Ball gekonnt über den herausstürzenden Ebner hinweg ins Netz. Doch die Wölfe hatten ihren Heißhunger noch nicht gestillt.

In der 54. Minute brachte Dober eine Flanke auf die zweite Stange, Segovia legte im Rutschen für Hartl auf, der keine Mühe hatte zum 5:0 zu vollenden. Danach wechselte SKN-Trainer Karl Daxbacher munter durch. Mit der Auswechslung von Hartl, Dober und Ambichl ging etwas der Faden verloren, der Sieg war aber längst in trockenen Tüchern. Einziger Schönheitsfehler war der 1:5-Ehrentreffer der Salzburger durch Andi Bammer.

AUSTRIA SALZBURG – SKN ST. PÖLTEN 1:5 (0:3).

Torfolge: 0:1 (10.) Dober, 0:2 (22.) Schagerl, 0:3 (40.) Hartl, 0:4 (47.) Segovia, 0:5 (54.) Hartl, 1:5 (89.) Bammer.
Gelbe Karten: Kaufmann (26., Foul); Dober (14., Foul), Ambichl (48., Foul), Beichler (71., Foul).
Salzburg: Ebner; Zirnitzer, Müller, Tchoyi, Burghuber; Reifeltshammer; Kaufmann, Bingöl (64. Bukva), Katnik, Palibrk (46. Bammer); Grubeck.
St. Pölten: Riegler; Dober (60. Brandl), Huber, Petrovic, Grasegger; Ambichl (66. Matic), Mader; Stec, Hartl (58. Beichler), Schagerl; Segovia.
MyPhone-Austria-Stadion, SR Muckenhammer.

Lesen sie auf Seite 2 den Vorbericht zum Spiel.

Der Vorbericht: 

"Wir müssen eine Serie starten, damit wir nicht den Anschluss ans Spitzenfeld verlieren", merkte SKN-Trainer Karl Daxbacher vor einer Woche im Rahmen des NÖ-Derbys gegen Wiener Neustadt an. "Zehn Punkte aus den nächsten vier Spielen", rechnete Sportmanager Frenkie Schinkels vor. Sechs holten die St. Pöltner mittlerweile.

Für Schinkels Rechnung heißt's Punkten in Salzburg

Gegen Wiener Neustadt und dem Floridsdorfer AC glückten zwei Arbeitssiege. Damit Schinkels' Rechnung aufgeht, müsste seine Mannschaft in Salzburg zumindest ungeschlagen bleiben. "Das ist auch das erklärte Ziel für diese Partie. Wir haben zum Saisonstart gegen Salzburg eine gute Leistung geboten. Wenn wir das am Freitag auch schaffen, dann werden wir garantiert punkten", glaubt Schinkels.

Dabei wurden die Sorgenfalten beim Blick auf die Verletztenliste nicht weniger. Am Dienstag beim FAC verletzte sich Tomasz Wisio am Knie. Der Kapitän hatte dabei Glück im Unglück. Es wurde "nur" eine Seitenbandverletzung diagnostiziert. Eine Operation ist nicht notwendig.
x  |  NOEN, Wolfgang Wallner

Verkühlter Rückkehrer Jefferson nicht in Startelf

Wisio begann am Donnerstag bereits wieder mit leichtem Lauftraining. Mit sechs bis acht Wochen Pause für den Captain müssen die St. Pöltner aber dennoch rechnen.

Daniel Petrovic kam in Floridsdorf anstelle von Wisio ins Spiel. Er soll den Routinier auch in Salzburg ersetzen. Der 22-Jährige kam im Sommer von Regionalligist Vorwärts Steyr nach St. Pölten und empfahl sich in den vergangenen Wochen vor allem durch starke Leistungen bei den SKN Juniors in der Regionalliga Ost.

Der Brasilianer Jefferson ist nach seiner Sperre wieder einsatzberechtigt, wird aber in Salzburg nicht in der Startaufstellung stehen. Jefferson schlug sich zuletzt mit einer Erkältung herum und wird vorerst auf der Bank Platz nehmen.