Erstellt am 11. September 2015, 20:56

von Bernhard Schiesser

St. Pölten hat zwei Asse im Derby-Ärmel. Die Wölfe setzen auf den wieder genesenen Manuel Hartl – und auf Daniel Beichler, der auf einen Joker-Einsatz brennt. Für Wr. Neustadt spricht im Derby die aufsteigende Formkurve.

Schon in der 3. Minute hatten die St. Pöltner erstmals Grund zum Jubeln: Daniel Segovia, Andreas Dober und Florian Mader feierten Torschützen Manuel Hartl (vorne).  |  NOEN, Wolfgang Wallner

Von einem Derbyfight war an diesem Freitagabend nicht viel zu spüren. Der SKN St. Pölten war gegen harmlose Wiener Neustädter jederzeit Herr der Lage. Begünstigt freilich auch durch einen perfekten Spielverlauf für die Hausherren.

Schon nach drei Minuten hieß es nämlich 1:0 für St. Pölten. Michael Ambichl brachte eine Freistoßflanke zur Mitte, die Neustädter konnten nur unzureichend klären und Manuel Hartl war zur Stelle und traf ins lange Eck. 

Schon nach drei Minuten darf der SKN jubeln

Für den Torschützen war es ein Einstand nach Maß. Hartl lief nach überstandener Knöchelverletzung erstmals in dieser Saison für die Wölfe auf. Danach kontrollierte die Elf von Trainer Karl Daxbacher Ball und Gegner. Wiener Neustadt wurde erstmals in der 25. Minute gefährlich, als Florian Sittsam im St. Pöltner Strafraum um einen Schritt zu spät kam. Besser machten es auf der anderen Seite die Hausherren. 

Nach schöner Kombination über Andreas Dober und David Stec, bediente Letzterer Patrick Schagerl mit einer Flanke ideal. Schagerl hatte im Neustädter Strafraum sogar die Zeit sich den Ball zurecht zu legen, ehe er überlegt zum 2:0 einschoss.

Top-Chance für Wiener Neustadt vor der Pause

Vielleicht wäre etwas Pfeffer ins NÖ-Derby gekommen, hätte Wiener Neustadts Solospitze Danijel Klaric kurz vor der Pause alleine vor SKN-Keeper Christoph Riegler die Nerven behalten. Mit Klaric' Schüsschen hatte Riegler aber keine Mühe.

Nach Seitenwechsel änderte sich wenig an der Spielcharakteristik. St. Pölten kontrollierte und wartete geduldig auf seine Chancen. In der 52. Minute blieb dem SKN-Anhang der Torschrei im Hals stecken. Scharfschütze Dober nahm nach einer Ecke von Michael Ambichl Maß und zwang SC-Torhüter Domenik Schierl zu einer Glanzparade.

Letztes Aufbäumen der Gäste

Erst in der letzten halben Stunde versuchten die Gäste den Spielaufbau der St. Pölten etwas früher zu stören. Die Partie verlief ausgeglichener, in Verlegenheit vermochten die Wiener Neustädter den SKN aber kaum zu bringen. Lediglich in der 86. Minute brannte für einmal der Hut im St. Pöltner Strafraum. Goalie Riegler ließ eine Flanke fallen. Es war aber kein Wiener Neustädter gedankenschnell genug, um den Ball über die Linie zu drücken. Aus St. Pöltner Sicht blieb das einzige Highlight der Schlussphase die Einwechslung von Daniel Beichler. Der ehemalige Nationalspieler gab ein unauffälliges Debüt im SKN-Dress.


SKN ST. PÖLTEN – SC WIENER NEUSTADT 2:0 (2:0)

Torfolge: 1:0 (3.) Hartl, 2:0 (32.) Schagerl.
Gelbe Karten: Wisio (18., Foul), Huber (28., Foul), Dober (48., Handspiel);
St. Pölten: Riegler; Dober (73. Brandl), Huber, Wisio, Grasegger; Ambichl (85. Schibany), Mader; Stec, Hartl (66. Beichler), Schagerl; Segovia.
Wiener Neustadt: Schierl; Seebacher, Mally, Pfingstner, Harrer; Duran, Sittsam; Maderner (62. Fischer), Wolf (46. Yavuz), Saurer (76. Takougnadi); Klaric.
NV Arena, 2.152 Zuschauer, SR Andreas Heiss.


Stimmen zum NÖ-Derby

Günter Kreissl, Trainer des SC Wr. Neustadt: „St. Pölten hat verdient gewonnen. Von uns ist zu wenig gekommen. Allerdings hatten wir auch unsere Chancen, obwohl wir keine gute Partie gespielt haben. Wenn's in der 86. Minute mit dem Anschlusstreffer klappt, kann's noch mal spannend werden.“

Karl Daxbacher, Trainer des SKN St. Pölten: „Der Spielverlauf war günstig für uns, bei etwas mehr Selbstvertrauen hätten wir noch nachsetzen können. Die drei Punkte haben wir uns verdient, weil wir den weitaus gepflegteren Fußball gespielt haben. Wr. Neustadt hatte keinen Zugriff. Die tun sich schwer, wenn sie einmal in Rückstand liegen.“

Manuel Hartl, Torschütze des SKN zum 1:0: „Heut hat alles gepasst. Mit meinem frühen Tor ist vieles leichter gegangen. Wir waren konzentriert und geduldig. Das Einzige, was wir uns vorwerfen müssen: Der Killerinstinkt hat gefehlt. Wir hätten früher den Sack zumachen müssen.“

Hier geht's zum Vorbericht:

St. Pölten hat zwei Asse im Derby-Ärmel

Die Wölfe setzen auf den wieder genesenen Manuel Hartl – und auf Daniel Beichler, der auf einen Joker-Einsatz brennt. Für Wr. Neustadt spricht im Derby die aufsteigende Formkurve.

Zwischen St. Pölten und Wr. Neustadt herrscht eine gepflegte Rivalität. Trotz des Entgegenkommens der Landeshauptstädter in der Stadionfrage. Wenn der „Untermieter“ am Freitag (18.30 Uhr) in die NV-Arena kommt, ist also Brisanz garantiert. St. Pöltens Trainer Karl Daxbacher weiß um die Stärken des Bundesliga-Absteigers: „Sie stehen sehr kompakt, verteidigen gut. Und vorne waren sie in den letzten Wochen sehr effizient.“

Hartl scharrt in den Startlöchern

Die St. Pöltner Hoffnungen ruhen auf Manuel Hartl. Der Angreifer präsentiert sich nach überstandener Verletzung schon in guter Form, dürfte neben Daniel Segovia stürmen. Lukas Thürauer, bislang als Spitze neben dem Spanier im Einsatz, kämpft mit gesundheitlichen Problemen. Über die Ursachen herrscht Rätselraten. Fix ist nur: Der Ex-Admiraner fehlt im NÖ-Derby.

Klappt’s mit Beichlers SKN-Debüt?

Auch Andreas Dober (Zehenbruch) hat sich wieder fit gemeldet. Klappt’s auch bei Daniel Beichler? „Es wäre schön, wenn ich endlich mein Debüt im SKN-Dress geben könnte“, sagt der Ex-Teamspieler. Als Joker, so Trainer Karl Daxbacher, wäre der Offensivmann durchaus denkbar. Das Wichtigste aber aus St. Pöltner Sicht: „Wir wollen zurück auf die Siegerstraße.“

Wr. Neustadt ist „vollzählig“

„Alle Mann an Bord“, kann Co-Trainer Andi Schicker vermelden. Wr. Neustadts Trainer Günter Kreissl hat die Länderspielpause zu einem Kurzurlaub genützt, brennt darauf mit seinen Jungs den Aufwärtstrend fortzusetzen. Dabei hat er die Statistik im Rücken: Die bisherigen drei Duelle in der Sky Go Ersten Liga gingen samt und sonders an die Wr. Neustädter.