Erstellt am 15. Oktober 2015, 09:25

von David Aichinger

Ein Trio rückt heran. Am 9. Spieltag fiel Lassee um, jetzt der erste Verfolger Tulln. Gegen Korneuburg, das vor der Partie den Trainer wechselte. Damit schleichen sich auch drei andere Vereine langsam an das Spitzenduo heran.

Unterschiedliche Zielsetzungen. Während Laa und Mario Götz (links) oben mitspielen, kämpfen Mirsad Osmic (re.) und seine Protteser um den Klassenerhalt.  |  NOEN, Leopold Babitsch
Die heiße Fahrt an der Tabellenspitze führt weiter durch Höhen und Tiefen. Verlief die 9. Runde noch perfekt für Tulln, hatte am 10. Spieltag wieder Lassee gut lachen. Sieg in Absdorf, wenn auch hart erarbeitet, und eine Tullner Pleite gegen Korneuburg. Die Gäste hatten vor der Partie zum wiederholten Mal den Trainer gewechselt. Auf Robert Lesdedaj folgten im Duett der sportliche Leiter Gerhard Mallin und Gerald Wallisch. Beide waren selbst schon einmal Trainer beim Verein und feierten am Samstag eine perfekte Rückkehr.

Die zweite Aufgabe des Duos heißt am Samstag Laa. Das Team aus dem Norden gehört zu einem Trio, das die jüngsten Umfaller von Lassee und Tulln nützte, um sich ein wenig anzuschleichen. Laa könnte am Freitag bis auf drei Punkte an Leader Lassee (diesmal spielfrei) heranrücken. Auch Langenlebarn (am Samstag gegen Marchegg) und Enzersfeld (Sonntag gegen Obritz) sind nach Verlustpunkten gerechnet nicht so weit weg. Lassee-Coach Gerald Schalkhammer blickt als Zuschauer also gespannt auf die 11. Runde: „Es ist alles sehr knapp. In dieser Liga kriegst du nichts geschenkt. Das muss jedem von uns bewusst sein.“

Neusiedl hakt alle (Selbst-)Zweifel ab

Die angesprochenen Tullner wollen die Korneuburg-Pleite in Hohenau vergessen machen. Die Gastgeber hatten am Wochenende ihrerseits etwas zu verdauen: 0:2 im „Länderspiel“ bei Lokalrivale Neusiedl. Ein gebürtiger Hohenauer war dabei auf Neusiedler Seite. Innenverteidiger Markus Ohler spielt aktuell nicht bei seinem Stammverein, sondern bei Neusiedl, wo der Schwiegervater Obmann ist. Der 30-Jährige war froh über den Sieg: „Sonst hätte ich mir das ein halbes Jahr anhören können.“ Für Ohlers Team war es schon der dritte Sieg in Folge, der vierte bei den letzten fünf Auftritten.

„Jetzt sieht es wieder halbwegs gut aus“, freut sich auch Trainer Sedat Sahin. Zu Saisonbeginn war sein Team mehrere Wochen Schlusslicht: „Natürlich wird es da unruhig. Mich hat man zwar in Ruhe gelassen, aber im Fußball kann es schnell gehen. Und irgendwann fängst du auch an, selbst zu zweifeln.“ Jetzt sollten Gedanken dieser Art aber der Vergangenheit angehören – am Freitag geht’s nach Klosterneuburg.

Prottes und Absdorf – wer frisst mehr Gras?

Das Stichwort Zweifel konnte man in den vergangenen Wochen auch mit Marchegg assoziieren. Am Samstag gelang mit dem 5:1 gegen Sierndorf endlich ein positives Erlebnis. Von einem Befreiungsschlag will Obmann Torsten Chladek aber noch nichts wissen: „Für diese Woche hat es funktioniert. Nächste Woche ist wieder ein anderes Thema.“ Da wartet mit Langenlebarn wohl auch ein stärkerer Gegner als Sierndorf, das nun auch schon dreimal in Folge verlor und in der Tabelle nach unten rutscht.

Das hat auch der nächste Gegner Gablitz spitz gekriegt: „Sie sind um einiges besser aus den Startlöchern gekommen, als das viele vermutet hätten, aber zurzeit haben sie einen Hänger. Das wollen wir ausnutzen“, sagt Obmann Andreas Forche.

Vollendet wird der Spieltag mit einem Duell gegen die rote Laterne. Prottes empfängt mit drei Punkten Vorsprung Schlusslicht Absdorf. „Wir können nur hoffen“, sagt Trainer Philip Haubner. In Absdorf vermisst Trainer Bernd Tragschitz Kämpfertypen. Er will Gras fressen und im Winter personell nachlegen, ist aber realistisch: „Unsere Situation ist nicht rosig. Die Frage ist, wer in dieser Lage noch zu uns stoßen will.“

Früherer „Jung-Bulle“ für Obritz

Bereits hinter sich hat diese Frage Obritz, das gegen Klosterneuburg erstmals auf Ismet Hurtic setzen konnte. Der 28-Jährige spielte vor Jahren für die Red Bull Juniors in Salzburg, zuletzt aber eineinhalb Jahre gar nicht, womit er auch während der Saison angemeldet werden konnte. Den gebürtigen Salzburger hatte es aus beruflichen Gründen nach Wien verschlagen, über den SV Donau kam nun der Kontakt nach Obritz zustande. Als Ballverteiler im Mittelfeld soll Hurtic mithelfen, das Team aus der Krise zu führen. Vorerst einmal bis Winter, wie der aktuelle Nationalspieler im Kleinfeldfußball erklärt: „Wenn es passt, werden wir dann aber sicher über eine Verlängerung sprechen."

Die nächste Runde:

Freitag, 20 Uhr: SG Klosterneuburg - Neusiedl/Z. (Steindl), Korneuburg - Laa/Thaya (Madlberger).

Samstag, 15 Uhr: Langenlebarn - Marchegg (Rauschmayr), Prottes - Absdorf (Schwarzl), Sierndorf - Gablitz (Bruckmüller); 18 Uhr: Hohenau - Tulln (Deutenhauser).

Sonntag, 15 Uhr: Enzersfeld/W. - Obritz (Fluch).




 

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