Erstellt am 23. September 2015, 21:35

von Raimund Bauer

Amstetten schrammt an Sensation vorbei. Gegen eine seit der 18. Minute dezimierte Rapid-Mannschaft glaubte das Amstettner Team bis zum Ende an den Aufstieg. Erst im Elfmeterschießen folgte das bittere Ende. Tragischer Held: Patrick Lachmayr.

Der Regionalligist Amstetten schlug sich gegen den Rekordmeister Rapid Wien tapfer, schied aber im Elfmeterschießen aus.  |  NOEN, Von Raimund Bauer
Fast wäre der Aufstieg gelungen. Im Vorjahr scheiterte die Thonhofer-Elf noch in der Verlängerung an Rapid. Dieses Mal war erst nach dem Elfmeterschießen Endstation. Bei Amstetten fiel vor allem Patrick Lachmayr auf. Der Offensivgeist holte den Elfmeter zum 1:1 heraus, traf einmal die Stange und vergab zum Überdruss den entscheidenden Penalty.

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Doch der Reihe nach. Für die Gäste aus Hütteldorf begann die Partie erwartungsgemäß. Nach einer Hereingabe von Michael Schimpelsberger brauste Florian Kainz heran und brachte die Barisic-Elf in der sechsten Minute in Front.

Rapid war weiterhin am Drücker, als nach einem weiten Ball Rapid-Kapitän Mario Sonnleitner den durchbrechenden Patrick Lachmayr im Strafraum zu Fall brachte. Schiedsrichter Alexander Harkam zeigte auf den Elfmeterpunkt und verwies Sonnleitner des Platzes. Den fälligen Elfmeter verwandelte Milan Vukovic (18.).

Auch mit einem Mann mehr ließen sich die Heimischen nicht herauslocken. Das von Coach Thonhofer gewählte 4-5-1-System wurde strikt eingehalten und führte zum Erfolg. Die numerisch geschwächten Gäste fanden nur selten vor das Tor von Lukas Schwaiger. Doch wenn, war der Schlussmann zur Stelle.

Louis Schaub, der in der zweiten Hälfte sowie Stefan Nutz mit einer schweren Verletzung ausschied, scheiterte im Duell mit dem Amstettner-Keeper. Bei einem Treffer des Rapidlers verwehrte Harkam diesem die Gültigkeit, aufgrund einer Abseitsstellung.

Rapid mehr am Ball, Amstetten konterstark

Im zweiten Abschnitt das gleiche Bild. Rapid zwar mehr im Ballbesitz, doch zwingende Möglichkeiten waren zunächst Mangelware. Bis zur 63. Minute.

Wieder einmal zeigte Patrick Lachmayr, der von der Gäste-Verteidigung nur schwer zu kontrollieren war, auf. Bei einem Freistoß von Martin Teuretzbacher stieg der Offensivgeist am Höchsten. Sein Kopfball wehrte Richard Strebinger in größter Not ab. Auch Ausgleichstorschütze Milan Vukovic zeigte noch einmal auf. Der Stürmer tankte sich im Strafraum durch, doch sein Schuss fiel zu harmlos aus.

In der letzten Viertelstunde erklang noch zwei Mal das Aluminium im Ertl-Glas Stadion. Zuerst setzte Rapid-Neuzugang Matej Jelic einen Kopfball an die Stange. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit die größte Möglichkeit für Amstetten auf das Weiterkommen. Patrick Lachmayr narrte die komplette Rapid-Defensive. Sein Schuss landete aber an die Stange. So ging es in die Verlängerung.

Holzer prüfte eigenen Keeper

In der Nachspielzeit merkte man den Gästen den Kräfteverschleiß mit nur zehn Mann zu agieren an. Dennoch hätte Amstetten fast ein Gastgeschenk verteilt. Mario Holzer prüfte seinen eigenen Torhüter Lukas Schwaiger mit einer abgelenkten Flanke. Doch der Schlussmann war am Posten. Als nach 30 Minuten abermals kein Tor fiel folgte das Elfmeterschießen.

Vor dem Gästesektor trat Deni Alar als erste Schütze an und verwandelte souverän. Sascha Fahrngruber gelang der Ausgleich. Als Florian Kainz an der Reihe war und an Lukas Schwaiger scheiterte, lag die Sensation für kurze Zeit in der Luft. Das Stadion tobte.

Doch Mario Holzer fand in Richard Strebinger seinen Meister. Schwab und der eingewechselte David Peham stellten den Stand von 4:4 her. Als Christopher Dibon traf, musste Patrick Lachmayr einnetzen. Doch abermals war Richard Strebinger zur Stelle und war somit der umjubelte Held für die zahlreichen Rapid-Anhänger im Stadion.

Doch auch die Heimischen fanden bei der Ehrenrunde Zuspruch. Das Amstettner-Publikum würdigte die Leistung der Heimischen mit stehenden Beifall.

Statistiken:

SKU AMSTETTEN - SK RAPID WIEN 4:5 im Elfmeterschießen, 1:1 n. V. (1:1, 1:1).
Torfolge: 0:1 (6.) Florian Kainz, 1:1 (18., Elfmeter) Milan Vukovic. Rote Karte: Mario Sonnleitner (18., Torchancenverhinderung).
Amstetten: Lukas Schwaiger; Lukas Deinhofer, Mario Holzer, Michael Achleitner, Sascha Fahrngruber; Patrick Lachmayr, Matthias Wurm, Markus Keusch, Manuel Plank, Martin Teurezbacher (105. Florian Zellhofer); Vukovic (103. David Peham).
Rapid Wien: Richard Strebinger; Michael Schimpelsberger, Mario Sonnleitner, Maximilian Hofmann, Stephan Auer; Srdan Grahovac, Stefan Nutz (74. Christopher Dibon); Philipp Huspek (61. Stefan Schwab), Louis Schaub (81. Deni Alar), Florian Kainz; Matej Jelic.
3.300 Zuschaer, Schiedsrichter: Alexander Harkam; Richard Hübler, Roland Braunschmidt.
Elfmeter: 1:2 Deni Alar; 2:2 Sascha Fahrngruber; 2:3 Maximilian Hofmann; 3:3 Alexander Plank; 3:3 Florian Kainz gehalten; 3:3 Mario Holzer gehalten; 3:4 Stefan Schwab; 4:4 David Peham, 4:5 Christopher Dibon, 4:5 Patrick Lachmayr gehalten.