Erstellt am 23. September 2015, 15:26

von Marcel Schindl

Karlstein und Groß-Siegharts haben die Krise. Nach guten Saisonstarts sind die beiden Waidhofner Bezirksteams ins Tief gerutscht. Knappe Erfolge der Spitzenteams.

Der USV Karlstein (re. Lukas Liebhart) ist in die untere Tabellenhälfte abgerutscht, der SV Windigsteig (li. Petr Hlubocky) mit dem 3:1-Auswärtssieg auf Rang fünf geklettert.  |  NOEN, Franz Streicher
Groß-Siegharts musste sich in Mallersbach mit 2:3 geschlagen geben – dies brachte erstmals Punkte für die Gastgeber in dieser Saison. „Erklärbar ist das nicht mehr“, sagte Groß-Siegharts-Sektionsleiter Heinz Gisi zur unangenehmen Situation. Dabei drehte sein Team sogar einen frühen Rückstand um, verpasste aber die endgültige Entscheidung.

Ebenfalls ins Stocken gekommen ist der Motor des USV Karlstein, für den es daheim gegen Windigsteig eine Niederlage (1:3) setzte. „Im Moment kommt es mir so vor, als wären wir zu nervös“, suchte Karlsteins Sektionsleiter-Stellvertreter Robert Allinger nach einer möglichen Erklärung. Auf der Gegenseite herrschte aber auch bei Windigsteig-Trainer Gerhard Pfeisinger keine restlose Zufriedenheit: „Spielerisch war noch Luft nach oben.“

Offensiv-Qualität ausgespielt

An der Tabellenspitze stehen mit Schwarzenau und Thaya die üblichen Verdächtigen. Der ESV brauchte gegen Langau die Klasse von Zdenko Strba, der einen Freistoß unter die Latte knallte, um in Hälfte zwei in Führung zu gehen. Schlussendlich ging der Sieg (2:0) für den Tabellenführer in Ordnung, Langau lieferte aber eine ordentliche Leistung ab. Nachdem es für Thaya bereits in der Vorwoche spielerisch nicht richtig geklappt hatte, blieb Schriftführer Rainer Neuwirth auch in dieser Woche zurückhaltend: „Wir waren zwar dominant, haben aber nicht viel gezeigt.“ Am Ende hätte der Sieg gegen Drosendorf (3:1) noch höher ausfallen können, vorne fehlte aber die letzte Konsequenz.

Ebenfalls weiter im Formhoch ist der USV Japons, der sich daheim gegen Allentsteig (3:0) nicht aufhalten ließ. „Jeder läuft für den anderen, die Kameradschaft ist gut“, erklärte Japons-Sektionsleiter Raimund Bock den Höhenflug, der laut ihm noch eine Weile andauern könnte: „Ans Gewinnen gewöhnt man sich gern.“
Für Geras setzte es daheim gegen Irnfritz zwar eine 2:3-Pleite, am Ende waren sich aber sowohl Geras-Sektionsleiter Lukas Bühler als auch Irnfritz-Trainer Manuel Fettinger einig: Ein Remis wäre gerechter gewesen. „Letztendlich hat der Glücklichere gewonnen“, brachte es Bühler auf den Punkt, auch Fettinger gab zu: „Ab dem 3:1 (57.) haben wir nichts mehr gemacht.“

Kann Irnfritz die Liga spannend machen?

Am kommenden Wochenende kommt es gleich zu ein paar Begegnungen von Tabellennachbarn. Beim Spitzenspiel in Irnfritz empfängt die akutelle Nummer drei den Tabellenführer aus Schwarzenau. Mit einem Sieg könnte Irnfritz gleichziehen und somit Hochspannung an der Spitze erzeugen. Im Fall eines Auswärtssieges könnten sich die „Eisenbahner“ vom Verfolgerfeld absetzen.

In Allentsteig kommt es zum „Keller-Treffen“. Das gastgebende Schlusslicht eroberte bis dato nur ein mageren Punkt, das Torverhältnis spricht für sich: 6:17. Mallersbach (9:18 Tore) schrieb zuletzt erstmals an. In Groß-Siegharts steigt der Krisengipfel gegen Karlstein. Keine leichte Aufgabe für seine Sieghartser, dessen ist sich Heinz Gisi bewusst: „Es wird schwer werden, aber wir müssen schauen, dass wir den Karren wieder aus dem Dreck ziehen.“ Karlsteins Robert Allinger wünscht sich von seinen Kickern vor allem Moral und Kampfgeist: „Wir müssen uns wieder mehr zutrauen.“

Für Thaya gilt es in Langau, den Anschluss an Schwarzenau zu wahren. Offensiv steht der Vizemeister dem Tabellenführer um nichts nach, beide Teams erzielten bislang 18 Tore. Windigsteig (5.) und Geras (6.) tauschten am vergangenen Wochenende die Plätze – der Sieger im direkten Vergleich könnte in der Tabelle weiter nach oben klettern.

Geras-Sektionsleiter Lukas Bühler will nach der Niederlage gegen Irnfritz einen Sieg in Windigsteig sehen: „Für uns heißt es: Kopf hoch und eine Reaktion zeigen!“ Zum Abschluss der siebenten Runde muss Japons in Drosendorf antreten: Mit einem Sieg würden die Gäste den Erfolgslauf aus den letzten fünf Spielen (vier Siege, ein Remis) fortsetzen und sich im oberen Tabellendrittel etablieren. Drosendorf steht als einziger Klub neben Allentsteig noch ohne Dreipunkter da…

2. Klasse Waldviertel Thayatal

Rang Mannschaft Sp. S U N Tore +/- Pkt.
1   Schwarzenau 6 5 1 0 18:5 13 16
2   Thaya 6 4 2 0 18:8 10 14
3   Irnfritz 6 4 1 1 17:10 7 13
4   Japons 6 4 1 1 13:8 5 13
5 (+1) Windigsteig 6 3 2 1 13:10 3 11
6 (-1) Geras 6 2 2 2 15:10 5 8
7   Langau 6 1 3 2 6:10 -4 6
8   Karlstein 6 2 0 4 10:19 -9 6
9   Großsiegharts 6 1 2 3 7:10 -3 5
10   Drosendorf 6 0 3 3 7:14 -7 3
11 (+1) Mallersbach 6 1 0 5 9:18 -9 3
12 (-1) Allentsteig 6 0 1 5 6:17 -11 1

Die nächste Runde

Samstag, 16 Uhr: Allentsteig - Mallersbach (L. Müllner); 19 Uhr: Langau - Thaya (G. Ratzberger); 19.30 Uhr: Windigsteig - Geras (Müllauer); 20 Uhr: Irnfritz - Schwarzenau (H. Katterbauer).

Sonntag, 16 Uhr: Drosendorf - Japons (S. Franczik), Groß-Siegharts - Karlstein (A. Bayrakdar).

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