Erstellt am 17. September 2015, 09:18

von Claus Stumpfer

Radlbergs 2:1-Sieg in Altlengbach eröffnete bereits am Mittwoch die sechste Runde. Nach dem Favoritensieg Radlbergs warten am Wochenende zwei Derbykracher in der 2. Klasse Traisental auf die Fans. Das Wienerwaldderby Eichgraben gegen Maria Anzbach und natürlich das Spitzenspiel Türnitz gegen Traisen stehen am Programm.

Ondrej Lukasik erzielte das 1:0 für Radlberg gegen Altlengbach, und war auch sonst maßgeblich dafür verantwortlich, dass am Mittwochabend die favorisierten Radlberger tatsächlich drei Punkte mit nach Hause nehmen konnten und zumindest bis zum Wochenende wieder zweite hinter Traisen sind.  |  NOEN, Claus Stumpfer
Los gegangen ist die sechste Runde bereits am Mittwochabend in Altlengbach. Radlberg galt als Favorit, auch wenn es zuletzt etwas entzaubert worden war. Zuerst setzte es eine Niederlage ohne Jochen Fallmann, und dann konnte letzten Samstag der Ex-Bundesliga-Profi und nunmehrige SKN-Co-Trainer gegen Türnitz auch keine Wunderdinge bewirken (2:2). Auch in Altlengbach blieb am Mittwoch Fallmann, wie die gesamte Truppe von Trainer Bekir Fejzic, im Spielaufbau eher blass – seine langen Bälle und Flanken waren zu oft unpräzise und immer wieder versuchte er auch den Kunststoß durch drei, vier Gegner hindurch anzubringen, was nicht gelingen konnte. Am ehesten wusste noch Ondrej Lukasik für Gefahrenmomente zu sorgen.

Heimischen nur ansatzweise gefährlich

Die Altlengbacher kämpften aber defensiv verbissen, hatten mit Legionär Martin Dobias einen Topmann im Kasten, der zwei Hundertprozentige in Halbzeit eins entschärft konnte und damit gezeigt hat, warum der Tormann bei den Altlengbachern auch Kapitän ist. Auf der Gegenseite waren die Heimischen aus Kontern immer wieder ansatzweise gefährlich. „Da geht heute was“, lautete daher der Grundtenor auf der Bank Altlengbachs nach einer halben Stunde. Gefährlichste Aktion war aber eine abgerissene Freistoßflanke, die im Bayern/Müller-Stil beinahe ins Tor gesegelt wäre. Radlbergs Goalie Stefan Kocic hätte dabei ganz schön dumm ausgesehen, weil er nämlich nichts gesehen hat. Am Trainingsplatz hinter dem Altlengbacher Tor waren noch die Scheinwerfer aufgedreht und blendeten den Keeper. „Der hohe Ball war genau auf Höhe des Lichtkegels“, klagte er zur Pause – bei der Aktion hatte er sich auch noch die Hand leicht verletzt, konnte aber weiterspielen.

Altlengbach bleibt im Tabellenkeller

In Halbzeit zwei hat Radlberger dann nicht mehr ganz so kompliziert gespielt, was gleich mit dem 0:1 belohnt wurde – mit Lukasik erzielte auch der bis dahin beste Mann am Platz den Treffer (53.). Aber Altlengbach kämpfte weiter und selbst nach dem 0:2 durch David Bogadanovic (66.) gab sich die Truppe von Trainer Michael Weiser noch nicht auf. Manuel Masak gelang der Anschlusstreffer (73.), doch alle Bemühungen in der Schlussviertelstunde noch den Ausgleich zu erzielen, waren vergeblich -Altlengbach bleibt im Tabellenkeller und Radlberg an der Spitze dran.

Weiter geht es für die Radlberger erst am Samstag in einer Woche mit dem großen Derbykracher gegen Pottenbrunn. Die Elf von Trainer Walter Buchberger trifft zuvor noch diesen Samstag auf Böheimkirchen. Buchberger, der letzte Woche auch Altlengbach in Böheimkirchen beobachtet hat, war natürlich als Altlengbacher auch beim Spiel gegen Radlberg und der Pottenbrunn-Trainer hatte viel Lob für seine Elf gegen Radlberg. „Aber das Spiel der Altlengbacher in Böheimkirchen letzte Woche war einfach von beiden Seiten grottenschlecht geführt.“ Trotzdem warnt er seine Pottenbrunner vor dem nächsten Gegner. „Ich hab die Böheimkirchner auch schon ganz anders spielen gesehen, und der Kader, den Didi Zeiss hat, sollte vorne mitspielen können!“  Böheimkirchens Trainer erklärt aber, woran es an den Spielen zuletzt gekrankt hat. „Wir haben zu viele Ausfälle, und sind offensiv daher nicht in der Lage, unsere Chancen fertig zu spielen.“ Und er weiß: „Gegen Pottenbrunn müssen wir mehr zeigen, sonst kommen wir nicht wieder mit einem 0:0 davon.“

Derbyklassiker steht am Sonntag am Programm

Ein Derbyklassiker steht am Sonntag (16 Uhr) auch im Bezirk Lilienfled am Programm. Titelfavorit und seit letzter Woche auch Tabellenführer Traisen muss nach Türnitz. Und an den Traisnern ist nicht spurlos vorüber gegangen, dass man die letzten drei Partien gegen Türnitz verloren hat. „Türnitz ist schon Favorit, obwohl ich weiß, dass wir im Moment nur sehr schwer zu schlagen sind“, sagt Trainer Martin Simader, dem Christopher Lee wieder zur Verfügung steht. Stefan Dirnberger kehrt in die Türnitzer Startelf zurück, Patrick Niederer fehlt weiterhin. Die angeschlagenen Thomas Pfeffer und Bernhard Bichler sind noch fraglich. „Ein Derby hat wie immer eigene Gesetze, wir werden zu Hause immer stärker“, ist der Türnitzer Trainer Martin Stupphann zuversichtlich, auch gegen den Tabellenführer bestehen zu können. „Wir werden uns nicht verstecken und versuchen wie schon letzte Saison auf Sieg zu spielen.“

Neben Türnitz war Schönfeld die zweite Mannschaft, gegen die Traisen aus der Vorsaison noch eine Rechnung offen hatte – gegen Schönfeld ist mit einem 6:2-Sieg die Revanche in Runde drei eindrucksvoll geglückt. Türnitz machte zuletzt aber nicht den Eindruck, sich auch „schlachten“ zu lassen und Traisen war beim Spiel gegen Eichgraben zwar siegreich, aber bei weitem nicht so souverän, wie man es von einem Titelfavoriten erwarten dürfte. Für Spannung ist also gesorgt.

Eichgraben empfängt am Freitagabend Maria Anzbach

Auch im Wienerwald gibt es ein heiß ersehntes Derby. Eichgraben empfängt am Freitagabend (19.30 Uhr) Maria Anzbach. Beide Teams kämpfen mit Verletzungen. Eichgraben hat dennoch zuletzt in Traisen alles probiert und auch brav mitgespielt, doch zehn unachtsame Minuten gleich nach Wiederbeginn haben die Niederlage besiegelt. Danach probierten die Janka-Schützlinge zwar alles, aber Traisen hat auch mit Spielverzögerungen die drei Punkte routiniert „eingetütet“ und 3:1 gewonnen.

Maria Anzbach hat gegen Schlusslicht Harland zwar einen 3:0-Sieg gefeiert, aber der war alles andere als eindrucksvoll. Harland vergab in Hälfte eins zwei Topchancen und verschoss einen Elfer, wohingegen Cenek drei Minuten vor der Pause einen Elfer zum vorentscheidenden 2:0 verwandeln konnte. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe, so schlecht sind die Harlander gar nicht“, glaubt Anzbachs Obmann Heinz Horn, dass es nicht nur die schwache Leistung der eigenen Spieler war, warum das Spiel sich enger gestaltete, als erwartet. Im Derby muss Anzbachs Trainer Thomas Schuster den gesperrten Maximilian Gradinger vorgeben – er sah die Gelb-rote Karte. „Eichgraben ist Favorit – an ihrem Party-Wochenende werden die sicher extra motiviert sein“, glaubt Horn. Für Ernst Lissi, Eichgrabens sportlichen Leiter, ist die Sache aber nicht ganz so eindeutig: „Unsere Spieler müssen Charakter zeigen, sonst werden wir uns auch im Derby schwer tun.“

Dreitägiger Sturmheuriger in Eichgraben

Das Derby ist nur der Auftakt zum dreitägigen Sturmheurigen in Eichgraben – mit Legendenmatch (15 Uhr), Benefizlauf (17 Uhr) und Livemusik (20 Uhr, Duo Zeitlos) am Samstag, sowie einem Hobbyturnier am Sonntag (15 Uhr). Hauptpreis bei der Tombola: zwei Tage München für zwei Personen mit Karten für das Schlagerspiel Bayern gegen Werder Bremen!

Die Spiele der Nachzügler stehen etwas im Schatten der Derbykracher, doch zumindest kämpferisch sollte auch da einiges geboten werden. Harland empfängt am Samstag (16 Uhr) Hohenberg, das heuer zwar sicher stärker als in den letzten Jahren auftritt, aber zuletzt daheim gegen Schönfeld (3:5) nicht sehr glücklich agiert hat – drei Tore daheim sollten eigentlich für Punkte reichen! Zudem muss Hohenbergs Spielertrainer Ljulzim Bojku wahrscheinlich auf den verletzten Christoph Goldhahn verzichten, auch Julian Grindel ist fraglich. „Mit Keci auf der Betreuerbank ist in Harland ein frischer Wind eingekehrt, das wird nicht leicht“, ist Hohenbergs Obmann Johann Sturm nur sehr gedämpft optimistisch. „Eine echte Leistungssteigerung wird für Punkte nötig sein, aber ich will vor allem eine gute Leistung sehen, auch kämpferisch.“

Schönfelds sportliche Leiter warnt vor Sturm 19

Schönfeld hat zuletzt unter Alexander Eder, der nach Mölzers Rücktritt vom Co-Trainer zum Trainer aufgestiegen ist, und nun wohl die Mannschaft zumindest bis zur Winterpause betreuen darf, zwar zwei Siege gefeiert, trotzdem warnt der sportliche Leiter Andi Barta davor, den nächsten Gegner am Sonntag (16 Uhr) auf die leichte Schulter zu nehmen. „Sturm 19 hat auch Potenzial und dies nicht zu respektieren, wäre fatal!“ Erschwerend kommt hinzu, dass Constantin Grohmann mit Verdacht auf Muskelfasereinriss fraglich und Oliver Herzog nach Gelb-Rot gesperrt ist.

Spielfrei ist diese Woche St. Aegyd.
 

2. Klasse Traisental

  Mannschaft Sp. S U N Tore +/- Pkt.
1 Radlberg 6 4 2 0 15:7 8 14
2 Traisen 5 4 1 0 17:4 13 13
3 Pottenbrunn 4 3 1 0 14:6 8 10
4 Maria Anzbach 5 3 1 1 14:10 4 10
5 Böheimkirchen 5 2 1 2 10:9 1 7
6 Türnitz 4 2 1 1 8:8 0 7
7 Schönfeld/T. 5 2 0 3 12:19 -7 6
8 Hohenberg 3 1 1 1 14:10 4 4
9 Eichgraben 5 1 1 3 11:11 0 4
10 Altlengbach 5 1 1 3 6:10 -4 4
11 St. Aegyd 4 0 2 2 5:10 -5 2
12 Sturm 19 St. Pölten 4 0 1 3 4:13 -9 1
13 Harland 5 0 1 4 3:16 -13 1

Die nächste Runde:

Mittwoch, 20 Uhr: Altlengbach - Radlberg (H. Steininger).

Freitag, 19.30 Uhr: Eichgraben - Maria Anzbach (Pischl).

Samstag, 16 Uhr: Harland - Hohenberg (G. Brandstetter), Pottenbrunn - Böheimkirchen (Steigberger).

Sonntag, 16 Uhr: Schönfeld/T. - Sturm 19 St. Pölten (M. Kölemen), Türnitz - Traisen (A. Gruber).

Aktuelle Tabellen und Statistiken: NÖ Fussballverband
Alle NÖ Ligen und Klassen auf einen Blick: NÖN.at/fussball

Detaillierte Spielberichte finden Sie in Ihrer NÖN-Printausgabe und in Ihrem ePaper