Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:02

von David Aichinger

Wojtanowicz: „Mein linker Fuß ist nicht so schlecht“. Michael Wojtanowicz trat die Ecken zu den ersten zwei Toren. Das 4:0 köpfte er nach einem Freistoß selbst.

Voll fokussiert. Michael Wojtanowicz (vorne) und seine Mannsdorfer blieben auch bei 4:0 auf Spannung. Der 30-jährige Linksfuß fühlt sich im Marchfeld pudelwohl.  |  NOEN, David Aichinger

Eine Standardsituation, die ein Spiel entscheidet? Das ist keine Seltenheit. Vor allem, wenn sich zwei Teams auf Augenhöhe um die Tabellenführung matchen. Dass es aber gleich dreimal nach einem ruhenden Ball „scheppert“, und die Partie 4:0 endet, kommt nicht jeden Tag vor. So geschehen am Freitag in Mannsdorf. Bei allen drei Standards dabei: Michael Wojtanowicz. Der Linksfuß trat die Ecken zum 1:0 und 2:0, scherzelte dann selbst einen Weissensteiner-Freistoß zum 4:0 ins Netz. Klappte das besser als im Training? „Ich denke, dass wir schon die ganze Saison gefährlich bei Standards sind.

Bis jetzt hat es eh noch nicht so gefruchtet, am Freitag ist halt alles aufgegangen“, sagt der 30-Jährige, der starken Anteil daran hatte. Ob er den Ball lieber bringt oder selbst im Strafraum lauert? „Mein linker Fuß ist nicht so schlecht“, lacht Wojtanowicz, der die Ecken aber noch nicht so lange tritt: „Ich war meistens selbst im Sechzehner, weil ich am Kopf auch nicht so schlecht bin. Erst bei der Vienna haben wir das probiert, und es klappt ganz gut.“

„Es gibt keine Spieler, die Probleme 
machen. Das merkt man am Spielfeld.“
Michael Wojtanowicz lobt den 
Charakter seines Teams.

Auch jetzt in Mannsdorf, wo Wojtanowicz nach seinem Wechsel im Sommer auch von der Position her einen „Vienna-Versuch“ festigte. In seiner gesamten Karriere, die den Offensivmann schon zu den Münchener Löwen, nach St. Pölten oder Horn führte, spielte er Mittelstürmer. Bei der Vienna ging‘s in der Vorsaison zurück auf die Positionen zehn oder sechs.

„Im Sommer hab‘ ich auch in Mannsdorf gleich gesagt, dass ich das spielen kann. So ist es jetzt auch, weil mich der Trainer hier mehr braucht als vorne. Mir taugt es in der Mitte auch schon viel mehr als vorne. Hier bist du viel mehr im Geschehen, hast immer jemanden zum anspielen. Ganz vorne musst du eher die Bälle behaupten. Das macht der Neno (Nenad Panic, Anmerkung) eh sensationell.“

Gleiches gilt auch für die bisherige Saison der Marchfelder. „Ich habe uns unter den Top-fünf erwartet“, sagt Wojtanowicz, „dass es aber so gut läuft, konnte niemand wissen. In den ersten Partien war teilweise Glück dabei, alle haben gesagt, der Lauf endet irgendwann. Man sieht aber einfach, dass wir Qualität haben. Auch charakterlich passt die Mannschaft super zusammen. Es gibt keine Spieler, die Probleme machen, wie vielleicht in den letzten Jahren. Das merkt man am Spielfeld.“