Erstellt am 02. März 2016, 05:04

von Peter Sonnenberg

Bereit für Davis Cup. Tennis / Gerald Melzer will als Fixstarter mit dem österreichischen Team in Portugal einen Schritt zurück in die Weltgruppe machen. Nach sieben erfolgreichen Wochen in Süd- und Mittel amerika genoss Gerald Melzer ein paar Tage im heimatlichen

Bereit für Portugal. Gerald Melzer fiebert dem Daviscup entgegen.  |  NOEN, privat
Nach sieben erfolgreichen Wochen in Süd- und Mittelamerika genoss Gerald Melzer ein paar Tage im heimatlichen Deutsch-Wagram, ehe es am Sonntag wieder ernst wurde: Da flog der 25-Jährige als Österreichs Nummer zwei zum Davis-Cup-Duell gegen Portugal nach Guimaraes.

Melzer fiebert dem so wichtigen Spiel in der Europa-Afrika- Zone schon entgegen: „Es kommt zum richtigen Zeitpunkt. Dominic (Anm.: Thiem) und ich sind in guter Form, auch wenn es für mich eine ganz neue Situation ist, als Fixstarter zum Davis-Cup-Team zu reisen. Aber es macht mich irrsinnig stolz, für Österreich zu spielen. Das ist das Größte.“

Damit wandelt er auf den Spuren von Bruder Jürgen, der immer sein Racket für Rot-Weiß-Rot hinhielt. „Das muss das Melzer- Gen sein“, so der Newcomer lachend. „Aber im Ernst: Ein Grund, warum Jürgen und ich den Davis Cup so lieben, kommt aus unserer Fußballervergangenheit. Wir sind nicht nur Einzelkämpfer, sondern auch begeisterte Mannschaftssportler.“

Teamgeist wird im Norden Portugals auch gefragt sein, trotz der leichten Favoritenrolle der Österreicher. Denn Portugals Nummer eins, Joao Sousa, in der Weltrangliste auf Platz 36, zählt nicht gerade zu Thiems Lieblingsgegnern. „Und gegen mich ist er ohnehin klarer Favorit“, weiß Melzer. Der zweite Starter, Gastao Elias, liegt ungefähr auf Platz 140, „das wird eine 50:50-Schnittpartie.“ Druck verspürt der jüngere der beiden Melzer-Brüder aber nicht. Und Stichwort Jürgen: Österreichs zweitbester Tennisspieler kann wegen seiner Schulterverletzung nicht zum Anfeuern mitfliegen, da seine Rehabilitation darunter leiden würde. „Aber telefonisch hole ich mir Tipps und Tricks.“

Nach dem Davis Cup geht es mit drei harten Trainingswochen in der Südstadt weiter, ehe Melzer wieder nach Übersee, diesmal nach Nordamerika fliegt: „Aus dem Koffer leben bin ich mittlerweile gewöhnt (lacht).“ Dort stehen die Qualifikation beim Turnier in Houston und drei weitere Challenger  allesamt auf Sand an.