Erstellt am 22. Juni 2016, 05:00

von Peter Sonnenberg

Comeback von Kain glückte. Thomas Kain (22) vom ATSV OMV Auersthal träumt noch immer von der EM.

Durchwachsen. Auch wenn der Fuß hielt, der Auersthaler Hürdensprinter Thomas Kain (links) war in Brüssel nicht ganz zufrieden.  |  NOEN, privat

„Der Fuß hält“, atmete Thomas Kain vom ATSV OMV Auersthal erleichtert auf. Nach seinem Ermüdungsbruch zum Auftakt der Freiluftsaison stieg der Hürdensprinter vor knapp zweieinhalb Wochen wieder ins Training ein.
Nach anfänglichem leichten Lauftraining wagte er sich schon bald über die Hürden und meldete sich letzte Woche wieder in der internationalen Wettkampfgemeinschaft zurück.

Kain nahm an den Top-Meetings in Kopenhagen und Brüssel teil. Die Zeiten standen nicht so sehr im Mittelpunkt wie der Belastungstest des rekonvaleszenten Fußes. In der dänischen Hauptstadt schaffte er 52,8 Sekunden über seine Paradedisziplin, die 400 Meter Hürden. In der belgischen Hauptstadt, im ehrwürdigen Baudouin-Stadion, ein wenig langsamer.

„Es war okay, aber weit davon entfernt, was ich draufhabe“, so Kain selbstkritisch. Für das erhoffte EM-Ticket für Amsterdam reichte es nicht. Dafür hat der gebürtige Wiener nur mehr diese Woche Zeit. „Ich würde mal behaupten, es wird knapp (lacht). Nein, im Ernst: Wir schauen uns noch an, bei welchem Meeting wir am Wochenende melden. Dort gibt es dann volles Risiko.“

Sollte es nichts mit der EM werden, gibt es ohnehin genug andere Ziele, egal ob die österreichischen Meisterschaften oder schon die Vorbereitung auf das nächste Jahr, wenn die U23-WM als Highlight auf dem Programm steht.


Hintergrund

Zur Person
Der gebürtige Wiener Thomas Kain kam am 20. Juli 1993 auf die Welt und startet für den ATSV OMV
Auersthal. Der Hürdenspezialist hat in den letzten Jahren eine Leistungsexplosion durchgemacht, er stellte 2014 über seine Paradedisziplin 400 Meter Hürden eine neue österreichische Jahresbestmarke in 50,90 Sekunden auf und qualifizierte sich als jüngster Athlet im Feld für die EM in Zürich, wo er allerdings in der Vorrunde scheiterte.

Nach einer durchwachsenen Saison 2015 legte er 2016 nach einer guten Hallensaison mit einigen Medaillen bei den Staatsmeisterschaften und einem intensiven Trainingslager in Südafrika gut los, ehe ihn der Ermüdungsbruch am linken Fuß zur Pause zwang.