Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:02

von Peter Sonnenberg

EM-Bronze für Mader. Rollstuhl-Tischtennisspielerin Doris Mader aus Gänserndorf glückte die Generalprobe bei europäischen Titelkämpfen in Dänemark für die Paralympics 2016 in Rio.

EM-Bronze. Doris Mader war zunächst hochkonzentriert an der Platte und hatte danach mit ihrer Medaille allen Grund zum Lächeln.  |  NOEN, privat

„Ende gut – alles gut!“, so lautete das Fazit der Gänserndorfer Behindertensportlerin Doris Mader nach den diesjährigen Tischtennis-Europameisterschaften im dänischen Vejle. Kein Wunder, mit Bronze bewies die Rollstuhltischtennisspielerin einmal mehr Klasse.

Dabei waren die Vorzeichen nicht gerade ideal: Die Vorbereitungsphase begann vor dem Sommer mit einer verletzungsbedingten Pause, dann fiel auch noch ihr wichtigster Trainingspartner, Andreas Vevera, krankheitsbedingt lange Zeit aus. In Vejle angekommen, waren dann die vom Veranstalter bereitgestellten Unterkünfte nicht rollstuhlgerecht und so musste noch kurz vor dem einzigen Training in der Wettkampfhalle das Hotel gewechselt werden.

„Das waren wirklich viele Stressfaktoren“, erinnert sich die 39-jährige Marchfelderin zurück. Schließlich erfuhr sie erst am Vorabend des ersten Matches, dass andere Bälle, mit einem völlig unterschiedlichen Absprungverhalten, gespielt werden sollten, als ursprünglich angekündigt. Was viele andere Sportler um ihren Verstand gebracht hätte, führte bei der sympathischen Niederösterreicherin zu einer „Jetzt-erst-recht“-Einstellung.

Das schlug sich auch in den Ergebnissen nieder: In der Vorrunde bezwang sie die Türkin Cakir und die Britin Campbell jeweils klar mit 3:1. Nur gegen die Weltranglisten-Vierte Muzinic (Kroatien) musste sie sich unglücklich mit 2:3 geschlagen geben. Als Vorrundenzweite traf sie anschließend im Viertelfinale auf die Slowakin Kanova. In einer hochkarätigen Partie ließ sie der Nummer fünf der Weltrangliste keine Chance und besiegte sie – seit 2005 das erste Mal wieder – mit 3:1. Im Halbfinale schließlich traf sie auf die Nummer eins der Weltrangliste und späteren Europameisterin Ahlquist aus Schweden, gegen die sie trotz starker Leistung deutlich mit 0:3 unterlegen war.

Dennoch war die Freude über die Bronzemedaille, die einzige Einzel-Medaille des österreichischen Teams, riesig. „Am Ende konnte ich trotz einiger Hürden mein Ziel einer EM-Medaille doch erreichen! Das habe ich durch die Hilfe meines tollen Teams geschafft.“ Und mit einem verschmitzten Lächeln fügt sie hinzu: „Rio, ich komme!“