Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:02

von David Aichinger

Alle Ober-Grafendorf- Spiele 0:0 gewertet. Die Landesliga verliert ein Team, Mannsdorf den 2:1-Erfolg aus der ersten Runde. Trainer Prehsel: „Hauptsache fair.“

„Air Casanova“. Ex-Rieder Nacho Casanova (7) machte mit seinem Kopfballtor einmal mehr den Unterschied für Mannsdorf. Sturmkollege Nenad Panic schnürte zuvor einen Doppelpack.  |  NOEN, Mathias Windisch

Zum zweiten Mal binnen drei Saisons verliert die 1. NÖN Landesliga mitten unter der Spielzeit aus finanziellen Gründen ein Team. 2013/14 musste der ASC Götzendorf zur Saisonhälfte aufgeben, jetzt ist der ATSV Ober-Grafendorf insolvent. Mit einem Schuldenstand von 339.000 Euro. Die freitägige Partie in Waidhofen an der Thaya wurde schon nicht mehr ausgetragen. Die NÖN berichtete.  

„Mir tun die Leute hinter den Kulissen leid. 
Sie haben alles für diesen Verein gemacht.“
Der Mannsdorfer Marcel Vittner kickte
2013 auch kurz in Ober-Grafendorf.

Was bedeutet das, vier Spieltage vor Ende der Hinrunde, für den SC Mannsdorf und alle weiteren Vertreter der Landesliga?

Laut ersten Informationen sollen alle bisherigen, wie auch alle noch ausstehenden Partien der Ober-Grafendorfer mit 0:0 und null Punkten gewertet werden. Mannsdorf hatte am ersten Spieltag auswärts 2:1 gewonnen, verliert damit diese drei Punkte, so wie die neun anderen Teams, die bisher gegen Ober-Grafendorf gespielt und gewonnen haben.

Mannsdorf-Trainer Christian Prehsel bezog dazu Stellung: „Ich hätte mit einem 3:0 pro Spiel gerechnet, aber das hätte uns zum Beispiel das Torverhältnis aufgebessert. Ich denke, am wichtigsten ist, dass es allen Vereinen gegenüber fair ist. Keiner soll benachteiligt werden, egal ob Erster oder ganz unten. Von daher ist das schon okay so.“

Vittner: "Klub hatte Top-Voraussetzungen"

Einen Bezug zu Ober-Grafendorf hat aus dem aktuellen Mannsdorf-Kader nur Marcel Vittner. Der 20-Jährige landete nach acht Jahren im Austria-Nachwuchs, sowie zwei bei der Columbia Floridsdorf, im Jänner 2013 bei den Niederösterreichern, zog aber nur zwei Monate später nach Mannsdorf weiter. Durch die Jugendspielerregelung durfte er nochmals wechseln.

Warum er den nun insolventen Ober-Grafendorfern so schnell wieder den Rücken kehrte, will Vittner nicht näher erläutern: „Das hatte mehrere Gründe. Nur so viel, es hatte nichts mit dem Finanziellen zu tun.“ Dass nun die Lichter ausgingen, findet der Mittelfeldspieler schade: „Der Klub hatte Top-Voraussetzungen, um mindestens in der 1. Landesliga zu spielen. Am meisten tun mir aber die Leute hinter den Kulissen leid. Sie haben alles für diesen Verein gemacht, waren immer sehr freundlich und hilfsbereit.“