Erstellt am 27. Juli 2016, 05:00

von Peter Sonnenberg

Marco Nekvasil macht Pause nach Sturz. Für das Matzner Motorrad-Top-Talent Marco Nekvasil (19) endete die Saison nach einem schweren Sturz frühzeitig am OP-Tisch.

Marco Nekvasil  |  NOEN, privat

„Ruhig sein gehört nicht gerade zu meinen Stärken“, verlor das Matzner Motorrad-Top-Talent Marco Nekvasil zumindest nicht seinen Humor nach seinem schweren Sturz im bel gischen Zolder im Rahmen des vierten Laufs der IDM Superstock- 1000-Klasse, der internationalen deutschen Motorradmeisterschaft.

Die Diagnose war niederschmetternd: der linke Schienbeinkopf komplett zertrümmert, das Wadenbein gebrochen und den rechten Knöchel abgesplittert. Vor knapp zwei Wochen wurde er operiert und darf jetzt zehn Wochen das Bein nicht bewegen. Wenigstens bekam er letzte Woche eine Schiene. Wie kam es überhaupt zum Sturz? Im Freien Training am Freitag hatte es den BMW-Piloten in der zweiten Kurve erwischt.

„Es passierte ohne Fremdeinwirkung, ich war zu spät auf der Bremse und dann bin ich schon geflogen. Das war ein wilder Rodeoritt.“ Nach dem Abtransport in ein belgisches Spital hätte er dort gleich operiert werden sollen, aber im letzten Moment gab es noch einen Rückflug nach Österreich. Dort angekommen, wurde er schließlich in Wien operiert. „Meine erste wirklich schwere Verletzung. Blöd nur, dass sie zum ungünstigsten Zeitpunkt kam“, seufzte Nekvasil.

Denn nach einem verpatzten Saisonstart (Anm.: Nekvasil galt als einer der Titelanwärter) lief es für den 19-Jährigen vom Team Van Zon-Remeha-BMW immer besser, der erste Tagessieg schien nur mehr eine Frage der Zeit. „Ich habe mich zu Beginn der Saison einfach nicht wohlgefühlt auf der Maschine, mit dem Fahrwerk und dem Motor. Aber wir kamen auf Touren, und dann das, einfach nur ärgerlich.“ Sein Teamchef Werner Daemen sieht es ähnlich: „Er hatte es bei den ersten Rennen ja nicht ganz leicht, aber er kam immer besser in Schwung, je länger die Saison dauerte.“

Doch lange mit der Welt und sich selbst hadern will der Marchfelder nicht, der Fokus ist schon auf 2017 gelegt. „Dann will ich wieder topfit auf das Bike steigen. Ich habe zwar nur einen Einjahresvertrag, aber ich denke, ich werde beim Team bleiben. Nur die Klasse könnte ich wechseln, mir schwebt die IDM-Superbike vor.“ Das würde insofern Sinn machen, da diese als erster Schritt zu einer mög lichen Profikarriere in einer der drei großen Motorrad-Welt meisterschaften (MotoGP, Moto2 und Moto3) gilt.