Erstellt am 12. Oktober 2016, 05:00

von Peter Sonnenberg

Predl „sattelt“ um: Vom Ultraläufer zum Extremradfahrer. Der Lasseer Ultraläufer Rainer Predl (26) hat ein neues Großprojekt: Das „Race Around Austria“ – auf dem Fahrrad.

 |  NOEN, privat

Rainer Predl sorgt (wieder) für Schlagzeilen: Nach vielen Jahren als Ultra- und Extremläufer, in denen er mit österreichischen Staatsmeistertiteln im 100-Kilometer-Lauf, dem Sieg beim berüchtigten Sahara-Marathon und Weltrekorden auf dem Laufband einiges erreichte, „sattelt“ der 26-Jährige nun um und wird auch Extremradfahrer.

2.000 Kilometer und 30.000 Höhenmeter

Eine neue Rennmaschine, Ausstattung und Startkapital ermöglichen es dem Marchfelder, sein erstes Projekt, das „Race Around Austria“ am 8. August 2017, starten zu können: 2.000 Kilometer und 30.000 Höhenmeter rund um Österreich. Es handelt sich um eines der härtesten Radrennen Europas und für Predl bietet sich die Möglichkeit, sich für sein sportliches Fernziel, das „Race Across America“, qualifizieren zu können.

„Aber nicht nur, um dort teilzunehmen, sondern auch, um vorne mitzu fahren“, stellt Predl gleich einmal klar. Wie kam es überhaupt zu seinem Sinneswandel? „Nach dem Kniescheibenbruch und meinen zwei letzten erfolg reichen Rennen (Anm.: 100-km-Staatsmeisterschaft und 48-Stunden-Weltrekordversuch) war die Bandscheibe nicht so erfreut. So kam es zum Umstieg in den Radsport, zumindest vorläufig einmal.“

Predls Betreuerteam wurde schon gecoacht

Dabei konnte er auch schon sein erstes Radrennen „Zwölf Stunden von Hitzendorf“ testhalber ohne Probleme bestreiten. „Es machte einen riesen Spaß und mein Ehrgeiz sowie der sport

liche Gedanke waren wieder geweckt“, begründet Predl. Der Umstieg auf zwei Räder stellte aber auch sein Betreuerteam vor neue Herausforderungen. „Meine Helfer wurden schon neu eingeschult. So ist es essenziell wichtig, den richtigen Umgang mit der Verpflegung vom Auto aus Sicherheitsgründen tags- und nachtsüber zu beherrschen. Weiters werden solche Langstreckenrennen mit Roadbooks, GPS Tracking und Co. geordnet und verfolgt. Taktische Renneinteilung von Athleten und das perfekte Zusammenspiel des Teams entscheiden hier stark den Rennverlauf“, weiß der Lasseer, was alles auf sein Team und ihn zukommt.

Das Training läuft gut, Radausfahrten um die 300 Kilometer sind keine Seltenheit. Ein großes Thema werden auch die Berge sein: „Als Marchfelder sind wir nicht so sehr mit Höhenmetern gesegnet“, so Predl lachend. Das Laufen lässt er aber trotzdem nicht ganz, ein weiteres Projekt ist schon fixiert: der Sahara-Marathon im Februar 2017. „Noch ist viel Zeit bis dahin (lacht).“