Erstellt am 11. Mai 2016, 05:04

von Peter Sonnenberg

Silber und Bronze für Onea. Behindertensportler Andreas Onea (23) bewies bei der EM im portugiesischen Funchal, dass er für die Paralympics bereit ist. Zweimal Edelmetall für den Deutsch-Wagramer.

Stolz auf Silber und Bronze: Andreas Onea.  |  NOEN, Privat

Der Deutsch-Wagramer Andreas Onea setzte bei den IPC Europameisterschaften in Funchal (Portugal) letzte Woche ein Ausrufezeichen: Der Behindertensportler gewann eine Bronze- und eine Silbermedaille.

In neuer österreichischer Rekordzeit von 2:31,10 Minuten holte er am Donnerstag sensa-tionell die Bronzemedaille über 200 Meter Lagen in der Klasse SM8. Bereits im Vorlauf zeigte der Deutsch-Wagramer, dass mit ihm zu rechnen war: Er verbessert seine Bestzeit.

Im Endlauf legt er noch einen drauf und verbessert sich im Vergleich zum Vorlauf erneut um 2,90 Sekunden. Damit sichert er sich bereits seine sechste Medaille bei einem Großereignis.

„Ich bin sprachlos. Der ganze Tag war voller Emotionen! Ich habe mich selbst mit dieser Leistung überrascht und bin unglaublich glücklich, dass ich auch abseits meiner Hauptlage international aufzeigen konnte. Vor allem, dass sich mein Unfall heute zum 18. Mal gejährt hat, macht den Erfolg emotional noch um einiges greifbarer“, sprudelte es nur so aus ihm heraus.

Schwimmrichtung nach Rio stimmt

Am Freitag lief es in Oneas Paradedisziplin 200 Meter Brust noch besser. Im Vorlauf qualifiziert sich der Para-Schwimmer als Schnellster für das Finale, wo es dann auch ordentlich zur Sache ging.

Entsprechend seiner Vorlaufleistung lag der Marchfelder den Großteil des Rennens in Führung, musste dann den Sieg aber dem Italiener Federico Morlacchi überlassen, der auf den letzten Metern in einem spannenden Fight vorbeizog. Somit fehlten Onea 0,79 Sekunden auf Platz eins.

Der dritte Platz ging an den Franzosen Charles Rozoy. „Das war ein ex-trem hartes Rennen. Ich bin leider eine Spur langsamer geschwommen als im Vorlauf, am Ende hat dann die letzte Kraft gefehlt, um noch einen draufzulegen“, analysierte Onea.

„Die Goldmedaille war sehr nahe, das ist natürlich ein bisschen bitter, aber EM-Silber ist ein absoluter Erfolg und ich bin unglaublich glücklich. Die Richtung für Rio stimmt also und ich blicke sehr zuversichtlich in die nächsten Monate“, zog der Projekt-Rio-Athlet positiv Bilanz.

Neben seinen beiden Medaillen verbesserte der nebenbei auch als ORF-Moderator tätige Onea auch noch zwei österreichische Rekorde (200 Meter Lagen, 100 Meter Delfin) und erreichte im Finale über 100 Meter Delfin den siebenten Platz, nur 0,75 Sekunden von Bronze entfernt.