Erstellt am 01. Juni 2016, 06:05

von Peter Sonnenberg

Aus als Motivation für Gerald Melzer. Trotz der Erstrundenniederlage bei der Grand-Slam-Premiere in Paris zog der Deutsch-Wagramer Gerald Melzer (25) positiv Bilanz.

Erstes Grand-Slam-Turnier. Gerald Melzer.  |  NOEN, APA/Fohringer

„Natürlich bin ich nicht ganz zufrieden wie ich gespielt habe, aber es war trotzdem ein gutes Turnier und darauf kann man aufbauen“, zog Gerald Melzer trotz seines Erstrunden-Aus in der letzten Woche bei den French Open gegen den Briten Aljaz Bedene (mit 6:4, 3:6, 4:6 und 4:6) nach seiner Abreise aus Paris zufrieden Bilanz. Immerhin hatte er sich erstmals für einen Grand-Slam-Bewerb qualifiziert. „Damit ist sicher ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Ich bin überzeugt, dass es nicht mein letzter Hauptbewerb hier war“, blickte Melzer zuversichtlich in die Zukunft.

Für den 25-Jährigen geht es nun wieder auf kleinere Tennis-Bühnen. Er spielt der Reihe nach die Challenger in Fürth, Prag und Poprad Tatry. „Und dann ist eh schon die Wimbledon-Qualifikation.“ Er wird direkt von den Sandturnieren in die Ausscheidung für das dritte Grand-Slam-Turnier gehen. „Ich habe erst einmal ein Match auf Rasen gespielt, und das war gegen meinen Bruder, also habe ich nicht so viel Rasenerfahrung.“ Gerald Melzer verfolgt natürlich auch die Comeback-Bestrebungen seines Bruders Jürgen. Der 35-jährige große Bruder möchte ja am 6. Juni auf Sizilien auf die Tour zurückkehren.

Melzer-Verwechslung im Pressezentrum

„Er wird sicher ein paar Matches brauchen, bis er seinen Rhythmus findet. Wenn er fit wird, traue ich ihm noch immer zu, dass er um die 50 (im ATP-Ranking, Anm.) spielt, das auf alle Fälle“, konstatierte Gerald Melzer. Er müsse im Kopf frei spielen können. „Ohne Angst, dass ihm was wehtut. Ich hoffe, dass es in drei Wochen schon soweit ist. Auf jeden Fall soll er sich die Zeit nehmen.“ In Paris hatte Jürgen Melzer 2010 ja seine Sternstunde im Einzel eines Tennis-Major-Turniers gefeiert: Nach einem 0:2-Satz-Rückstand gegen Novak Djokovic drehte der Deutsch-Wagramer das Viertelfinale gegen den damaligen Weltranglisten-Dritten noch zum Triumph mit 3:6, 2:6, 6:2, 7:6 und 6:4 und zog ins Semifinale ein – ein Semifinale, das Melzer Österreichs Topstar Dominic Thiem sogar schon 2016 zutraut. „Das ist, glaube ich, drinnen. Ich wüsste nicht, wa-rum nicht“, analysierte der Ältere der beiden Melzer-Brüder.

Und Jürgen Melzer, der seit 2003 jedes Jahr hier gespielt hatte und derzeit noch rekonvaleszent ist, war kurioserweise auch im Medienzentrum ein Thema: Bei der Ankündigung der Pressekonferenz Gerald Melzers wurde fälschlicherweise Jürgen aufgerufen. Gekommen ist aber dann der richtige Melzer.


Zur Person

Gerald Melzer wurde am 13. Juli 1990 geboren und spielt seit 2010 als Profi auf der ATP-Tour. Aktuell liegt der Deutsch-Wagramer auf Platz 155 der ATP-Weltrangliste. Seine beste Platzierung erreichte er vor knapp einem Jahr, als er auf Platz 140 lag.

Trainiert wird er vom ehemaligen Weltklassespieler Markus Hipfl in Linz. Neben dem Tennis zählen der Fußball (Lieblingsverein Austria Wien) und das Angeln zu seinen Hobbys.