Erstellt am 20. April 2016, 12:36

von David Aichinger und Bernhard U. Wieser

Tennis-Star Melzer soll bald am Fußballfeld auflaufen. Jürgen Melzer könnte am Samstag sein Fußball-Comeback für Deutsch-Wagram in der 1. Klasse Nord feiern. Markus Keck fällt dafür aus.

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Mitte letzter Woche war die Stimmung beim ATSV Deutsch-Wagram noch hervorragend. Obmann Werner Matzinger verkündete voller Stolz, dass ein ehemaliger Sportler des Jahres dem abstiegsbedrohten Verein helfen wird: „Tennisspieler Jürgen Melzer wird uns verstärken. Er will sich bei uns fithalten und wird vielleicht schon am Wochenende gegen Ladendorf eingesetzt. Die Spieler sind begeistert, mit einem Spitzensportler wie ihm trainieren und spielen zu dürfen.“

Der 34-Jährige, dessen Vater Bürgermeister von Deutsch-Wagram war, hatte schon immer einen Bezug zum Fußball und zum ATSV. Was sagt er selbst? „Ob ich wirklich schon spielen werde, entscheiden wir Ende der Woche. Ich kenne den Trainer (Anm.: Christian Poppe) schon ewig und habe ihn einfach gefragt, ob ich mittrainieren kann.“

„Ich wollte einfach Abwechslung
in mein Therapieprogramm bringen und
bin mit meinem Team auf Fußball gekommen.“

Genau das tut er jetzt. Gemeldet ist Melzer beim ATSV ohnehin schon seit Jugendtagen. Ein Problem für die operierte Schulter sieht er nicht: „Die ist soweit in Ordnung, nur überkopf gibt es noch Schwierigkeiten. Was beim Kicken aber egal ist.“ Wo Österreichs zweitbester Tennisspieler am liebsten spielt? „Mittelfeld oder Sturm (lacht).“

Im Spiel gegen Angern schlug die Freude über die Melzer-Story aber in Schock um. Kapitän Markus Keck erlitt ohne Fremdeinwirken eine schwere Knieverletzung und muss damit die Saison und auch seine Spielerkarriere beenden. Matzinger ist untröstlich: „Es ist unglaublich bitter, dass Markus so von der Fußballbühne abtritt. So ein Karriereende hat er sich nicht verdient. Wir werden aber für ihn kämpfen und zusammen den Klassenerhalt schaffen.“

Keck, der 2006 einen Kreuzbandriss im selben Knie erlitt, merkte sofort, „dass etwas im Knie kaputt ist. Vom Geräusch her hat es sich genauso angehört wie damals. Mal schauen, was bei der MR am Donnerstag herauskommt.“ Der Kapitän ärgert sich auch, dass er dadurch nicht mehr mit Melzer spielen wird können: „Sehr schade, denn ich kenne ihn schon länger. Wenn ich wieder fit bin, fordere ich ihn aber am Tennisplatz heraus.“