Erstellt am 15. September 2015, 15:46

von David Aichinger

„Unglaublich, was da heute passiert ist“. Die Kids der Acakoro Akademie aus Kenia schlugen, angefeuert von fast allen in Orth, im Finale des Donauauencup ‚Barca‘.

 |  NOEN, David Aichinger
Fußball steht für Emotionen. Was sich aber am Sonntag beim dritten Donauauencup für U11-Mannschaften während und vor allem nach dem Finale entlud, suchte seinesgleichen. Die Acakoro Akademie, ein Caritas-Projekt aus Kenia (siehe Hintergrund-Box links unten), schaffte es bis ins Finale und stand dort dem großen FC Barcelona gegenüber. Während eine Gruppe von spanischen Frauen mit lauten Gesängen den Nachwuchs des amtierenden Champions League-Siegers anfeuerte, hatte sich der Rest in Orth auf die andere Seite geschlagen.

„Acakoro, Acakoro“, tönte es schon während der 20 Final-Minuten überall rund ums Spielfeld. Ob die Kollegen um Rapid, Austria, Liverpool und Juve, oder die neutralen Zuschauer – jeder schien es den Kids aus Afrika zu gönnen. Und die zeigten im Endspiel, dass sie auch richtig gut kicken können. „Mannschafts-taktisch sind sie nicht so weit wie andere, da haben sie glaube ich noch sehr wenig gemacht. Individuell waren sie für mich aber die Allerbesten. Das Dribbeln steht absolut im Vordergrund, die Burschen sind fast Ballkünstler“, lobte Turnierleiter Josef Jansky.

Begonnen hatte der Cup für Acakoro noch mit einem 0:1 gegen Rapid. Erst im Penaltyschießen ging‘s gegen Fulham in die Finalspiele. „Die Lernkurve war beeindruckend“, fand Jansky, „wie schnell sie gemerkt haben, wie der Hase bei solchen Turnieren läuft.“

Lindenbauer versprach Bayern und Real Madrid 

So kam am Ende, was viele gehofft hatten: Die Kenianer gewannen auch das Finale 1:0 gegen Barcelona, das damit zum dritten Mal in Serie auf Platz zwei landete. Und was sich danach abspielte, war überwältigend. Sekundenbruchteile nach Schlusspfiff war das Spielfeld mit Menschen überflutet. Die Sieger wurden gefeiert und getragen, jeder wollte Fotos und sogar Autogramme haben.

Bei der Siegerehrung, bei der einige der afrikanischen Kids minutenlang mit den Tränen kämpften, standen alle anderen Teilnehmer für die Sieger Spalier. Andreas Lindenbauer, Erfinder des Turniers, fehlten die Worte: „Unglaublich, was da heute passiert ist. Wir sind alle den Tränen nah, emotional am Ende.“ Auch Jansky, als Nachwuchscoach bei Rapid schon unzählige sportliche Emotionen erlebt, war sprachlos: „Das topt alles. Ich habe im Vorfeld vermutet, dass sie die Top-Ten schaffen können. Dass sie aber so gut sind, hätte ich nicht gedacht.“

Auch neben der drehbuchwürdigen Geschichte des Turniers war der Donauauencup wieder top. Etwa 2.500 Zuschauer sollen an den beiden Tagen insgesamt in Orth gewesen sein. Bei der nächsten Auflage in Großenzersdorf darf Acakoro seinen Titel verteidigen, Lindenbauer versprach in seiner Rede dazu noch zwei Kracher: Real und Bayern sollen kommen.