Erstellt am 12. April 2017, 03:11

von Peter Sonnenberg

Weiter nicht erstklassig. Die beiden Deutsch-Wagramer Gerald und Jürgen Melzer verloren mit dem österreichischen Davis-Cup-Team in Weißrussland und werden auch 2018 nicht in der Weltgruppe spielen.

Was kann ich dafür? Trotz gelungenem Jahresstart rutschte Gerald Melzer aus den Top 100 und will jetzt in Südamerika wieder den Sprung zurück schaffen.  |  APA/Barbara Gindl

Österreichs Davis-Cup-Team ist auch 2018 nicht erstklassig. Gerald Melzer verlor am Sonntag das dritte Einzel beim Länderkampf in Minsk gegen die weißrussische Nummer eins Ilja Iwaschka nach 2:40 Stunden 6:7, 6:3 ,3:6 und 1:6. Die Gastgeber hatten damit die uneinholbare 3:1-Führung fixiert, auf das Schlusseinzel, bei dem Bruder Jürgen zum Einsatz gekommen wäre, konnte bei reglement gemäß zumindest vier gespielten Sätzen am Sonntag verzichtet werden.

Während die Weißrussen von 15. bis 17. September um den Aufstieg in die Weltgruppe kämpfen, spielt Österreich zum gleichen Termin zunächst daheim gegen Rumänien. Bei einem Sieg ist der Klassenerhalt geschafft, im Falle einer weiteren Niederlage müsste ein weiterer Länderkampf über den Abstieg entscheiden. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass Papierform und Ranglistenplatzierungen kein Freibrief für Erfolge sind. Iwaschka (ATP-172.) war sowohl am Freitag gegen Jürgen Melzer (156.), als auch am Sonntag gegen Gerald (109.) eigentlich Außenseiter, und Egor Gerasimow (263.) war dank Challenger-Sieg und starker Form am ersten Tag für Gerald Melzer außer Reichweite. Was blieb, war der Doppel-Punkt am Samstag durch Julian Knowle und Jürgen Melzer und zumindest wieder ein Heimspiel von 15. bis 17. September.

„Iwaschka hat schon am Freitag gegen Jürgen sehr gut gespielt, ich wusste also, was mich erwartete“, konstatierte Gerald Melzer, dessen Davis-Cup-Bilanz nach sechs Einzeln nun bei 1:5 steht, enttäuscht. „Ich habe sofort ins Match gefunden. Leider konnte ich vom Break im dritten Satz nicht profitieren. Nach dem Rebreak hat er wieder unglaubliche Bälle gespielt. Und ich habe zu viele Fehler gemacht.“

Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek attestierte Melzer dennoch „ein großartiges Match“, fügte aber auch hinzu: „Die Weiß russen haben hier gegen uns auf Top-Level gespielt und im richtigen Moment die Hochform gefunden. Gratulation.“

Der Ordnung halber: Ein Sieg gegen Rumänien bedeutet den Klassenerhalt, eine neuerliche Niederlage würde einen weiteren Länderkampf im Oktober gegen den Abstieg bedeuten.