Erstellt am 15. September 2015, 09:17

von Petra Suchy

30km fehlten auf Gold. Ein sensationelles Saisonfinish legte Thomas Neuwirth (29) im 24-Stunden-Race in Hitzendorf hin: Mit 685 Kilometern fuhr er auf den dritten Platz!

Sein größter »Lady-Fan« lief Thomas Neuwirth gleich im Ziel entgegen und gratulierte zu Bronze - Mama Sabine.  |  NOEN, privat

Den angepeilten Start beim Wörthersee Trail-Maniak-Ultralauf (120km) am kommenden Wochenende spritzte Thomas Neuwirth zugunsten des 24-Stunden-Radmarathons im steirischen Hitzendorf. Der Litschauer Extrembiker hatte aus dem Vorjahr noch eine Rechnung mit der anspruchsvollen Strecke offen: Nach 17 Stunden und 481 Kilometern hatte er damals krankheitsbedingt frühzeitig als Gesamt-35. abbrechen müssen.

„So knapp war ich noch nie dran!“

Am Sonntag gelang dem 29-Jährigen bei seinem erst fünften Radmarathon eine kleine Sensation: In 24 Stunden absolvierte er 685km und 5.340 Höhenmeter, kam als Dritter ins Ziel –  und lag nur 30km hinterm Sieger. „So knapp war ich noch nie dran!“, freute sich Neuwirth und blieb damit unverhofft noch zur Siegerehrung.

Viel beschleunigen, viel abbremsen und immer konzentriert bleiben – das sind die Herausforderungen des 3,85km kurzen Kurses rund um die Hitzendorfer Kirschenhalle. Seine Taktik passte der Waldviertler den Verhältnissen diesmal gut an. Mental und körperlich lief es bei kühlen, dafür trockenem Wetter einwandfrei – Neuwirth: „Ich hab auch beim Nachtfahren gegrinst, auch wenn man‘s da vielleicht nicht sehen konnte.“ Am einzigen wirklichen Anstieg (18%) hätte man ihn aber zumindest um 4 Uhr früh lautstark fluchen hören können – da riss am obersten Zipfel das Schaltseil. „Zum Glück war ich schon oben, sonst hätt ich mein Rad mit dem höchsten Gang rauf schieben müssen!“ Dass dann auch noch das Vorderlicht ausfiel, war Nebensache.

Glück im Unglück: Seil riss erst oben am Berg

Die Reparatur – Neuwirth musste als einziger Mechaniker in seinem Team selbst Hand anlegen – kostete ihm eine halbe Stunde. „Schlimmer war aber, dass ich total ausgekühlt bin und erst nach einer Stunde wieder im Flow drin war“, erinnert er sich, „ich hatte aber danach das Gefühl, dass ich verdammt schnell unterwegs war.“ So sah das auch der Moderator, der dem Publikum den Litschauer als 3. Herrn im Ziel ankündigte.

Neuwirths nächstes Abenteuer steht schon fest: Ab Oktober trainiert er für das Race Around Austria 2016 – seine Schrenk-Sportteam-Kollegen haben sich als Betreuercrew angeboten…