Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:03

Die zehn größten Sport-Erfolge 2015. Von Europameistern & Weltrekordlern, von Meistertiteln & Aufstiegen, von boomenden Laufveranstaltungen und dem Mega-Motor-Highlight Traktorrennen.

Mit Doppelgold im Team & Doppel kürt sich Stefan Fegerl (rechts, mit Doppel-Partner Joao Monteiro) zum Helden der Tischtennis-Europameisterschaft. Nicht nur beim Unterlembacher, sondern auch in der Heimat ist die Euphorie groß.  |  NOEN, SERGEI ILNITSKY (EPA)

Das Jahr des Stefan Fegerl

Der Unterlembacher Stefan Fegerl bringt Tischtennis-Österreich bei der Europameisterschaft in Jekaterinburg (Russland) an die Spitze Europas. Erst sorgt er mit dem Nationalteam für ein furioses Turnier, wo Fegerl & Co im Finale Deutschland mit 3:2 den Schneid abkaufen und den ersten EM-Titel für Österreich in der Geschichte einfahren.

Noch sensationeller schlägt sich der Unterlembacher im Doppel. Mit seinem neuen Partner Joao Monteiro eigentlich zum Spaß angetreten, überstehen die beiden Runde um Runde bis sie auf einmal im Finale stehen. Das Duo liefert sich mit dem Paradedoppel Robert Gardos/Daniel Habesohn einen echten Krimi. Am Ende jubeln aber die Underdogs. Und Stefan Fegerl ist zweifacher Europameister! „Unbeschreiblich, was da passiert“, kann er im NÖN-Interview sein Glück noch gar nicht fassen.

Aber das Glück soll noch weitergehen. Nur eine Woche nach den EM-Triumphen spielt er bei den Polish Open sein erstes World-Tour-Finale. Das beschert dem 27-Jährigen im November einen gewaltigen Sprung in der Weltrangliste – von 46 auf 23. Im Dezember springt er um einen weiteren Platz nach vor, überholt Robert Gardos und ist damit erstmals bester Tischtennisspieler Österreichs.

In der Heimat werden die Erfolge überschwänglich wahrgenommen. Sein Heimatverein TTC Großdietmanns und die Marktgemeinde Großdietmanns bereiten ihm Ende November einen riesigen, warmherzigen Empfang in der Heimat – mit netten Worten, vielen Ehrungen und einem Showmatch gegen Werner Schlager.
 

Kugler wieder on top

Auch ein zweiter Europameister kommt aus dem Bezirk Gmünd. Der Steinbacher Armin Kugler knüpft 2015 nahtlos an seine Erfolge im Holzsport aus 2014 an. Beim letzten Eurojack-Bewerb im tschechischen Jihlava am 9. August krönt er sich nicht nur zum Tagessieger, sondern wiederholt auch seinen Gesamtsieg in der Eurojack-Wertung.

Nur eine Woche später ist der 24-Jährige in der Staatsmeisterschaft nicht zu bremsen. In Schladming sieht das Publikum eine One-Man-Show. Kugler verteidigt den Staatsmeistertitel überlegen (neuer Österreich-Rekord an der Zugsäge – 14:37sek). Auf Rang zwei landet Josef Laier aus Oberlembach.

Damit qualifizieren sich die beiden auch für die Weltmeisterschaft in Posen (Polen). Am 14. November zeigt Kugler dort mit einem zehnten Platz im Hauptbewerb auf.
 

Boom bei Lauf-Events

Hatte man im Vorjahr noch über den Fortbestand des Waldviertler Laufcups diskutiert, deutet heuer alles klar auf eine wachsende Community hin. Der LT Gmünd hebt die neue „Gmünder Erlebnisläufe von Nord nach Süd“ aus der Taufe, die Locations wie den Herrensee in Litschau, das Schremser Moorbad und den Mandelstein in den Laufkalender einbindet.

Insgesamt lockt die Serie 673 Finisher auf die abwechslungsreichen Strecken. Positiv in der Szene fällt auch die von „Xandi“ Meixner und dem Sole-Felsen-Bad gegründete Läufergruppe „Sole Runners“ in Neon-Orange auf. Altbewährte Klassiker sind abermals für Starterrekorde gut – allen voran der Gmünder Silvesterlauf mit rund 580 Finishern und der Gmünder Sporttag mit 275 Finishern in fünf Bewerben, davon knapp 100 Youngsters.
 

Schremser wieder Wahlsieger

Die NÖN-Sportlerwahl wird im Frühjahr einmal mehr zum Triumph für den ASV Eaton Schrems. Die starke Fan-Basis hebt Sercan Nikbay auf den Thron. Sportlerin des Jahres wird Corinna Zeman, für die das Jahr 2015 allerdings sonst eher zum Vergessen ist: Kreuzbandriss im Frühjahr, Meniskusschaden im Dezember.

Bei der Wahl zur „Guten Seele“ wird der ASV Schrems hingegen vom SC Sparkasse Litschau noch überflügelt. Tausendsassa Ernst Katzenbeißer, der bei den Schrammelstädtern bei fast allen Aktivitäten seine Hände im Spiel hat, wird von seinem Verein zur „Guten Seele“ des Jahres gewählt.
 

Eibenstein beschenkt sich

Ein schöneres Geschenk zum 50-Jahr-Jubiläum gibt es eigentlich nicht. Nur wenige Tage nach der großen Jubiläumsfeier geht der SV Eibenstein als Sieger aus dem Vierkampf mit Bad Großpertholz, Kirchberg und Arbesbach um den Meistertitel der 2. Klasse Waldviertel Süd hervor.

So schön das Jahr begonnen hat, so unrühmlich geht es für den SV Eibenstein zu Ende. Nach gutem Start in die Saison in der 1. Klasse Waldviertel läuft vieles schief. Unrühmlicher Höhepunkt: Zwei Wochen nachdem Meistertrainer Wilfried Prinz im Herbstfinish aus gesundheitlichen Gründen den Hut nimmt, tritt auch dessen Nachfolger Christian Prinz ab.
 

DFC zurück an der Spitze

Zurück an die fußballerische Spitze des Landes geht es für den DFC Heidenreichstein. Im Frühjahr gelingt nach der einsamen Reise zum Meistertitel in der Frauen-Gebietsliga (19 Punkte Vorsprung, 100:9 Tore) in der Relegation gegen Guntramsdorf (5:0 & 2:0) endlich der langersehnte Aufstieg in die Landesliga.

Der traditionsreichste Frauenfußball-Klub des Waldviertels findet sich in der Landesliga auf Anhieb zurecht und schließt die Herbstsaison – vor allem dank der Heimstärke – auf Rang vier ab. Nur der SV Horn setzt sich in der Waldviertel-Wertung vor die Ledermüller-Mädels.
 

Besondere Derbys

Sehr emotionale Derbys bringt das Jahr in der 2. Landesliga West. Im Frühjahr gewinnt Schrems in Gmünd vor 1.500 Zuschauern mit 1:0. Für das Siegestor sorgt der 18-jährige Marco Hladky, mit seinem allerersten Tor für Schrems, beim ersten Einsatz in der Startelf des ASV. Ein halbes Jahr später gewinnt der SC Gmünd vor ebenfalls 1.500 Zuschauern im Schremser Birkenpark-Stadion mit 2:1. Nach einer sonst starken Hinrunde schaffen die Grenzstädter im letzten Spiel vor der Winterpause just im Derby ihren ersten Auswärtssieg. Sie feiern im Anschluss mit etlichen Gmünder Eagles, die sich nach Querelen mit dem Verein zum ersten Mal in der Saison wieder formieren und den SC anfeuern.

Nicht ganz so viel Brisanz im Vorfeld, dafür viele Emotionen bringen die Duelle mit dem SC Amaliendorf. Im Frühjahr bremsen die Langer-Mannen Schrems aus und verlieren gegen Gmünd, im Herbst ist es genau umgekehrt. Das 0:5 in Schrems ist einer der Tiefpunkte der Amaliendorfer Hinrunde.
 

Rad-Elite im Bezirk

Nach langer Zeit blickt im Sommer die Radsport-Welt wieder auf den Bezirk. Am 6. Juli startet die zweite Etappe zur 67. Österreich-Radrundfahrt in Litschau. Tausende Menschen feuern die Rad-Cracks um Stefan Denifl & Co in den Fanzonen in Städten und entlang der Strecke bei ihrer rasanten Fahrt von Litschau aus, über Brand-Nagelberg nach Gmünd.

Über Weitra und Bad Großpertholz verlassen die Biker den Bezirk nach Oberösterreich – Ziel: Grießkirchen. Sportler aus dem Bezirk ist keiner dabei, dafür helfen 27 Polizisten den Mitarbeitern der Verkehrsabteilungen Burgenland und Steiermark, die Sicherheit der Radprofis auf der Etappe zu gewährleisten.
 

Weltrekord für Meixi

Es ist das Jahr der Alexandra Meixner: Im Jänner macht die Frauenärztin aus Harmanschlag mit ihrem Herzblatt Walter Wegschaider Nägel mit Köpfen und sorgt für die spektakulärste Nixen-Hochzeit im Sole-Felsen-Bad. Neben ihrem Engagement, Andere fürs Sporteln zu begeistern, finisht die 44-jährige Triathletin im Sommer als erste Einzel-Fahrerin das Non-Stop-Radrennen „Race Around Austria“ in 5 Tagen und 17 Stunden.

Ihr Welt-/Europarekord beim vorjährigen 10-fachen Ultra-Triathlon wird kurz danach bestätigt. Ihre Ambitionen fliegen schon wieder weit: 2016 nimmt sie nicht nur einen 20-fachen Ultratriathlon in Angriff, sondern auch das legendäre „Race Across America“.
 

Traktorrennen der Rekorde

Das Motorsport-Highlight schlechthin geht 2015 wieder einmal im hohen Norden des Bezirks über die Bühne. Satte 20.000 Zuschauer stürmen Anfang September zur 12. Internationalen Oldtimertraktoren-Langstrecken-Weltmeisterschaft nach Reingers.

Sie sehen dort am Freitag spektakuläre Action beim Beschleunigungsrennen mitsamt einer Motocross-Freestyle-Show nach der Siegerehrung, einen fulminanten Start ins 24-Stunden-Rennen von 72 hochgezüchteten Traktoren, und am Sonntag einen Premierensieg von Houschko-Holz-Racing.