Erstellt am 02. Juni 2016, 06:45

von Petra Suchy

„Endlos nur bergauf“. Radsport / Glocknerman zeigte Zähne. Günther Fiedler kam mit seelischem Beistand von Stefan Schrenk drüber und wurde bester Österreicher in seiner Klasse. Thomas Neuwirth gab w.o.

Hier durfte Günther Fiedler jubeln - im Bild mit seinen Betreuern Christian Puhr & den beiden Fahrern Martin Vogler und Roland Kahl. Nicht am Bild ist der zweite Teamleiter Manfred Fiedler.  |  NOEN, privat

Der Glocknerman – Österreichs WM im Ultraradmarathon über 1.000 Kilometer und 17.000 Höhenmeter, nonstop bewältigt – startete am Donnerstag, 26. Mai, mit 39 Einzelfahrern aus sechs Nationen.

Die beiden Glockner-Auffahrten waren freilich ein besonderes Erlebnis. „Beim Hochtor 1 hab ich aber sogar meine beste Zwischenplatzierung, Platz vier, erreicht! Dann ging es endlos nur bergauf! Zu meinem Glück gesellte sich Stefan Schrenk bei der zweiten Hochfahrt für ein paar wertvolle Minuten zu mir“, erzählt Günther Fiedler. Trotz eines Sturzes auf regennasser Fahrbahn nach 29 Stunden Rennzeit, Sodbrennen beim Anstieg zur Windischen Höhe und der zermürbenden Steigung auf den Soboth (inklusive Schiebephase) kam der Waldensteiner überglücklich als bester Österreicher seiner Altersklasse ins Ziel – nach 45:52 Stunden als Gesamt-Siebenter (M50: 5.).

Die Strecke führte die Biker von Graz über Soboth, Villach, das Lesachtal, Lienz und die Großglockner Hochalpenstraße bis auf die Edelweißspitze (2.580 Meter) und wieder retour nach Graz. In der Ultra-Kategorie zeigt der Glockner zweimal seine Zähne – so weit kam Thomas Neuwirth allerdings nicht mehr…

„Neuwirth-Festspiele“ scheiterten am Personal

Der 29-jährige Litschauer hatte sich im Vorfeld (und in Hinblick auf das Race Around Austria) ja Großes vorgenommen. Als ihm kurzfristig von fünf Betreuern drei absagten, stand das Vorhaben Podestplatz schon im Vorfeld auf wackeligen Beinen. Als das Rumpf-Team nach der ersten Nacht mit Sekundenschlaf zu kämpfen hatte und Neuwirth nicht mehr optimal mit Nahrung versorgen konnte, gab dieser nach 19 Stunden und knapp 72km w.o. – „Auf der Strecke verlierst du jegliches Zeitgefühl, du musst dich darauf verlassen, dass dir ständig jemand sagt, wann du was trinken musst. Mit mehr Betreuern wär’s kein Problem gewesen. So war’s einfach zu gefährlich und sinnlos“, analysiert der Litschauer nüchtern – zumindest hatte man das Material testen können.